Stäfa

Mit Spektakel zum Ligaerhalt

Zum zweiten Mal in Folge behaupteten die Lakers Stäfa ihren Platz in der Nationalliga A in der Barrage gegen den TV Endingen. Die Gelbschwarzen gewannen 24:19.

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«Was kann man sich mehr wünschen, als vor so einer Kulisse abzutreten», sagte ein zufriedener Pedja Milicic nach seinem 288. und voraussichtlich letzten Ernstkampf in Gelbschwarz. Das Selbstvertrauen der Stäfner hatte trotz der 28:30-Niederlage im Hinspiel keinen Schaden genommen. Im ersten Angriff eröffnete Milicic mittels Flieger das Skore. Nach 44 Sekunden und einem Gegenstoss von Nicola Brunner führten die Lakers bereits 2:0. In der 8. Minute verwandelte Milicic einen Penalty zum 5:1. Der Mist schien geführt.

Doch die Gastgeber hatten die Rechnung ohne Florian Leitner gemacht. Der U19-Nationalspieler erzielte vier Tore in Folge zum 5:5 nach einer Viertelstunde. Einen Rückstand hatte Simon Schelling mit zwei abgewehrten Penaltys verhindert. Die Lakers wankten, fielen aber nicht. Vielmehr erstickten sie die aufkeimende Euphorie Endingens im Keim und gestanden den Gästen bis zur Pause (14:7) bloss noch zwei Treffer zu.

Fast ohne Topskorer

Roger Bleuler meldete Nemanja Sudzum völlig ab. Im Hinspiel hatte der serbische Linkshänder noch neun Tore erzielt. Im Abwehrzentrum rackerten Jonas Mächler und Louis Barth. Dahinter machte Goalie Tobias Wipf die Luken dicht. «Mit 22 Fehlwürfen kannst du kein Spiel gewinnen», meinte Endingens scheidender Trainer Zoltan Cordas. Pedja Milicic, der bei Stäfa an die Seitenlinie wechselt, analysierte: «Im Hinspiel liessen wir zu viele Würfe ohne Kontakt zu, das konnten wir deutlich verbessern.»

In der zweiten Halbzeit versuchten es die Aargauer noch mit Provokationen. In der schwülwarmen Frohberg-Halle erhitzten sich die Gemüter. Mehr als eine Rote Karte für Stevan Kurbalija (55.) – der Kreisläufer liess sich zu einer Unsportlichkeit hinreissen – erreichten sie jedoch nicht. Dabei hatten die Stäfner nur sehr begrenzt auf die Dienste ihres Topskorers zählen können. Wegen einer im Hinspiel erlittenen Knieprellung hatte Filip Maros kaum trainiert. Für seine Abschiedsvorstellung biss er aber auf die Zähne und ermöglichte Spielmacher Tim Jud kurze Verschnaufpausen.

So knapp wie noch nie

Nach dem Schlusspfiff lagen sich die Stäfner in den Armen. Trotz der vielen Abgänge (siehe Kasten) waren sie als Team zusammengestanden. Zum fünften Mal seit dem Wiederaufstieg 2010 und der Namensänderung von HC GS zu Lakers Stäfa hat der Seeklub den Verbleib in der Nationalliga A gesichert. So knapp wie diesmal war es noch nie. Erst mit dem 29:25-Heimsieg über Suhr Aarau zum Abschluss der Abstiegsrunde hatten sich die Gelbschwarzen überhaupt für die Barrage gegen Endingen qualifiziert. Und gegen die Surbtaler prompt das Hinspiel verloren.

«Das war der schönste Ligaerhalt, wir feiern ihn wie einen Meistertitel», frohlockte Nicola Brunner. Der rechte Flügel zählt mit Barth, Bleuler, Schelling und Gulliver Stocker zu jenem Quintett, das dem Seeklub erhalten bleibt. Der 25-Jährige, der bereits auf acht Saisons im Fanionteam – sechs davon in der NLA – zurückblicken kann, sprach von einer mental sehr anstrengenden Zeit. Sie hätten als Team mehrfach aus Tiefs herausgefunden. «Sowohl gegen Suhr Aarau als auch gegen Endingen hatten wir das Messer am Hals, hielten mit dem super Publikum im Rücken dem Druck aber stand.»

