Tischtennis

«Bisher hat alles zusammengepasst»

Im TTC Rapperswil-Jona hat sich Petr Blažek vom B14- zum A18-Klassierten hochgespielt. Der 28-jährige Tscheche ist die Nummer 2 des NLB-Männerteams und seit letztem Jahr auch Captain. Er fühlt sich in der Schweiz pudelwohl.

Nach Trainings und Spielen kehrt Petr Blažek jeweils mit seinen TTCRJ-Teamkollegen in der Rapperswiler Mundart-Beiz ein.

Nach Trainings und Spielen kehrt Petr Blažek jeweils mit seinen TTCRJ-Teamkollegen in der Rapperswiler Mundart-Beiz ein. Bild: Dominic Duss

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Sie haben ein rotes Rivella bestellt. Was mögen Sie daran?
Petr Blažek: Es hat einen guten Geschmack und ist erfrischend.

Ist das auch Ihr Lieblingsgetränk?
Nein, ich habe keines. Gern trinke ich auch mal ein Coca-Cola oder ein Bier – das gönne ich mir aber höchstens nach einem Spiel.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Cordon bleu und Pizza.

Können Sie das auch selbst zubereiten?
Wenn ich Lust hätte schon. Ein Cordon bleu esse ich jedoch lieber in der Mundart-Beiz. (lacht)

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?
Vor einem Spiel nehme ich nichts Schweres zu mir. Sonst kann ich einfach das essen, was ich gern habe.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?
Ich bin als stellvertretender Produktionsleiter bei der Fripoo Produkte AG in Grüningen tätig. Dort arbeite ich seit August 2012. In meiner Heimat Tschechien habe ich Mechatroniker gelernt.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Die Olympischen Winterspiele 1998 in Nagano, denn Tschechien hat damals Gold im Eishockey gewonnen. Das ist mir geblieben.

Wie sind Sie zum Tischtennis gekommen?
Zuerst habe ich Fussball und Tennis gespielt. Dann probierte ich Tischtennis aus und entschied mich mit 14, darauf zu setzen. Im Nachhinein war das ein guter Entscheid, denn sonst wäre ich jetzt nicht hier. Als der heutige TTCRJ-Sportchef Filippo Nick in einem Trainingslager in Tschechien war, lernte ich ihn kennen. Später hat mich auch noch der Coach von Neuhausen dem TTC Rapperswil-Jona empfohlen, so bin ich 2012 am Obersee gelandet.

Was ist das Faszinierende an dieser Sportart?
Die Schnelligkeit und die zahlreichen Spielvariationen. Sie garantieren in jedem Match Spannung.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Für mich war es etwas Besonders, als ich 2013 den Obersee Cup gewann. Und ein Jahr darauf konnten wir mit dem TTCRJ den Aufstieg in die NLB feiern.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Dass ich in der tschechischen Meisterschaft jeweils in der Qualifikation scheiterte. Hier in der Schweiz hatte ich zum Glück noch keine Rückschläge.

Mit welchen Erwartungen nehmen Sie am Sonntag das Cupspiel gegen Wil in Angriff?
Das ist insofern schwierig zu sagen, da wir nicht wissen, wer gegen uns antritt. Wenn das Team nicht mit seinen Topspielern anreist, haben wir eine Siegchance.

Letztes Jahr ging der TTCRJ im Cup-Achtelfinal gegen den Schweizer Meister Muttenz mit 2:13-Sätzen unter. Was unternehmt Ihr, um dies im Kantonsderby zu verhindern?
Wenn Wil in Topbesetzung spielt, kann uns das durchaus wieder passieren. Wir werden aber in jedem Fall unser Bestes geben und uns zur Wehr setzen.

Wie lässt sich denn dem NLA-Tabellendritten ein Bein stellen?
Dazu müssen alle einen überaus guten Tag erwischen. Und wir brauchen auch Wettkampfglück.

