Handball

Der letzte Auftritt der Lakers

Die Stäfner verlieren auch das dritte Spiel im NLB-Playoff-Final gegen Endingen. Dank dem 28:25-Heimsieg steigen die Aargauer in die Nationalliga A auf.

In seinem Abschiedsspiel war Olafur Olafsson Stäfas bester Werfer. Der Isländer erzielte neun Treffer.

In seinem Abschiedsspiel war Olafur Olafsson Stäfas bester Werfer. Der Isländer erzielte neun Treffer. Bild: Alexander Wagner

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Es war der klar beste Auftritt der Lakers in dieser Best-of-5-Serie. Vor allem in der Defensive steigerten sich die Stäfner im Vergleich zum Dienstag gewaltig. In der Startviertelstunde gestanden sie dem offensiv besten Team der Liga bloss sechs Tore zu. Die Kreise von Kreisläufer Leonard Pejkovic schränkten die Gäste massiv ein. Einzig Christian Riechsteiner bekamen sie nie in Griff. Er erzielte neun Treffer. «Wir haben viel verschossen», nannte der TVE-Spielmacher als Grund dafür, dass Endingen lange Mühe bekundete. Die Gefahr, die Serie wie vor Jahresfrist gegen GC Amicitia nach einer 2:0-Führung noch aus der Hand zu geben, habe aber nie bestanden. «Damals gab es zwischen den Spielen lange Pausen, in denen wir ins Grübeln kamen. Jetzt ging alles Schlag auf Schlag, das war viel einfacher.»

Trainer Zoltan Majeri sah sich in der 16. Minute dennoch zu einem Time-out gezwungen. Stäfa führte 9:6. Dann verpasste es Francesco Ardielli, die Differenz auf vier Tore auszubauen. Der U-21-Nationalspieler warf einen Gegenstoss daneben. Der Flügelspieler war aber beileibe nicht der einzige, der sündigte. Ganze sieben kapitale Chancen, darunter drei Penaltys, vermochten die Stäfner in der ersten Halbzeit nicht zu nutzen.

Eine Gala zum Abschied

Trotzdem lag Endingen zur Pause bloss 14:13 vorne, setzte sich danach aber gleich auf 19:15 ab. Die Vorentscheidung war es noch nicht. Kämpften sich die Gelbschwarzen doch nochmals auf ein Tor heran. Besonders hervor tat sich dabei als neunfacher Torschütze Olafur Olafsson. Der Isländer sorgte in seinem letzten Spiel für die Lakers mit sehenswerten Schlenzwürfen für Sonderapplaus. «Vor einer solchen Kulisse bin ich immer speziell motiviert», sagte der Linkshänder, dessen Auftritt in der ersten Halbzeit der wohl beste seiner Zeit in Stäfa war.

«Vor einer solchen Kulisse
bin ich immer speziell 
motiviert.»

Olafur Olafsson?
Rechter Rückraumspieler 
der Lakers Stäfa

Als bei ihm die Kräfte schwanden und Christophoros Nungovitch, der sich 20 Paraden notieren liess, immer besser ins Spiel fand, setzte sich Endingen acht Minuten vor Schluss erneut auf vier Längen ab. Wenig später floss der Champagner in Strömen, der sofortige Wiederaufstieg der Surbtaler war Tatsache.

Stäfa vor Neuanfang

Die Enttäuschung hielt sich bei den Stäfnern in Grenzen. «Die Finalspiele waren ein schöner Abschluss dieser Saison», meinte der verletzte Philipp Seitle. Was gewesen sei, gälte es nun abzuhaken. Beim Seeklub kommt es unter dem Deutschen zu einem Neuanfang.

So wie sich der TV Endingen aus der Nationalliga B verabschiedet, wird auch der Name der Lakers aus der zweithöchsten Liga des Landes verschwinden. Aber nicht weil sich die Stäfner zurückziehen. Vielmehr werden sämtliche Teams des Klubs von der Goldküste in der nächsten Saison unter der Bezeichnung «Handball Stäfa» antreten.

Erstellt: 19.05.2019, 22:17 Uhr

Kommentar

Es ist gut, wie es ist

Die Stäfner können froh sein, haben sie gegen den TV Endingen im NLB-Playoff-Final den Kürzeren gezogen. