Tischtennis

Ab sofort spielt sie fast immer als Favoritin auf

Ursina Stamm wechselt die Rolle. Zuletzt mit Wädenswil in der NLA immer Aussenseiterin, werden von der 17-Jährigen in der NLB nun Siege erwartet. Sie sei gespannt auf die neue Herausforderung, sagt sie.

Volle Konzentration: Wädenswil-Spielerin Ursina Stamm zieht einen Vorhand-Topspin und behält ihre Gegnerin fest im Blick.

Volle Konzentration: Wädenswil-Spielerin Ursina Stamm zieht einen Vorhand-Topspin und behält ihre Gegnerin fest im Blick. Bild: Patrick Gutenberg

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«Ich freue mich, denn ich werde gegen viele gleichaltrige Gegnerinnen antreten», sagt Ursina Stamm. «Und es wird interessant zu sehen, wie ich es mache, wenn ich die Favoritin bin und meine Spiele gewinnen sollte.» In den vergangenen beiden Saisons, die sie mit der Equipe des Tischtennisclubs Wädenswil in der Nationalliga A bestritten hat, war das selten der Fall. «Da war es schwierig zu gewinnen.» Die 17-Jährige verliess den Tisch in den 20 Begegnungen in der höchsten Spielklasse 6-mal als Siegerin und 37-mal als Verliererin.

Trotzdem hat Ursina Stamm die sechsthöchste nationale Klassierungsstufe B 15 erreicht – vor zwölf Monaten war sie noch mit B 12 eingestuft. Doch von der Schweizer Nachwuchs-Meisterschaft kehrte sie Ende März mit der Einzel-Goldmedaille heim. «Der Sieg hat mir gezeigt, dass es sich lohnt zu trainieren.» Zuvor war die Sportgymnasiastin schon in die Viertelfinals der Elite-Schweizer-Meisterschaft vorgerückt. Die Qualifikation für den Finaltag hatte Folgen. «Danach mussten wir noch schnell das Hotel buchen», erzählt Ursina Stamm schmunzelnd vom Wettkampf in Châtelaine.

In die NLA zurückkehren

Die guten Ergebnisse seien ihr vor allem deswegen gelungen, weil sie es geschafft habe, den Unterschied zwischen ihren Leistungen im Training und jenen im Wettkampf zu verkleinern, analysiert Ursina Stamm. «Jetzt kann ich das, was ich im Training gelernt habe, anwenden und gewinne öfter.» Auch mit dem Team werden sich ab sofort mehr Siege ergeben. Denn wenn die Wädenswilerinnen ab übermorgen Samstag, wenn sie um 18.30 Uhr in der heimischen Turnhalle Fuhr gegen Romanshorn antreten, wieder um Meisterschafts-Punkte spielen, so tun sie dies nur noch gegen die Zweitbesten des Landes.

«Ursina spielt zwar bereits schnell genug, aber nun muss sie im Spiel noch einen Rhythmus finden.»Sonja Wicki, Trainerin

Lange soll ihr Aufenthalt in der Nationalliga B (NLB) allerdings nicht dauern. «Es ist unser Ziel, wieder aufzusteigen», verrät Ursina Stamm. Neue Inputs bringt ihr ein spezielles Damen-Training, das sie neu immer montags an ihrem Wohnort Affoltern am Albis besucht. Es wird von Sonja Wicki geleitet. «Frauen spielen schneller, und sie stehen näher am Tisch», erklärt die Wädenswiler Trainerin, «Ursina spielt zwar bereits schnell genug, aber nun muss sie im Spiel noch einen Rhythmus finden.»

Noch besser werden

Insgesamt übt die Kaderspielerin sechsmal in der Woche – neben der Schule. Dort hat sie, zwei Jahre vor der Matur, mit Biologie das erste Fach abgeschlossen. «Ab diesem Semester zählt nun ein Grossteil der Fächer», sagt die Tischtennisspielerin dazu, «aber mega unter Druck setzt mich das nicht.» Natürlich ist ihr Fokus nun schon ein wenig auf die Zeit nach dem Gymnasium gerichtet. «Letzte Woche waren Infotage der Universität», berichtet Ursina Stamm. Eine Antwort auf die Frage nach der Studienrichtung kann sie noch nicht geben. «Ich bin nicht viel weiter», gesteht Stamm.

Eines allerdings ist für die Wädenswiler Spielerin klar: «Ich will auch während des Studiums Tischtennis spielen können.» Nur vielleicht ein bisschen weniger intensiv. In ihrer letzten Saison als Juniorin will Ursina Stamm nochmals Schweizer Nachwuchs-Meisterin werden und das Top 8, das Finale des U-18-Einzelranglistenturniers, gewinnen. Ihr Karriereziel bleibt indes der Vorstoss an die Schweizer Spitze sowie Aufgebote für internationale Wettkämpfe. An der Jugend-Europameisterschaft von diesem Sommer konnte sie jedoch nicht teilnehmen. Weil Swiss Table Tennis keine U-18-Mädchen-Equipe entsandte. Dagegen gibt es nur ein Mittel: noch besser werden.

Erstellt: 11.09.2019, 16:31 Uhr

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