Erstellt: 15.05.2015, 09:11 Uhr

NLA/NLB, Barrage

Lakers Stäfa – Endingen 24:19 (14:7)

Frohberg. 1400 Zuschauer (Saisonrekord). SR Baumann/Cristallo.
Torfolge: 3:0, 5:1 (8.), 5:5 (16.), 6:6, 9:6, 9:7 (23.), 14:7; 16:8, 19:10, 19:13, 21:13, 23:15, 24:16, 24:19.
Strafen: 5×2 Minuten plus Rote Karte (Kurbalija/55.) gegen Stäfa, 4×2 Minuten gegen Endingen.
Stäfa: Wipf/Schelling (für 4 Penaltys und ab 59.); Barth, Affentranger (1), Stocker, Mächler (1), Bajramovic (1), Milicic (8/4), Brunner (5), Ehlers (1), Bleuler (1), Jud (2), Kurbalija (2/1), Maros (2).
Endingen: Ferrante/Häller (für 1 Penalty und 26. bis 30.); Lukas Riechsteiner (3), Leitner (6), Gottardi (2), Huwyler (2), Sudzum, Christian Riechsteiner (1), Pejkovic (2/1), Schubnell (1), Ladan (1), Sebastian Kaiser, Kündig (1), Kulenovic.
Bemerkungen: Stäfa ohne Kägi (abwesend) und Vernier (verletzt); Endingen ohne Ahmetasevic, Willimann und Severin Kaiser (alle verletzt). 43. Leitner scheidet mit Nackenverletzung aus. Time-outs: Stäfa (12./5:4, 44./19:12, 54./21:14); Endingen (20./8:6, 30./14:7). Schelling hält drei Penaltys von Christian Riechsteiner (9./5:1; 32./14:8) und Sudzum (14./5:4).

Umbruch

Vernier ist der neunte Abgang

Verabschiedet wurde von ­Thomas Etter, VR-Präsident der GS Players AG, vor dem letzten Saisonspiel nicht nur Interimstrainer René Barth. Gleich neun Spieler gilt es im Kader Stäfas für die kommende Saison zu ersetzen. Zu den bereits feststehenden Abgängen gesellte sich am Mittwochabend auch noch Pascal Vernier. Der in Stäfa aufgewachsene Linkshänder wechselt für drei Jahre – wie Filip Maros – zu Pfadi Winterthur. Den letzten Ernstkampf hat der 19-Jährige vor über einem Jahr bestritten. Seither war er durch eine Hirnerschütterung ausser Gefecht gesetzt. Nun will der 14-fache Nationalspieler in der Eulachstadt sein Comeback vorantreiben.

Den neun Abgängen stehen bisher erst vier Zuzüge gegenüber. Noch unklar ist, ob und in welcher Form Jonas Affentranger, den es im Dezember beruflich ins Ausland zieht, den Lakers erhalten bleibt. Hinter den Kulissen waren die Verantwortlichen jedoch nicht tatenlos. «Nächste Woche sollten ­einige Transfers spruchreich werden», verrät VR-Mitglied Christian Rieger. Handlungsbedarf besteht vor allem am Kreis und im Rückraum. Einen Spielmacher etwa haben die Lakers noch keinen unter Vertrag. db

Lakers Stäfa. Kader 2015/16. Stand: 14. Mai 2015.
Vertrag bis 2016: Marius Aleksejev (Est), Thomas Kohl, Fetah Murina, Gulliver Stocker, Simon Schelling.
Vertrag bis 2017: Louis Barth, Roger Bleuler, Nicola Brunner, Damien Guignet, Mirko Milosevic (Ser), Fabian Pellegrini.
Auslaufender Vertrag: Jonas Affentranger.
Abgänge: Predrag Milicic (Trainer Lakers Stäfa), Markus Jud (Trainer/Suhr Aarau), Tim Jud (Konstanz/3. Bundesliga), Beau Kägi, Stevan Kurbalija, Tobias Wipf (alle Suhr Aarau), Jonas Mächler (For­titudo Gossau), Filip Maros, Pascal Vernier (beide Pfadi Winterthur), Jan Torben Ehlers (zurück nach Deutschland).
Zuzüge: Milosevic (St. Otmar St. Gallen), Aleksejev (Rihimäen Cocks/Fi), Milicic als Trainer (Spieler Lakers Stäfa), Murina (SG Uster), Guignet (eigener Nachwuchs).

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