Richterswil

Titelverteidigung ist möglich. Julia Jakob-Gross: «Wir sind top vorbereitet.»

Die Richterswilerin startet zweimal an der OL-WM in Norwegen. Über die Langdistanz am Mittwoch.

Die Richterswilerin Julia Jakob-Gross möchte auch aus Norwegen eine WM-Goldmedaille nach Hause bringen.

Die Richterswilerin Julia Jakob-Gross möchte auch aus Norwegen eine WM-Goldmedaille nach Hause bringen. Bild: Heinz Diener

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Richterswilerin Julia Jakob-Gross gesteht ein, dass sie vor einer WM immer ein wenig nervös sei. Aber auch, dass sie darüber lachen kann. Die Primarlehrerin, die mittlerweile in Zürich-Oerlikon wohnt, startet heute an der Weltmeisterschaft in Norwegen über die Langdistanz. Zwischen 10.30 Uhr und 18.20 Uhr werden die Läuferinnen auf die Strecke geschickt. «Ich werde am Nachmittag starten», klärt die 28-Jährige auf.

Das Gelände in Norwegen ist besonders. Das bereitet der Zürcherin aber keine allzu grossen Sorgen. «Seit der letzten WM haben wir viele OL-Trainings hier in Norwegen absolviert, wir sind also top vorbereitet», berichtet sie. In den letzten Tagen vor dem Start gehe es darum, die Batterien zu laden, um mit vollen Energiereserven am Start stehen zu können, fährt sie fort. Sie erwartet ein hartes Rennen, eine richtig klassische, norwegische Langdistanz. Das heisst, man läuft fast ausschliesslich durchs Gelände und kaum auf Wegen – sicheres Navigieren ist gefragt, und es ist gut möglich, dass es einen oder zwei ganz lange Abschnitte geben wird.

«Die Start-/Zielarena liegt auf einem Golfplatz, vielleicht kommen wir auch in den Genuss von ein paar Wiesenpassagen.»OL-Läuferin Julia Jakob-Gross aus Richterswil

Am kommenden Samstag ab 16.20 Uhr wird die Richterswilerin, die Mitglied des OL Zimmerberg ist, an der WM in Norwegen mit der Schweizer Frauenstaffel auf Medaillenjagd gehen. In diesem Wettbewerb erwartet sie ein kurzes, höchst intensives Rennen. Jede der drei Läuferinnen würde nur gut 30 Minuten unterwegs sein. «Die Start-/Zielarena liegt auf einem Golfplatz, vielleicht kommen wir auch in den Genuss von ein paar Wiesenpassagen», hält die Athletin fest.

Mit der Schweizer Frauenstaffel ist Julia Jakob-Gross Titelverteidigerin. Im vergangenen Jahr gewann sie sowohl an der WM in Lettland wie auch an der EM in der Schweiz mit ihren Kolleginnen die Goldmedaille. Im Einzel wurde sie an der WM über die Mitteldistanz 15., an der EM über die Langdistanz sogar 3.

Erstellt: 13.08.2019, 18:46 Uhr

Infobox

Ungeliebte Heidelbeeren - Die WM in Norwegen findet nur im Wald statt. Den Schweizern liegt das nicht.

Es gibt kaum eine Sportart, in der die Schweizer Jahr für Jahr so auftrumpfen wie im Orientierungslauf. Medaillen sind die Regel – auch nach der Ära der 23-fachen Weltmeisterin Simone Niggli-Luder. Im letzten Jahr sammelte das Schweizer Team zehn davon.
Diese Erfolgsausbeute scheint für die diesjährige WM in Sarpsborg (NOR) illusorisch. Das liegt nicht am fehlenden Potenzial oder der schlechten Vorbereitung. Die deutlich bescheidenere Vorgabe von vier Medaillen basiert auf einer Änderung im Austragungsmodus.
Neu wird die Weltmeisterschaft alternierend mit je drei Wald- und Sprint-Entscheidungen ausgetragen. Nach der WM in Lettland im vergangenen Jahr stehen nun die ersten Wald-Titelkämpfe auf dem Programm. Konkret heisst das: Langdistanz, Mitteldistanz und Staffel – sowohl bei Männern wie Frauen.
Ganz so neu ist das nicht. Von 1991 bis 1999 entsprach das WM-Programm ziemlich genau dieser Variante. Der Sprint kam 2001 dazu, die Sprintstaffel 2014. Die Absicht hinter der neuen Formel: Mit einer reinen Sprint-WM ist man bei der Suche des Austragungsorts nicht mehr auf den Wald angewiesen.
Ohne Sprint entfällt der Schweizer «Startbonus»
Neben der geringeren Anzahl an Entscheidungen (6 statt 9) haben die Schweizer nun auch einen psychologischen Nachteil. Im Sprint schnitten sie regelmässig stark ab, und die Sprints bildeten jeweils den WM-Auftakt. «Diesen Startbonus haben wir dieses Jahr nicht», sagt Christine Lüscher, die Leistungssportverantwortliche des Verbandes.
Daniel Hubmann, der achtfache Weltmeister, sagt vor seinem 50. WM-Rennen: «Für mich war der Sprint nie Kompromiss. Vielmehr war er eine Abwechslung und Bereicherung.» Bei der Vorbereitung fiel der Spartenwechsel nun weg. Der 36-Jährige glaubt aber nicht, dass durch die Spezialisierung das Leistungsniveau in den Walddisziplinen höher wird: «Womöglich bin ich um Nuancen besser geworden, aber OL bleibt OL.» Doch Hubmanns Anspruch sind auch an dieser Weltmeisterschaft die Medaillenränge. Trotz zahlreicher Trainingsaufenthalte in den norwegischen Wäldern ist eines aber gewiss: Die Skandinavier haben einen Vertrautheitsbonus. «Topresultate werden für uns schwierig», ist sich Hubmann bewusst. Die weichen Böden, die Heidelbeeren und die Erika­stauden bleiben herausfordernd und wurden noch nicht zur «grosse Liebe».
Dennoch sind die Schweizer mit einem starken Team vertreten. Neben Daniel Hubmann (bestreitet alle drei Rennen) sind Gesamtweltcupsieger Matthias Kyburz (3), Europameister Florian Howald (2), der WM-Zweite Andreas Kyburz (1) und Martin Hubmann (1) bei den Männern am Start.
Bei den Frauen bilden die letztjährige Staffel-Weltmeisterin und Einzel-WM-Dritte ­Sabine Hauswirth (3), die neunfache ­Junioren-Weltmeisterin Simona Aebersold (3) sowie die beiden Staffel-Weltmeisterinnen Julia Jakob (2) und Elena Roos (1) das Schweizer Team. Es ist das kleinste Schweizer WM-Team seit langem – eine weitere Folge des neuen Modus. Jörg Greb

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.