Duathlon

Die Lust am Leisten

Fabian Zehnder aus Wädenswil ist der Schweizer Duathlet des Jahres 2018. Der starke Läufer hat auch an den Einheiten auf dem Rad Gefallen gefunden.

Der Wechsel vom Laufen aufs Rad fiel Fabian Zehnder leicht, das Schwimmen lässt er wettkampfmässig bleiben.

Der Wechsel vom Laufen aufs Rad fiel Fabian Zehnder leicht, das Schwimmen lässt er wettkampfmässig bleiben. Bild: PD

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Doch, doch, schwimmen könne er schon und das gar nicht mal so schlecht, meint Fabian Zehnder. Und dennoch konzentriert sich der Wädenswiler auf den Duathlon mit den Sparten Laufen und Velofahren. «Der Triathlon hat seine Faszination, unbestritten. Es geht dort auch um mehr Geld und Prestige. Für mich wäre der Aufwand aber zu gross», sagt der bald 32-jährige Primarlehrer, der zum Schweizer Duathleten des Jahres 2018 gekürt wurde.

An der Mitteldistanz-EM im dänischen Vejle hatte Zehnder im Mai lange mit einer Medaille liebäugeln können. Auf den zweiten zehn Laufkilometern, dazwischen galt es 60 km auf dem Velo zu absolvieren, lief er als bester Schweizer auf Position 3. Dann wurde er vom in Basel wohnhaften Deutschen Felix Köhler noch überholt. Der Wädenswiler zog dennoch ein positives Fazit: «Ich konnte auf dem Velo nicht nur mithalten, sondern das Rennen an der Spitze mitbestimmen.»

Zehnder wurde zum Schweizer Duathleten des Jahres 2018 gekürt.

Aufgabe an der WM

Gleiches gelang ihm vier Monate später an der Langdistanz-WM im Rahmen des Powerman Zofingen. Im Aargauer Duathlon-Mekka galt es im Sattel sogar 150 km zu absolvieren. Gut die Hälfte davon führte Zehnder das Feld solo an. «Es lief mir wirklich gut, bis ich wegen Rückenproblemen aufgeben musste.» Dennoch war 2018, in dessen Vorbereitung er beruflich etwas reduziert hatte, sportlich sein bisher erfolgreichstes Jahr. Am Rheintal-Duathlon schlug er etwa erstmals den dominanten Felix Köhler.

Zum Duathlon gekommen war Fabian Zehnder auf Umwegen. Zuerst kickte er nämlich wie sein Bruder im FC Wädenswil. Als Teenager kam der Laufsport hinzu. 2003 startete er am Greifenseelauf. Mit 16 bestritt er in Zürich seinen ersten Marathon, mit 18 erstmals den Hunderter in Biel. «Ich ging eigentlich den verkehrten Weg, wollte früh möglichst weit laufen», blickt der 31-Jährige zurück. Gefallen hat ihm die coole Atmosphäre und dass die Leistungen mess- und vergleichbar sind. Auf Teamerlebnisse muss Zehnder auch als Einzelsportler nicht verzichten, bestreitet er doch gerne Staffelwettbewerbe – auch aussergewöhnliche, etwa mit Kanuteilstücken.

Heimat in der TG Hütten

Um den Laufsport gezielter betreiben zu können, schloss sich der Wädenswiler der TG Hütten an, wo er inzwischen seit 13 Jahren unter Urs Ritter trainiert. «Mit Urs mache ich eine Jahresplanung. Er macht mir Vorschläge, ich muss dann aber selbst spüren, ob es für mich passt. Man muss nicht meinen, alle Punkte auf seinem Plan abhaken zu müssen.» In der Trainigsgemeinschaft mit Läufern und Triathleten fand Läufer Zehnder Gefallen an den längeren Ausfahrten mit den Rennvelos. «Es hat mir richtig den Ärmel reingenommen.» In der TG Hütten fühlt er sich wohl. «Das gemeinsame Samstagstraining ist ein Fixpunkt für mich.» Zwischen 10 und 16 Stunden beträgt sein wöchentliches Trainingspensum, das er zum Teil mit Profi-Triathlet Ruedi Wild aus Samstagern absolviert. «Ich bin wegen meines Berufs zeitlich nicht so flexibel wie Ruedi. Dafür muss ich mein Geld nicht mit dem Sport verdienen.» Auf diesen Stressfaktor könne er gut verzichten, sagt Zehnder und lacht.

«Ich ging eigentlich den verkehrten Weg, wollte früh möglichst weit laufen.»

Unterstützung erhält der Kaderathlet von Materialsponsoren. Auch Trainingslager, in welchen er das Trainingsvolumen auf 30 Stunden anhebt, muss der Primarlehrer nach dem Stundenplan richten. In den Skiferien etwa weilte er mit einer Gruppe aus der TG Hütten auf Gran Canaria. «Die Bedingungen waren bei 20 bis 25 Grad ideal», schwärmt Zehnder. In den Frühlingsferien folgt in Meran in Südtirol der nächste Block, welcher der unmittelbaren Vorbereitung der Mitteldistanz-EM am 12. Mai in Viborg dienen soll. «In Dänemark eine Medaille zu gewinnen, wäre schön.» Sein grosses Saisonziel stellt die Langdistanz-WM am 8. September in Zofingen dar. «Dort habe ich nach der Aufgabe im letzten Jahr noch eine Rechnung offen.»

Erste Standortbestimmung

Doch der Duathlet absolviert eine breite Palette von Wettkämpfen. Am kommenden Wochenende startet er an der 10-km-Schweizer-Meisterschaft in Uster. «Das ist für mich eine erste Standortbestimmung, gegen die reinen Läufer wird es aber hart», erklärt Zehnder. Der erste Duathlon steht Mitte April im deutschen Alsdorf an.

Pausiert wird erst im Oktober. «In den Herbstferien verreise ich mit meiner Freundin – aber ohne Velo», verrät Fabian Zehnder. Sport werde in seinem Leben aber immer eine wichtige Rolle spielen. Den kollegialen Umgang in der Duathlon-Szene zieht er den Grätschen auf dem Fussballplatz vor. «Aber vielleicht kicke ich dann als Veteran wieder», lässt er sich ein Hintertürchen offen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.03.2019, 08:38 Uhr

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