Adliswil

Schneller, ausdauernder, geduldiger

Rinoy Manavalan hat genug von fünften Plätzen an der Schweizer Meisterschaft. Der für Adliswil lizenzierte Samstagerer trainiert deshalb mehr. Und will künftig auch international starten.

«Von nichts kommt nichts»: Rinoy Manavalan investiert mehr in Badminton und setzt neue Ziele.

«Von nichts kommt nichts»: Rinoy Manavalan investiert mehr in Badminton und setzt neue Ziele. Bild: Stefan Kleiser

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«Es war schon immer mein Wunsch und mein Traum, mehr in das Badminton zu investieren», erzählt Rinoy Manavalan. Eigentlich hatte er geplant, dies nach der Lehre zu machen. «Aber dann ging ich in die Berufsmittelschule.» Inzwischen hat der 22-Jährige aus Samstagern auch diese Ausbildung abgeschlossen. Und eine nächste begonnen, die er jedoch mit Leistungssport kombiniert. Seit Montag studiert Rinoy Manavalan in Rotkreuz Wirtschaftsinformatik in einem 40-Prozent-Pensum. Ab Mittwoch ist die Woche jeweils für Badminton reserviert.

So ergeben sich neu acht bis neun Trainingseinheiten auf sieben Tage – und veränderte persönliche Ziele. «Von nichts kommt nichts», erklärt Rinoy Manavalan den neu dimensionierten Aufwand. Zwar ist er bereits jetzt einer der besten Badmintonspieler der Schweiz. Im Februar erreichte er an den letzten Schweizer Meisterschaften im Herren- und im Mixed-Doppel jeweils den Viertelfinal und stand im Einzel in der Runde der besten 32. «Aber mitspielen ist das eine, gewinnen das andere. Mein Ziel ist es, ganz vorne mitzumischen und nicht nur einer von zehn zu sein.»

«Ich fühle mich wohler»

Und darum arbeitet Rinoy Manavalan nun fleissig an Verbesserungen. An der Erhöhung der Spielgeschwindigkeit zum Beispiel, längerer Ausdauer und mehr Geduld im Spiel. «Er bringt gute Grundlagen mit», urteilt Michael Spühler, der ihn abends im Badmintonclub Adliswil beübt und tagsüber mit ihm am Stützpunkt Zürich des Badminton-Leistungszentrums Mittelland trainiert. «Er ist explosiv, er hat Spielwitz und Power. Aber er hat einen Trainingsrückstand in der Menge. Über mehr Trainingseinheiten wird er stabiler werden.»

Im August an der WM in Basel: Rinoy Manavalan ist mit seinem Bruder Royce vor Ort, um sich etwas von den Besten abzuschauen. «Der grosse Unterschied zwischen ihnen und mir ist die Geduld. Sie hauen nicht aus jeder Position voll drauf. Ich greife ungeduldig an, dann passieren blöde Fehler.» Die Topcracks agieren kontrolliert. «Ihr Spiel sieht nicht so schnell aus. Aber es ist extrem schnell. Es sieht alles einfach aus, weil das hohe Tempo für sie normal ist. Darum muss ich im Training auch dieses Tempo haben – damit es für mich auch normal ist.»

 «Bisher war ich nur an einem oder zwei internationalen Eliteturnieren. International spielen war nicht sinnvoll, denn mit fünf Trainings bist du den anderen klar unterlegen.»Rinoy Manavalan vom BC Adliswil begründet, weshalb er mittlerweile öfters trainiert. 

Der Club hilft mit. Auf diese Saison hat Adliswil mit David Daugaard einen Weltklasse-Doppelspieler verpflichtet, und regelmässig werden Athleten aus der erweiterten europäischen Spitze zum Training eingeladen. Zudem soll Manavalan, zusammen mit dem ebenfalls ambitionierten Clubkollegen Jonas Schwarz, neben den Turnieren in der Schweiz auch Anlässe im Ausland bestreiten. «Bisher war ich nur an einem oder zwei internationalen Eliteturnieren. International spielen war nicht sinnvoll, denn mit fünf Trainings bist du den anderen klar unterlegen.»

Seit Mitte August ist der frühere Junioren-Nationalspieler im neuen Setting. «Ich fühle mich wohler», berichtet er. Zuvor war nach der Einheit von Freitag immer eine dreitägige Pause. «Am Dienstag war die Qualität im Training dann nicht so gut, weil ich so lange nicht mehr gespielt hatte.» Spannend werde es während der Interclub-Meisterschaft, wenn weniger Zeit vorhanden sei für die Erholung. «Für den Kopf ist es dann schwieriger», sagt der Halbprofi und schmunzelt. «Dann muss ich unter der Woche im Training Gas geben und am Wochenende im Wettkampf auch.»

Start heute in Adliswil

Das erste Mal auf die Probe gestellt wird Rinoy Manavalan bereits heute Samstag um 18.30 Uhr in der Heimbegegnung gegen Zug.

Erstellt: 20.09.2019, 22:43 Uhr

Infobox

Der Badmintonclub Adliswil will in die Nationalliga A zurückkehren

Die letzte Saison endete verrückt. Obwohl das NLB-Team aus Adliswil während der gesamten Spielzeit keine Partie verlor, stieg die Equipe nicht in die höchste Spielklasse auf. Denn im Aufstiegs-Playoff gegen Lausanne reichten zwei Unentschieden wegen der geringeren Anzahl gewonnener Sätze nicht zur Promotion. Nun soll die Rückkehr in die NLA nachgeholt werden. «Das Ziel ist der Aufstieg», sagt Trainer Michael Spühler. «Ich erwarte eine ähnlich souveräne Vor- und Rückrunde wie letzte Saison.» Der Fokus ist schon jetzt auf die Aufstiegsspiele vom Frühjahr gerichtet. Sind die vorherigen Partien also sinnlos? «Sinnlos nicht», antwortet Spühler. «Wir müssen aufpassen, dass wir die Gegner nicht unterschätzen. Eine meiner Aufgaben wird es sein, die Spieler so vorzubereiten, dass sie in der Nationalliga B immer 90 Prozent ihrer Leistung abrufen. Und der andere Teil, die Entwicklung sicherzustellen, die einzelnen Spieler weiterzubringen.» (skl)

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