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Beim Heimwettkampf gefordert

Nach bislang durchwachsener Saison steht der Samstagerer Ronnie Schildknecht am Sonntag beim Ironman Switzerland in Zürich unter Zugzwang. Auch Daniela Ryf hat das Hawaii-Ticket noch nicht ganz auf sicher.

Ronnie Schildknecht strebt am Sonntag seinen neunten Sieg beim Ironman Switzerland in Zürich an.
Ronnie Schildknecht strebt am Sonntag seinen neunten Sieg beim Ironman Switzerland in Zürich an.
Keystone

Des einen Leid ist des anderen Freud. Unter dieses Motto fällt die Teilnahme von Daniela Ryf am Ironman Switzerland. Die aktu­ell weltbeste Mittel- und Langdistanz-Triathletin steht in ­Zürich nämlich nur am Start, weil sie vor drei Wochen die Ironman-EM in Frankfurt wegen Unterkühlung aufgeben musste.

Denn dadurch hat die 29-jäh­rige Solothurnerin, die letztes Wochen­ende in Roth die drittbesten Ironman-Zeit aller Zeiten realisierte, ein Problem: Sie weist seit ihrem Triumph bei der WM im vergangenen Oktober auf Hawaii kein Resultat bei einem «offiziellen» Ironman auf (Challenge Roth zählt nicht dazu). Ein solches ist aber für amtierende Kona-Champions (sowie Sieger respektive Siegerinnen der letzten fünf Ausgaben) die Minimalanforderung, um den Titel verteidigen zu dürfen.

Ryf kann es locker nehmen

Dass Profis zwei Ironman innerhalb einer Woche bestreiten, kommt selten bis gar nicht vor. Zwei oder drei Wochen gelten als Mindest-Wettkampfpause. Doch erstens ist Ryf keine «normale» Weltklasseathletin, und zweitens kann sie in Zürich ohne Druck starten. Sie muss den Wettkampf über 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen lediglich innerhalb der Zeitlimite von 17 Stunden beenden.

Ob es Ryfs Ehrgeiz allerdings zulassen wird, den Marathon schonungshalber nur zu spazieren (wie es schon andere Ironman-Weltmeister wegen dieser seltsamen Regel getan haben), ist eine andere Frage – nicht zuletzt, weil es sich ja um das Ironman-Heimspiel der Schweizer Sportlerin 2015 handelt. Zudem verbindet Ryf und Zürich eine spezielle Geschichte. Vor zwei Jahren hatte sie dort ihr Ironman-Debüt gegeben – und dabei nicht in erster Linie mit ihrem Sieg ­verblüfft, sondern dadurch, dass sie am Vortag noch gleichenorts über die olympische Distanz triumphiert hatte. Dabei stillte Ryf damals ihren Appetit zwischen den beiden Wettkämpfen mit Bratwurst, Pizza, Pasta und etwas Schokolade, aber auch Glace. Im Langdistanz-Wettkampf wollte die Solothurnerin schon in der ersten von zwei ­Radrunden aufgeben, weil sie Magenkrämpfe beklagte. Doch je länger das Rennen dauerte, umso besser fand Ryf sich zurecht. Sie siegte am Ende sou­verän – und eilt seither von Triumph zu Triumph.

Top-2-Klassierung nötig

Eine noch speziellere Verbindung zum Ironman Switzerland hat Ronnie Schildknecht. Der 36-Jährige aus Samstagern lief in ­Zürich schon achtmal als Erster ins Ziel, ab 2007 sogar siebenmal in Serie, ehe er 2014 sein «Heimrennen» zugunsten einer besseren Vorbereitung auf die Ironman-WM für einmal ausliess. Vor Jahresfrist eroberte der «König von Zürich» seinen Thron zurück – und will ihn natürlich diesen Sonntag erfolgreich verteidigen. «Klar ist der neunte Sieg mein Ziel», spricht Schildknecht Klartext. Und er zeigt sich zuversichtlich: «Die Form sollte stimmen.»

Muss sie eigentlich auch, denn der Lokalmatador steht unter Zugzwang. Während er 2015 das Hawaii-Ticket zu diesem Zeitpunkt bereits im Sack hatte, fehlen ihm nun, nach einer bisher durchzogenen Saison (Ränge 9 und 7 an den afrikanischen beziehungsweise südamerikanischen Ironman-Meisterschaften) als 74. des Kona-Rankings noch rund 1400 Punkte, um sich als einer der besten 50 Profis für das ­grosse Saisonhighlight vom 8. Oktober zu qualifizieren. Das bedeutet: Schildknecht muss am Sonntag Erster (2000 Punkte) oder Zweiter (1600) werden. Ansonsten wird er sich bei einem weiteren Wettkampf (wahrscheinlich die 70.3-EM in Wiesbaden Mitte August) abmühen müssen.

Die härteste Konkurrenz dürfte Schildknecht aus dem Schweizer Lager erwachsen – nicht von seinem ebenfalls in Samstagern wohnhaften Trainingspartner ­Ruedi Wild (der ist bereits und erstmals für Hawaii qualifiziert), sondern vom Vorjahreszweiten Jan van Berkel oder Manuel Küng. Der prominenteste ausländische Teilnehmer heisst Timo Brecht. Der mittlerweile 40-jährige Deutsche gewann neun Ironman-Titel (einen weniger als Schildknecht) und erreichte auf Kona schon mehrfach die Top 10.

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