Mountainbike

«Ganz umsatteln werde ich eher nicht»

Mit dem Weltcup an Pfingsten in Albstadt wird die Saison von Lars Forster so richtig lanciert. Für den 24-Jährigen aus Neuhaus sind die Höhepunkte die EM im August in Glasgow und einen Monat später die WM in Lenzerheide.

Im Bündnerland fühlt sich Lars Forster wohl. Anfang September kommt es mit der WM in Lenzerheide zum Saisonhöhepunkt.

Im Bündnerland fühlt sich Lars Forster wohl. Anfang September kommt es mit der WM in Lenzerheide zum Saisonhöhepunkt. Bild: Keystone

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Zur Knieverletzung nach Ihrem Sturz an den Olympischen ­Spielen 2016 in Rio gesellte sich wegen einer Startkollision beim ersten Weltcup-Rennen 2017 ein gebrochener Handwurzelknochen. Wie liest sich Ihr ­medizinisches Bulletin 2018?
Lars Forster: Das ist glücklicherweise leer. Diesen Winter lief alles­ optimal. An der Radquer-SM konnte ich mir schon im Januar den ersten Titel sichern.

Auch auf den breiten Reifen lief es Ihnen schon früh rund.
Ich konnte die Form aus der Quersaison mitnehmen. Der Gesamt­sieg am Cyprus Sunshine Cup war natürlich schön.

Beim Weltcupauftakt in ­Südafrika lief es dann aber im März nicht optimal.
Den Start hatte ich etwas verpatzt, kam dann aber gut nach vorne und lag auf Platz 10. In den letzten beiden Runden ist es normal, dass man durchbeissen muss. Bei mir ging aber gar nichts mehr; die Beine blockierten und ich wurde bis Platz 24 durchgereicht.

Haben Sie daraus Konsequenzen gezogen?
Ich habe dieses Rennen abgehakt und die geplante Pause eingelegt. In den weiteren Vorbereitungsrennen lief es mir danach gut.

Nur im vierten Rennen, dem Swiss Cup vor zehn Tagen in ­Solothurn, verpassten Sie als Vierter das Podest. Sie sind also gerüstet für den Weltcup an Pfingsten im deutschen ­Albstadt?
Ich konnte mit Nino Schurter mithalten, das ist sicher positiv. Ein Fahrfehler warf mich dann zurück. Der Weltcup ist dann aber ein anderes paar Schuhe. Da muss ich sicher noch einen drauf setzen.

«An der EM gibt es eine Medaille mehr zu holen.»
Lars Forster

An Albstadt haben Sie gute Erinnerungen. Das Rennen im Vorjahr mussten sie verletzt auslassen; 2016 gelang Ihnen auf der Schwäbischen Alb als Fünfter aber Ihr Bestresultat im Weltcup, das Sie beim Weltcupfinal 2017 in Val di Sole egalisierten.
Die Strecke in Albstadt gefällt mir eigentlich nicht. Sie ist extrem hart, es geht steil hoch und wieder runter. Nur wer in Form ist, kann schnell sein.

Wegen Ihres Verletzungspechs fielen Sie in der für die Startplätze relevanten Weltrangliste vor einem Jahr aus den Top 100. War das mental hart?
Ich habe immer gewusst, dass ich wieder nach vorne fahren kann, was mir in Val di Sole perfekt gelang­. Inzwischen bin ich wieder in den Top 20 und habe in den nächsten zwei Monaten keine Punkte zu verteidigen. Es hat alles­ auch seine positiven Seiten.

Im August erwartet Sie ein ge­dräng­tes Programm. Fünf Tage nach der EM in Glasgow steht der Weltcup in Kanada an. Da müssen Sie Prioritäten setzen.
Reisestress sind wir uns gewohnt. Letztes Jahr sind wir auch ganz kurzfristig zur WM nach Australien angereist. Mein Fokus liegt klar auf der EM. Das mediale Interesse ist gross, es gibt gute Weltranglistenpunkte, und Nino Schur­ter fährt nicht. So gibt es quasi eine Medaille mehr zu holen­. (schmunzelt)

Der Saisonhöhpunkt dürfte aber die WM in Lenzerheide Anfang September sein.
Ja klar. Es ist eine Extramotivation, vor den eigenen Fans fahren zu können.

Das BMC-Strassenteam muss für nächste Saison einen neuen Hauptsponsor suchen. Wie präsentiert sich die Situation beim BMC MTB Racing Team?
Bei uns geht es weiter. Ich habe noch einen Vertrag bis 2020.

Sie haben im Radquer und auf dem Bike Erfolge gefeiert. Reizt Sie ein Wechsel auf die Strasse?
Ganz umsatteln werde ich eher nicht. Als U-17-Schweizer-Meister auf der Strasse qualifizierte ich mich zwar für die Jugend-Olympiade, was sehr toll war. Und im Trainingslager mit dem Team habe ich im letzten Jahr in Südfrankreich sogar ein Strassen­rennen gewonnen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.05.2018, 10:50 Uhr

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