Erlenbach

Arbeiten und weiter lernen

Die Goldcoast Wallabies sind in der Nationalliga B der Basketballer heuer noch sieglos. Es fehle der Killerinstinkt, sagt der Trainer. Es mangle an Kleinigkeiten, meint der beste Werfer.

Kann es manchmal kaum fassen: Goldcoast-Wallabies-Coach Trésor Quidome.

Kann es manchmal kaum fassen: Goldcoast-Wallabies-Coach Trésor Quidome. Bild: André Springer

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«Ich durfte schon mit 18 in der Nationalliga B spielen. Damals war ich der Jüngste», erzählt Neven Kljajic. Nun habe er eine ganz andere Rolle. «Jetzt muss ich Verantwortung übernehmen», erklärt der Flügelspieler. Bei den Goldcoast Wallabies ist der 23-Jährige schon einer der Basketballer mit der grössten Erfahrung in der zweithöchsten Liga. «Es liegt an der Unerfahrenheit», glaubt Kljajic denn auch den Grund zu kennen für die gegenwärtige Erfolglosigkeit.

Tatsächlich warten die Wallabies nach neun Matches noch immer auf ihren ersten Saisonsieg. «Manchmal haben nur Kleinigkeiten gefehlt», meint der Informatikstudent. So lagen die Rechtsufrigen in den Heimspielen gegen Kleinbasel und Pully Lausanne bis wenige Sekunden vor Schluss in Führung – und unterlagen doch noch. Schon vor einem Jahr gab es wenige Siege. «Wir sind sicher besser als damals, aber in der gleichen Situation», sagt Neven Kljajic. «Als Team sind wir jedoch sehr motiviert. Wir sind nicht traurig im Training.»

Das Kader wird kleiner

Dagegen wundert sich der Clubpräsident über einige Abgänge. «Jede Woche ist es ein Spieler weniger», sagt Robert Gerritsma scherzend. Vor zwei Wochen haben Chris Palatsidis und David Lazarevic erklärt, nicht mehr alle Übungseinheiten besuchen zu können. «Wir mussten uns fragen, ob wir Spieler dabei haben wollen, die nur zweimal in der Woche trainieren.» Die Antwort lautete: Nein. Deshalb sind der Mann unter dem Korb sowie der Aufbauspieler nicht mehr dabei.

«Die Abgänge sind unglücklich», erklärt Robert Gerritsma, «aber wir müssen eine konsequente Linie fahren.» Also dafür sorgen, dass keine Missstimmung aufkommt wegen allfälliger Sonderbehandlungen. Am vergangenen Samstag fehlte auch Etienne Ettlinger verletzt. Inzwischen hat er seinen Austritt mitgeteilt. «Die Tendenz ist beunruhigend», bestätigt Gerritsma. «Aber wir hatten Anfang Saison das erste Mal 15 Spieler. Vor einem Jahr waren wir manchmal zu neunt an Spielen und mussten eine Busse bezahlen.» Nun hinterlassen die Abgänge wenigstens finanziell keine Spuren.

Kein Erfolg über Nacht

Wallabies-Trainer Trésor Quidome gibt sich gelassen. «Im Basketball gibt es keinen Erfolg über Nacht», weiss er. Seiner Mannschaft fehle noch der Killerinstinkt, um die engen Matches für sich zu entscheiden. Er kreiere in den Trainings deshalb viele spielähnliche Situationen, erklärt der 39-Jährige. Doch immer wieder gebe es Phasen in den Partien, in denen es seinem Team nicht mehr gelinge, die Angriffssysteme so auszuspielen wie geübt. «Wir hören dann auf zu spielen», schildert er.

Am vergangenen Samstag im Heimspiel gegen die U-23 von Fribourg Olympic waren es fünf Minuten zu Beginn des zweiten Viertels, die den Erfolg verunmöglichten. Da wurde aus einem Ein-Punkte-Vorsprung ein Zehn-Zähler-Rückstand. «Wir haben nachgelassen, als wir geführt haben», analysiert Trésor Quidome. «Ich weiss aber, dass wir unser Ziel erreichen können. Dazu müssen wir arbeiten und weiter lernen.» Er sei einst zu den Wallabies gekommen, um die Junioren zu pushen, sagt der Coach. Die Ersten von ihnen spielen schon mit in der Nationalliga B. Trésor Quidome ist deshalb sicher: Es kommt gut.

Erstellt: 29.11.2019, 22:08 Uhr

Schweizer Cup

Am Sonntag Achtelfinal-Derby gegen GC

An diesem Wochenende sind die Goldcoast Wallabies in der Nationalliga B spielfrei. Trotzdem soll am Sonntag der erste Sieg gegen einen Ligakonkurrenten gelingen: Im Achtelfinal des Schweizer Cups gegen die Zürcher Grasshoppers. Die einzige Direktbegegnung in der Meisterschaft gewann GC 78:62. Die kürzlichen Abgänge «können wir sicher wettmachen», meint Wallabies-Forward Neven Kljajic. Zwar fehlen ohne Ilija Vranic und Even Skjellaug die Topskorer und Toprebounder der letzten Saison. «Vor allem fehlen uns aber in jedem Spiel noch fünf bis zehn gute Minuten.» Es gebe diese schlechten Momente, und danach sei es schwierig, den Rückstand wieder aufzuholen. Auch Mitte Oktober gegen GC war es so: Ein 0:23 in siebeneinhalb Minuten im dritten Viertel zerstörte nach einer 41:36-Halbzeitführung die Siegchance. (skl)

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