Horgen

«Horgen den 30. Titel schenken»

Als Spieler nahm Lukasz Kieloch an Olympischen Spielen teil und wurde in drei verschiedenen Ländern Meister. Seit dieser Saison trainiert der gebürtige Pole die NLA-Herren des SC Horgen, mit welchen er endlich den 30. Titel holen möchte.

Aus dem Wasser an den Beckenrand: Seit dem vergangenen Jahr gibt der ehemalige Spitzenspieler Lukasz Kieloch beim SC Horgen als Trainer die Richtung vor.

Aus dem Wasser an den Beckenrand: Seit dem vergangenen Jahr gibt der ehemalige Spitzenspieler Lukasz Kieloch beim SC Horgen als Trainer die Richtung vor. Bild: André Springer

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Was können Sie besser als Ihre Spieler?
Lukasz Kieloch: Ich denke, dass ich das Wasserball noch besser verstehe als meine Spieler. Zudem kann ich in hektischen Si­tua­tio­nen besser Ruhe bewahren – und hoffentlich auch verbreiten.

Was können Ihre Spieler ­besser als Sie?
Züri-Deutsch sprechen. (lacht) Und mittlerweile können sie sicher auch schneller schwimmen. Seit ich vor vier Jahren meine Aktiv­karriere beendet habe, war ich nur noch selten im Wasser.

Ihr grösster Erfolg?
Mein Leben, speziell meine Fami­lie; meine Frau Daria ist ­meine Jugendliebe, und un­sere Kinder, der zehnjährige Oskar und die siebenjährige Nela, sind beide sportbegeistert. Zudem werte ich es als Erfolg, dass ich den Schritt vom Halb­profi in einer Randsportart ins Berufs­leben geschafft habe.

Ihr grösster Erfolg im Sport?
2005 kamen wir mit Deutschland (Kieloch war von 1992 bis 2003 polnischer Nationalspieler, ehe er ab dem Jahr 2004 für Deutschland spielte, Red.) im ­Final der Weltliga in Belgrad auf den 3. Platz. Das war rein resultatmässig mein grösster Erfolg im Sport.

Wann werden Sie nervös?
Nervös bin ich primär vor Spielen, in welchen wir als Favoriten ins Wasser steigen. In einer solchen Partie kann man eigentlich nur verlieren – das macht mich nervöser als Duelle mit den Top-Mannschaften.

Was macht Sie sprachlos?
Wenn die Jungs im Wasser so ziem­lich genau das Gegenteil von dem machen, was wir eigentlich abgemacht haben.

Ihr Lieblingsdialekt?
Züri-Deutsch.

Wie lange brauchen Sie ­morgens vor dem Spiegel?
Kurz, höchstens drei Minuten.

Was kochen Sie am liebsten?
Ich kann nicht so gut kochen, am besten bin ich diesbezüglich, wenn ich am Grill stehe.

Welches Getränk empfehlen Sie dazu?
Meistens gril­liere ich am Abend – und in dieser entspannten Atmosphäre gönne ich mir gerne ein Bier.

Wen laden Sie dazu ein?
Meine Frau, meine Kinder – ab und zu auch Bekannte oder gute Freunde.

Ihr erster Berufswunsch?
Ich wollte immer schon Turn- und Sportlehrer werden. ­Diese Ausbildung habe ich dann in Polen im Anschluss an das Gymnasium auch abgeschlossen. Aller­dings habe ich nie in einer Schule unterrichtet.

Was machen Sie beruflich?
Ich bin dem Sport treu geblieben und bin Betriebsleiter im Activ-Fitness-Studio in Stäfa.

Bleibt noch Zeit für Hobbys?
Ich bin in der glücklichen Si­tua­tion, dass mir alles, was ich ­mache, auch Spass bereitet: Die Arbeit im Fitnesscenter gefällt mir sehr gut, Wasserball ist ­meine ganz ­grosse Leidenschaft und mit meiner Fami­lie bin ich gerne unterwegs – oft mit unserem Wohnmobil. ­Zudem fahre ich gerne Velo.

Ihr Lieblingsfilm?
Ich schaue wenig fern und wenn, dann Sport oder die Nachrichten.

Ihr Lieblingsbuch?
Ich lese momentan aus Zeit­gründen ausschliesslich Bücher, die sich mit der Trainingslehre beschäftigen.

Ihr Lebensmotto?
Mit viel Geduld, Arbeit und ­ Fleiss kann man sich jeden Traum erfüllen. Mir ist das mit der Teil­nahme mit der deutschen Natio­nalmannschaft an den Olym­pischen Spielen 2004 in Athen gelungen.

Welches Thema beschäftigt Sie aktuell am meisten?
Mit meiner Frau, die die Activ-Fitness-Filiale in Wädens­wil leitet, spreche ich oft über geschäftliche Dinge. Das zieht sich wie ein roter Faden durch unser Leben.

Welchen sportlichen Gross­anlass haben Sie als ersten ­bewusst wahrgenommen?
Die Olympischen Sommer­spiele 1984 von Los Angeles. Doch ­weil Polen eines der Länder war, ­das diesen Anlass boykottierte, blieben uns nur die Berichte aus der Zeitung. So sind mir denn auch die Sommerspiele von Seoul 1988 deutlich besser in Erinnerung geblie­ben.

Wie sind Sie zum Wasserball gekommen?
Durch meinen Vater, der selber ein erfolgreicher Wasserballer war und der als Torhüter fünf­mal mit Polen an den Europameis­terschaften teilgenommen hat. ­ Er hat mich schon früh ins Training und an die Spiele mitgenommen. So blieb mir nichts ande­res ­übrig, als selber auch Wasser­baller zu werden. (lacht)

War­um sind Sie Trainer geworden?
Ich war sowohl in Polen als auch ­ in Deutschland und in der Schweiz immer auch Jugend­trainer. Nach meinem Karriere­ende habe ich dann die Ausbildung zum Schiedsrichter gemacht und auch drei Jahre lange Spiele gepfiffen, bis dann im letzten Sommer die Anfrage von Horgen kam.

Haben Sie den Entscheid jemals bereut?
Nein, noch nicht. (schmunzelt)

Welches war Ihr schönster ­Moment im Sport?
Das war ganz klar der Einmarsch an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Athen. Wenn man vor 74 000 Zuschauern ins Sta­dion einlaufen darf, dann vergisst man das nie mehr.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
(überlegt lange) Dass ich als ­Spieler dem SC Hor­gen nicht zum 30. Meistertitel verhelfen konnte. 2007 holten wir noch den 29. Titel, und ich sagte, dass ich erst aufhöre, wenn auch der 30. Tatsache ist. In vier Anläufen haben wir das dann nicht mehr geschafft. Ich hoffe, dass ich Horgen als Trainer mit diesem Jubiläumstitel beschen­ken kann.

Wie vertreiben Sie sich ­ die Zeit auf der Heimfahrt von einem Auswärtsspiel?
Da man die Bilder noch präsent hat, macht es Sinn, das Spiel so schnell als möglich zu analysieren. Zudem suche ich das Gespräch mit einzelnen Spielern.

War­um gewinnt Ihr Team morgen Samstag gegen das zweitplatzierte Kreuzlingen und übermorgen Sonntag gegen Leader Lugano?
Weil beide Teams in unserer Reich­weite liegen und weil unsere Formkurve nach oben zeigt: Die ersten Duelle mit diesen Mannschaften haben wir jeweils verloren, dann gab es ein Unentschieden und einen Sieg. Die logische Folge daraus sind zwei Siege. (zsz.ch)

Erstellt: 12.06.2015, 16:25 Uhr

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