«Ich brauche nicht viel, um glücklich zu sein.»Petr Blažek

In der Meisterschaft hat Ihr Team erst einmal – gegen Leader ZZ-Lancy – verloren. Weshalb ist Rapperswil-Jona so erfolgreich (aktuell Dritter der NLB, Gruppe 2) unterwegs?
Weil bisher alles zusammengepasst hat. Mir sind beispielsweise zuletzt auch zwei überraschende Siege gelungen. Läuft es uns weiterhin so gut, können wir auch beim Leader Lancy 5:5 spielen.

Wie wirkte sich die Verpflichtung der Slowenin Alex Galic aus?
Super, denn sie passt perfekt in unser Team. Es ist toll, wie Alex spielt und mit uns kommunziert. Auch von ihrem Charakter her ist sie ein wunderbarer Mensch.

Welchen Einfluss haben Sie als Captain auf die Equipe?
Alle sind genug alt und wissen genau, wie sie sich auf ihre Partien vorbereiten müssen. Im Vorfeld spreche ich jeweils mit Spielertrainer Nick ab, wer spielt. Und bei Auswärtspartien organisiere ich die Fahrten.

Welche Ziele habt Ihr Euch bis Ende Saison noch gesteckt?
Wir wollen den 2. Rang erreichen. Sollte uns das gelingen, wäre das erfreulich. Erster zu werden, war schon Anfang Saison fast unmöglich. Lancy ist schlicht zu stark.

Was bräuchte der TTCRJ, um in die NLA aufsteigen und sich dort halten zu können?
Aktuell haben wir noch zu wenig Qualität für die höchste Spielklasse. Einen zusätzlichen Ausländer zu holen, wäre momentan allerdings übertrieben. Da warten wir besser ab, bis unsere Junioren gereift sind.

Wie steht es in der Rosenstadt um den Tischtennis-Nachwuchs?
Wir haben aktuell einen Spieler, der das Potenzial für unser NLB-Team hat. Er trainiert intensiv und ist hochmotiviert. Andere sind zudem auf gutem Weg, sie müssen sich aber noch weiterentwickeln.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Zwei Minuten, denn zum Arbeiten richte ich meine Haare nicht.

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Ich wäre gern mal ein Fussball-Profi. In einem vollen Stadion zu spielen, ist bestimmt sehr eindrücklich.

Ihr Lieblingssong?
«Ženy Treba L'úbi?» von Majk Spirit, das ist ein Rapper aus der Slowakei.

Ihr Lebensmotto?
Alles kommt, wie es kommen muss.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Das wissen meine Team- und Arbeitskollegen wohl besser als ich. (schmunzelt)

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Ich bin pünktlich, sympathisch und seriös. Oder wirke ich etwa nicht so? (lacht)

Was macht Sie glücklich?
Die kleinen Dinge im Leben – ich brauche nicht viel, um glücklich zu sein.

Was ärgert Sie?
Wenn ich etwas 20-mal sagen muss, bis das Gegenüber reagiert.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Meine Familie und dass ich glücklich bin, dann ist alles gut.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Vielleicht habe ich eine eigene Familie gegründet. Jedenfalls hoffe ich, dann immer noch in der Schweiz zu sein. Und Tischtennis werde ich künftig sicher weiterhin spielen.

Erstellt: 23.02.2017, 16:35 Uhr

Worum Gehts?

Erfolgreich hat sich der TTC Rapperswil-Jona seit dem Aufstieg im Frühjahr 2014 in der NLB etabliert. Der Klub strebt eine Zukunft in der höchsten Spielklasse an. Am Sonntag (14 Uhr) empfängt das Team um Captain Petr Blažek in der 3. Cup-Hauptrunde das oberklassige Wil in Jona. Nächstes Wochenende nimmt TTCRJ-Sportchef und -Spielertrainer Filippo Nick in Biel an der Elite-Schweizermeisterschaft teil. Mit dem 5. Obersee Cup folgt am 18./19. März ein weiteres Saisonhighlight. Bis Ende März werden in der NLB-Meisterschaft noch drei Runden gespielt. (ddu)

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