Squash

Am Formcheck eine Medaille gewinnen

Nicolas Müller hat einen ungestörten Sommer hinter sich. Nach einer Zwischensaison mit viel Ferien hat der Hirzler nun wieder Lust auf gute Ergebnisse – und ist vielleicht schon bald Europameister.

Der Hirzler Nicolas Müller im Einsatz. «Jetzt spielen alle volley. Ich muss einen Weg finden, um das öfter machen zu können als der Gegner», klärt er auf.

Der Hirzler Nicolas Müller im Einsatz. «Jetzt spielen alle volley. Ich muss einen Weg finden, um das öfter machen zu können als der Gegner», klärt er auf. Bild: Stefan Kleiser

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Der Schweizer Meister hat sich entschieden, die neue Turniersaison in Kuala Lumpur zu beginnen. Weshalb Nicolas Müller so weit reist, um ein Event der Challenger-Tour der Professional Squash Association zu bestreiten, wenn doch zeitgleich in San Francisco ein Wettkampf der Kategorie Gold der World Tour angesetzt ist? «Ich habe gute Erinnerungen an Malaysia», erklärt der Hirzler. «Ich habe da einmal drei Turniere hintereinander gewonnen.» Das war im Februar, August und Dezember 2009, Nicolas Müller 20 Jahre alt und einer der Jungspunde, die sich aufmachten, die Weltspitze zu erobern.

Den ersten Formcheck, ob in Malaysia, wo Nicolas Müller an Position zwei gesetzt ist, sein insgesamt zehnter Turniersieg auf der Tour der Professional möglich ist, den gibt es mit den European Individual Championships schon diese Woche. Um Punkte für das World Ranking geht es an der EM in Bukarest noch nicht – nur um Ruhm und Ehre. Entsprechend finden sich auf der Teilnehmerliste der kontinentalen Titelkämpfe nicht viele klingende Namen. Die bestklassierten acht Europäer lassen die Europameisterschaft alle aus. Dies wiederum eröffnet Müller eine historische Chance: Er könnte der erste Europameister aus der Schweiz werden.

Auf dem Velo, in den Ferien

Zwar stehen mit dem Deutschen Raphael Kandra und Borja Golan, dem Titelverteidiger aus Spanien, die Nummern 27 und 33 der Welt im Court. Nicolas Müller belegt im World Ranking von August Platz 28. «Die können squashen», weiss der Spitzenspieler aus dem Squashclub Sihltal. «Aber es ist kein Spieler mit dabei wie Grégory Gaultier.» Der Franzose, vor eineinhalb Jahren noch bester Spieler der Welt, wurde neunmal Europameister. Müller kam nie über Rang vier hinaus.

In den Wettbewerb eingreifen wird er am Mittwoch «nach einem ungestörten Sommer», wie er sagt. Im Vorjahr hatte er sich eine Rippe gebrochen, was die Saisonvorbereitung durcheinanderbrachte. Jetzt beklagt er «nur» Schulterprobleme, herrührend von einer Sehnenentzündung. Das sei handhabbar, erklärt der mittlerweile 30-jährige Squashprofessional. «Es tut nur ab und zu weh, bei zwei, drei Bewegungen.» Müller verbrachte viel Zeit auf dem Velo («ich könnte an der Tour de France teilnehmen») und machte ausgiebig Ferien.

Mauritius, Monaco, Italien, Griechenland: Das waren die Stationen der Erholung. Nicolas Müllers Kopf brauchte «einmal gar kein Squash». Als ihm die Wetterprognose nicht passte, entfloh er dem Regen kurz entschlossen. Und spielte in Kreta jeden Tag eine Runde Golf. «Das Wichtigste», hat er gemerkt, «ist es, die Freude am Squash zu behalten, damit ich unbeschwert aufspielen kann. Ich darf nicht mehr so negativ denken – sondern muss dankbar sein, denn vielen Menschen geht es viel schlechter als mir.»

Zurück unter die besten 20

Mit diesem Mindset strebt Müller die Rückkehr in die Top 20 der Welt an, denen er erstmals im September 2012 und letztmals im April 2015 angehörte. Er spiele sicher besser als damals, mit 17, als er zum ersten Mal Schweizer Einzel-Meister wurde, sagt der Hirzler. «Aber alle anderen auf der Tour auch.» Squash sei in den letzten Jahren viel physischer geworden. «Jetzt spielen alle volley. Ich muss einen Weg finden, um das öfter machen zu können als der Gegner.» Also noch präziser, noch smarter agieren.

Erstellt: 04.09.2019, 10:27 Uhr

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