Rapperswil-Jona

Aufbruch in eine neue Ära

Gestern absolvierten die Rapperswil-Jona Lakers ihr erstes offizielles Eistraining der neuen Saison – und zwar nicht in Wetzikon, wie immer in den letzten Jahren, sondern in der heimischen Arena. Auch vieles anderes ist neu.

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Normalerweise hat es in der Diners-Club-Arena erst vier Wochen vor Meisterschaftsbeginn Eis. Nicht so dieses Jahr. Ist dies ein Zeichen des Neuanfangs? «Nein», sagt Eismeister Oskar Gönitzer, «mit der ersten Mannschaft hat das nichts zu tun.» Der Grund sei das internationale Eliteturnier, das am kommenden Wochenende ausgetragen wird. «Deshalb ist die Spielfläche schon zwei Wochen früher parat.»

Den neuen Lakers-Trainer Jeff Tomlinson freuts: «Hier haben wir optimale Trainingsbedingungen.» Nicht dass Wetzikon ab der Welt wäre, doch bei fortan zwei Eistrainings pro Tag ginge halt doch viel Zeit für die Hin- und Rückreise drauf.

Ein Schwerpunkt pro Tag

In den ersten drei Tagen geht es laut Tomlinson darum, dass sich die Spieler an das Eis und die neue Ausrüstung gewöhnen. Danach werde die Intensität bis zum ersten Testspiel kontinuierlich gesteigert. «Ich setze jeden Tag einen Schwerpunkt. Diesen werden wir jeweils vor dem zweiten Eistraining per Video besprechen und dann direkt umzusetzen versuchen», erklärt der Kanadier. Einmal gehe es um das Forechecking, welches er sehr aggressiv betreiben lassen wolle (Tomlinson: «Noch viel aggressiver als im typischen kanadischen Hockey, sprich mit zwei statt nur einem Spieler.»). Dann um das Spiel in der Defensivzone, die Angriffsauslösung und so weiter ...

Das gestrige erste Training hinterliess beim 45-Jährigen gemischte Gefühle: «Die Jungs sind voll motiviert und sehr lernwillig. Es zeigte sich aber auch, dass viel Arbeit auf uns wartet. Es haben sich einige schlechte Angewohnheiten eingeschlichen, die es zu korrigieren gilt.» Verbesserungspotenzial gebe es bei fast allen Spielern und in fast allen Bereichen.

Es wartet viel Arbeit

Tomlinson schwebt mit den Lakers ein sehr aggressives und schnelles Eishockey vor. «Ich mag es, wenn die Scheibe geradlinig nach vorne gespielt wird und dann direkt in die heisse Zone vor dem gegnerischen Tor.» Wichtig sei, dort zu stoppen und nicht am Gehäuse vorbeizufahren. «Nur so ist man bereit für den Abpraller.» Ebenso wenig Fan ist Tomlinson von Dribblings. «Das führt nur zu unnötigen Puckverlusten», begründet er. Statt ausgedribbelt müssten die Gegenspieler mit Konsequenz umlaufen werden.

Der Trainer ist sich sicher, bei den Lakers das richtige Spielermaterial zu haben, um mit seiner Spielweise erfolgreich zu sein. Auf ein konkretes Saisonziel will er sich aber (noch) nicht festlegen. «Dazu ist es noch zu früh. Ich muss die Spieler zuerst besser kennen lernen, sehen, wer wo seine Stärken hat und somit am besten eingesetzt ist.» Zudem muss er, der bisher als Trainer ausschliesslich in Deutschland tätig war, zuerst auch noch mehr über das Schweizer Eishockey und die künftigen Gegner in Erfahrung bringen. Wertvolle Inputs kann Tomlinson diesbezüglich sicher Christian ­Rüegg geben. Der neue Assistenztrainer kennt von seiner Tätigkeit als Ausbildungschef der Lakers auch viele Spieler seit Jahren.

Nur Aulin noch nicht dabei

Apropos Spieler. Das Kader der Rosenstädter für die erste NLB-Saison seit der Spielzeit 1993/94 umfasst aktuell 25 Spieler – mit Alexander Tkachenko, einem russischstämmigen Stürmer mit Schweizer Lizenz, ist ein weiterer Akteur momentan noch auf Probe dabei. Das Durchschnittsalter beträgt knapp 24 Jahre. Einziger Abwesender beim ersten Eistraining war der Kanadier Jared Aulin. Der zweite Ausländer neben seinem Landsmann Andrew Clark weilt aus privaten Gründen noch in Übersee.

Mit dabei, aber zum Zuschauen verdammt, ist Tim Grossniklaus. Er brach sich Anfang Juli in den Ferien bei einem verunglückten Sprung ins Meer den fünften Halswirbel, wurde daraufhin operiert und dürfte noch rund zwei Monate ausfallen. «Natürlich nervt es, nicht aufs Eis zu dürfen. Doch in erster Linie bin ich froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist», sagt der 20-jährige Verteidiger. ()

Erstellt: 04.08.2015, 11:29 Uhr

Kader Saison 2015/16

Torhüter (2): Melvin Nyffeler (neu/20-jährig), Michael Tobler (neu/30). Verteidiger (10): Patrick Blatter (neu/22), Cyrill Geyer (34), Marc Grieder (neu/30), Manuel Grigioni (20), Tim Grossniklaus (neu/20), Valentin Lüthi (22), Leandro Profico (25), Rajan Sataric (23), Michael Schaub (neu/20), Marc Zangger (neu/24). Stürmer (14): Jared Aulin (Ka/neu/33), Andrew Clark (Ka/neu/27), Lars Frei (21), Fabio Högger (20), Michael Hügli (neu/19), Cédric Hüsler (21), Raphael Kuonen (23), Ryan McGregor (neu/24), Antonio Rizzello (30), Reto Schmutz (22), Roman Schla­genhauf (neu/26), Patrick Schommer (26), Alexander Tkachenko* (Ru/neu/20), Jan Vogel (neu/20). Trainer: Jeff Tomlinson (Ka/neu). Assistenztrainer: Christian Rüegg (neu).

* = noch nicht definitiv im Kader.

Acht Testspiele

Die Lakers absolvieren im Hinblick auf den Saisonstart in der National League B am 11. September acht Vorbereitungs­spiele, fünf davon im eigenen Stadion. Tickets (10 Franken / Jugendliche unter 16 Jahren gratis) sind einzig an der Abendkasse erhältlich. (su)

Programm. Freitag, 14. August, 19.45 Uhr: Lakers – Ravensburg Towerstars (DEL 2). – Samstag, 15. August, 16 Uhr: Freiburg (DEL 2) – Lakers. – Dienstag, 18. August, 19.45 Uhr: Lakers – Kölner Haie (DEL). – Samstag, 22. August, 17.30 Uhr: Lakers – La Chaux-de-Fonds (NLB). – Freitag, 28. August, 20 Uhr: Ravensburg Towerstars (DEL 2) – Lakers. – Dienstag, 1. September, 19.30 Uhr: Lustenau (Inter-National-League, zweithöchste Liga Österreichs) – Lakers. – Freitag, 4. September, 19.30 Uhr: Lakers – Schwenninger Wild Wings (DEL). – Sonntag, 6. September, 17 Uhr: Lakers – Winterthur (NLB). – Saisonstart NLB, Freitag, 11. September, 19.45 Uhr: Lakers – Ajoie.

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