Horgen

Mit Heimvorteil Aufschwung einleiten

Nächste Woche will Pascal Meis am Zürichsee Open auf der heimischen Horgner Anlage ganz viele Punkte für die Weltrangliste sammeln.

Pascal Meis will nächste Woche in Horgen dynamisch auftreten.

Pascal Meis will nächste Woche in Horgen dynamisch auftreten. Bild: Paolo Foschini

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Pascal Meis ist der beste Spieler, der im Tennisclub Horgen lizenziert ist. Das Turnier kommende Woche in Horgen soll ihm die Rückkehr unter die besten 500 Tennisspieler der Welt ermöglichen. Als Nummer zwölf der Entry List geführt, will der 26-Jährige nächste Woche am Zürichsee Open die Halbfinals erreichen. «Die Qualifikation für die Halbfinals ist mein Standardziel», verrät Meis schmunzelnd. Seit sechs Jahren tritt der Deutsche für Horgen im Interclub an, gekommen von Lido Luzern, nachdem die Innerschweizer ihre Equipe aus der Nationalliga B zurückgezogen hatten.

In Horgen ist Pascal Meis der Leader einer jungen Truppe, die 2018 nach einem Jahr in der NLC wieder in die zweithöchste Spielklasse zurückgekehrt ist und dort in diesem Frühsommer sicher den Ligaerhalt schaffte. «Wir sind gut aufgestellt für die Zukunft, und es ist ideal für die Teenager aus dem Verein, in der Nationalliga B zu spielen.» Wo stand er selbst in diesem Alter? «Mit 17 habe ich gerade meinen ersten ATP-Punkt gewonnen», erinnert sich der Verstärkungsspieler.

Noch in der Ausbildung

Zuletzt ging es aber in der Weltrangliste nicht vorwärts. Im Gegenteil: Auf Beginn des Jahres veränderte der internationale Tennisverband sein Ranking-System. Pascal Meis konnte weniger Turniere bestreiten und rutschte prompt um 250 Plätze auf Position 740 ab. «Und ich konnte im Sommer nicht die besten Ergebnisse einfahren», gibt er zu. Neuerdings gilt international wieder das alte Bewertungssystem. «Aber mir sind sieben Monate Zeit gestohlen worden», ärgert sich der Athlet.

"Es wäre viel einfacher, müsste man nicht auf das Geld schauen. In meiner Position investiert man viel."Pascal Meis, lizenziert im Tennisclub Horgen 

Zeit für den Aufstieg dorthin, wo sich Tennis finanziell lohnt und der Start an grossen Turnieren sicher ist. Derzeit führt der Tennisspieler ein Leben am Limit. Am 17. Mai 2015 errang Pascal Meis, der als Fünfjähriger mit Tennis begann, in Doboj, 100 Kilometer nördlich von Sarajevo, seinen ersten Einzel-Titel. «Es war einer der schönsten Momente in meinem Leben. Der Sieg war wichtig, weil ich immer zu den guten Spielern aufgeschaut habe.» 2017 und 2018 entschied er auch zwei Future-Events in Ungarn und Polen für sich. Für den Sieg in Bosnien gab es zwar 1800 Euro. «Aber solche Einnahmen müsstest du jede Woche haben», sagt Meis. «Es wäre viel einfacher, müsste man nicht auf das Geld schauen. In meiner Position investiert man viel. Man muss das vergleichen mit einer Ausbildung. Und auf den Turnieren verdient man nicht genug, weil die Reisen teilweise weit sind.» Pascal Meis hat immerhin den Vorteil, dass sein Vater in Singen eine Tennis-Akademie führt. «Als Sohn darf ich gratis trainieren», lacht er.

Noch offensiver auftreten

Gegenwärtig stehe er vier bis fünf Stunden pro Tag auf dem Platz, erzählt Meis. Und in der Zeit zwischen den zwei Tennistrainings ist noch eine Fitnesseinheit angesetzt. «Ich versuche im Moment, mein Spiel noch ein bisschen offensiver zu gestalten», berichtet der Linkshänder, der fliessend Spanisch spricht (die Familie wohnte 13 Jahren in Denia zwischen Alicante und Valencia sowie auf den Kanarischen Inseln). Zudem ist Meis im Besitz der zweithöchsten deutschen Trainerlizenz.

In der Freizeit mag es der Horgner Spitzenspieler gerne entspannt. «Ich gehe mal ins Kino oder grilliere mit Freunden.» Ausserdem sei er ein grosser Autofan und besuche immer den Auto-Salon in Genf. Fussball schauen gehört auch zur Erholung (Lieblingsverein: Bayern München). «Aber jetzt freue ich mich auf das Turnier in Horgen», sagt Pascal Meis, «darauf, all die bekannten Gesichter wiederzusehen. Sonst vergeht bis dahin nach dem Interclub ja immer ein Jahr.»

Erstellt: 22.08.2019, 22:05 Uhr

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Zwei Turniere und eine Premiere in Horgen

Im vergangenen September fand auf den Anlagen des Tennisclubs Horgen zum ersten Mal das Zürichsee Junior Open statt. Das ITF-U-18-Turnier sei erfolgreich verlaufen, blickt Turnierdirektorin Brigitte Bergemann zurück. Sie freue sich darum, gemeinsam mit dem Vorstand dieses Jahr zusätzlich ein ITF-Profiturnier auszutragen. Dieses findet vom 26. August bis 1. September statt und schüttet 15000 Franken Preisgeld aus. Das Junioren-Turnier der Kategorie J5 wird vom 7. bis 14. September durchgeführt.
Mit dem Junioren-Turnier möchte man ambitionierten jungen Spielern aus der Region eine erste internationale Startmöglichkeit verschaffen und mit dem Männer-Turnier «Spieler anspornen, ebenfalls dieses Level zu erreichen», so Bergemann. «Es ist uns sehr wichtig, dass die Junioren in der Region eine Spielmöglichkeit auf heimischem Boden bekommen. Wir sind stolz darauf, am linken Seeufer attraktive und spannende Matchs bieten zu können.» Für das Turnier der Profis haben mit Ilias Zimmermann und Luc Hoeijmans zwei eigene Spieler eine Wild Card erhalten.
Der Tennisclub Horgen darf auf die Unterstützung des Regionalverbands Zürichsee/Linth Tennis und Swiss Tennis zählen, die daran interessiert sind, internationale Turniere für junge Spieler im Verbandsgebiet anzubieten. Ein Männer-Profiturnier zu veranstalten, gebe viel Arbeit, berichtet Brigitte Bergemann – weil es von der International Tennis Federation viele Vorgaben gibt. Schiedsrichter und Physiotherapeuten zum Beispiel sind bei internationalen Turnieren Pflicht. «Das kostet alles Geld und muss mit Sponsoren abgedeckt werden.» Der Aufwand habe sich mit zwei Turnieren aber nicht verdoppelt. Denn wenn die Anlage für eine Woche vorbereitet werde, sei es ja auch möglich, sie zwei Wochen zu nutzen. Verläuft alles reibungslos, sollen die zwei Turniere auch 2020 wieder stattfinden. (skl)

M15 Zürichsee Open, TC Horgen, Zugerstrasse 162, Horgen. – Spiele der Qualifikation Montag ab circa 8 Uhr, Spiele des Main Draw ab Dienstag, 12 Uhr. Eintritt 10 Franken, Restauration vor Ort.

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