Wasserball

Staunen, anweisen, vorangehen

Beim SC Horgen ist ein Generationenwechsel im Gang. Es sei eine aufreibende Zeit, sagt Petar Bjelajac. Seit einer Woche steht der 25-Jährige als neuer Teamcaptain noch mehr im Mittelpunkt.

Mit seinen 25 Jahren zählt Petar Bjelajac beim SC Horgen bereits zu den Routiniers. Seit dem Trainingslager in Deutschland ist er zudem Captain.

Mit seinen 25 Jahren zählt Petar Bjelajac beim SC Horgen bereits zu den Routiniers. Seit dem Trainingslager in Deutschland ist er zudem Captain. Bild: André Springer

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Müde sei er, meint Petar Bjelajac. Müde vom Trainingslager. Vergangene Woche verbrachten die Horgner fünf Tage in Berlin, um sich für die zweite Hälfte der Nationalliga-A-Meisterschaft fit zu machen. «Bis jetzt war unsere Saison nicht grandios», gesteht der langjährige Nationalspieler, der im linken Rückraum zum Einsatz gelangt. «Unsere Leistungen waren durchzogen. Einmal spielten wir sehr schönes Wasserball, dann beinahe wieder Schülerwasserball.»

Eine Wundertüte war das Team des Rekordmeisters bislang. Das ist der Verjüngung der Equipe in den letzten Jahren geschuldet. «Für viele war es das erste Trainingslager mit der ersten Mannschaft», weiss Bjelajac. Die Horgner massen sich in Berlin mit deutschen Bundesliga-Auswahlen, Unterzahl und Überzahl wurde mit dem 35-fachen deutschen Meister Spandau 04 geübt. «Es war sehr eindrücklich, die Überlegenheit von Spandau so direkt zu sehen. Und es gibt Teams, da sind sie selbst so unterlegen.»

«Sind nicht favorisiert»

Zum Staunen bringen sollte diese Erfahrung aber nicht Petar Bjelajac, sondern dessen junge Teamkollegen, die noch nie international spielten, «die noch nie nach einem Krafttraining drei Stunden im Wasser waren». Es ging darum «ihnen zu zeigen, was es braucht, um an die Spitze zu kommen», sagt der 25-Jährige. Denn an die Schweizer Spitze will die Auswahl aus Horgen wieder hin. «Wir sind nicht favorisiert», beschreibt Petar Bjelajac die gegenwärtige Situation.

«Wir müssen es hinkriegen, dass der Spielaufbau nicht immer über uns Leistungsträger geht.»Petar Bjelajac, Captain des SC Horgen

«Wir sind aber zufrieden mit der Aussenseiterrolle hinter Lugano und Kreuzlingen. In dieser Rolle waren wir auch 2015», schmunzelt Bjelajac. Es ist das Jahr, in dem Horgen letztmals Meister wurde. «Aber der Umbruch ist eine aufreibende Zeit. Plötzlich hast du vier Stammspieler weniger und nicht mehr die gleiche Schlagkraft.» Es müsse darum gelingen, die jüngeren Spieler rasch zu Leistungsträgern zu machen. «Es erinnert mich an 2010, als ich nach einem Umbruch in die erste Mannschaft kam. Damals war ich aber der einzige Junge: Jetzt sind es ganz viele.»

Noch mehr ein Vorbild sein

Bjelajac selbst, Oliver Fröhli und Moritz Oeler: Das sind die verbliebenen Routiniers, die gewöhnlich im Wasser sind. «Wir sind die Leistungsträger. Aber wir müssen es hinkriegen, dass der Spielaufbau nicht immer über uns läuft. Denn wir drei werden vom Gegner jeweils aus dem Spiel genommen.» Die drei jungen Wasserballer, die das Team ergänzen, «müssen dann im Angriff etwas entwickeln, womit sie uns wieder ins Spiel bringen oder selbst zum Abschluss kommen». In der internen Hierarchie ist Petar Bjelajac durch den Umbruch ganz nach oben gerückt. «Ich schaue mit Oliver, Moritz, Luka Petricevic und Leo Müller, dass die jungen Spieler nicht das Gefühl bekommen, dass alles von alleine geht», sagt er. Seit dem Trainingslager ist er sogar Teamcaptain. «Damit bin ich jetzt noch mehr im Fokus und muss noch mehr eine Vorbildrolle übernehmen.»

Auch im Beruf erhält der 25-Jährige mehr Verantwortung übertragen. Am 15. Mai tritt Petar Bjelajac, der an der ZHAW in Winterthur studiert hat, eine Stelle bei einer Bank an. Mit dem Übertritt ins Berufsleben ist die Zeit allerdings knapp geworden. Der Horgner ist darum im letzten Frühjahr aus dem Nationalteam zurückgetreten. «Ich konnte nicht garantieren, immer dabei zu sein», erklärt er das. Wasserball bleibe aber seine Leidenschaft. «Es gibt mir den Ausgleich, den ich im Leben brauche.»

Erstellt: 08.05.2019, 13:57 Uhr

5 Heimspiele in 9 Tagen

Die Saison der Horgner Wasserballer ist bislang durchzogen verlaufen. «Am Anfang waren für einige nicht einmal die grundlegenden Dinge klar», sagt Captain Petar Bjelajac. Inzwischen zeichne sich jedoch ein Aufwärtstrend ab, hat der 25-Jährige beobachtet. Allerdings sei es immer so gewesen, dass sich Horgen im Sommer gesteigert habe – wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten im Freibad Käpfnach. Jetzt können die Seebuben die gemachten Fortschritte dem eigenen Publikum zeigen: vom 4. bis 12. Mai in fünf Heimspielen innerhalb von neun Tagen.

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