Horgen

«Team ist reif, um gut zu spielen»

Ab heute spielen die Horgner Herren gegen Kreuzlingen um den Einzug in den Playoff-Final. Trainer Lukasz Kieloch erklärt, wo seine Mannschaft steht.

Horgens Trainer Lukasz Kieloch ist zufrieden mit seinen Schützlingen: «Es läuft bisher alles nach Plan, vielleicht sogar besser.»

Horgens Trainer Lukasz Kieloch ist zufrieden mit seinen Schützlingen: «Es läuft bisher alles nach Plan, vielleicht sogar besser.» Bild: André Springer

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Heute beginnt die Playoff-Halbfinalserie gegen Kreuzlingen. Sind Sie angespannt?
Lukasz Kieloch: Ja. Und die Playoffs haben schon mit den letzten Trainings begonnen. Es ist nun kein Platz mehr für Unkonzen­triertheiten.

Ist es eine andere Anspannung als damals, als Sie die Playoffs als Spieler bestritten?
Die Ungewissheit ist jetzt grösser. Es liegt nicht mehr alles in meinen Händen. Damals konnte ich alles entscheiden, jetzt kann ich nur helfen, es zu entscheiden.

Sie bleiben am Beckenrand ­immer ruhig. Wie schaffen Sie das?
Es gibt da einige Faktoren. Erstens hat die Mannschaft in den letzten Wochen fast alles umgesetzt, was ich mir wünschte. Und ich will mit meinem Verhalten die Mannschaft nicht verunsichern. Cholerisch sein würde nichts bringen. Ich will ja auch keinen negativen Druck bei den Schiedsrichtern aufbauen. Die Jungs spielen und kämpfen im Wasser: Es ist mir untersagt, ihre Arbeit zu zerstören.

Sie sind noch neu im Trainerbusiness. Konnten Sie umsetzen, was Sie umsetzen wollten?
Ja. Wir haben aber erst ein Etappenziel erreicht. Ich glaube, jeder Spieler ist vorangekommen. Die Mannschaft hat sich in gewissen Elementen verbessert. Sie hat es geschafft, konstanter zu spielen. Ich habe auch Fehler gemacht, aber die muss ich hier nicht erzählen.

Im Herbst sagten Sie: Wir ­wollen uns vernünftig präsentieren. Ist das gelungen?
Ich denke ja. Vor der Saison hätte ich eine Platzierung mit so vielen Siegen blind gekauft (Horgen beendete die Qualifikation mit 17 Siegen in 21 Spielen auf Rang 2; Red.). Nach den hohen Niederlagen gegen Lugano und Kreuzlingen am Anfang der Saison sagte ich: Die werden wir noch schlagen! Es ist gelungen. Es läuft bisher alles nach Plan, vielleicht sogar besser.

Ihr Team hat die beste Verteidigung der Liga, die Verpflichtung von Torwart Luka Petricevic ist voll aufgegangen ...
Das war das Ziel. Dazu braucht man einen guten Torwart, auch als Typen. Ich wusste, dass mich Luka nicht enttäuschen wird.

Was brachten die Zuzüge von Kevin Müller und David Miskovic, die auf die Sommerrunde nach Horgen wechselten?
Mit ihnen wurde der Konkurrenzkampf grösser. Zu Beginn der Saison waren wir wenige Spieler, jetzt auswärts in Bissone auch mal 13, und der eine oder andere musste zu Hause bleiben. Kevin ist ein erfahrener Spieler. Er wird in den Playoffs zu einem Leistungsträger werden. Er konnte sich gut integrieren und ist Linkshänder, was wir seit Andy Fischl nicht mehr hatten. David ist jung und wird sich noch entwickeln.

Ist die Mannschaft inzwischen auch mental so weit, dass sie die wichtigen und knappen Spiele gewinnen kann?
Die Mannschaft wird das natürlich lesen, was ich nun sage. (lacht) Ich muss aufpassen, dass die Spieler nicht denken, sie seien die Grössten! Man darf sie nur etappenweise loben.

Es ist Ihnen also gerade recht, dass das letzte Spiel gegen Halbfinalgegner Kreuzlingen auswärts 5:15 verloren ging?
Genau. (schmunzelt) Das war ein Tag, wo nicht viel gelungen ist. Nicht Kreuzlingen hat so hoch gewonnen, sondern wir haben so hoch verloren. Wir haben mit Fehlern unser eigenes Spiel kaputt gemacht.

Eine solche Niederlage wird nun nicht wieder vorkommen?
Ich denke nicht. Einen Tag nach jener Niederlage gegen Kreuzlingen haben wir ja gegen Lugano gewonnen (Es war die bisher einzige Niederlage der Tessiner in der laufenden Meisterschaft; Red.). Es war vor allem ein mentaler Sieg. Er zeigt die zwei Seiten des Teams. Die Frage ist: Will es oben oder unten sein? Wir sind gegen Lugano nicht schneller geschwommen oder haben tiefer im Wasser gestanden – sondern uns füreinander aufgeopfert. Das zeigt, das diese Mannschaft reif ist, um wirklich gut zu spielen.

Erstellt: 07.07.2015, 13:55 Uhr

Wasserball

Vor der Entscheidung

Horgen und Kreuzlingen sowie Lugano und Genf ermitteln in zwei Best-of-five-Serien die Playoff-Finalisten der diesjährigen Wasserball-Meisterschaft. Während von den Luganesi nichts anderes als der Einzug in die Endspiele erwartet wird, präsentiert sich die Ausgangs­lage im anderen Halbfinal ausgeglichen.

Von den bisherigen drei direkten Begegnungen hat Kreuzlingen zwei, Horgen eine gewonnen. Es ist ein Duell der Gegensätze: Die Thurgauer haben bislang am meisten Tore geworfen (15,2 pro Spiel), die Horgner am wenigsten zugelassen (7,8 im Schnitt). Anders als Horgen, das als Zweiter der Qualifikation gesetzt war, musste sich Kreuzlingen seine Halbfinal-Teilnahme in der Zwischenrunde verdienen. Die Partien gegen Ägeri, die mit 18:8 respektive 13:6 gewonnen wurden, waren aber nicht viel mehr als bessere Trainingsspiele. Horgen seinerseits bereitete sich mit zwei Testpartien gegen die U18-Spieler des serbischen Meisters VK Becej vor. (skl/as)

NLA, Playoff-Halbfinal, 1. Runde
Horgen – Kreuzlingen Käpfnach Dienstag, 20 Uhr

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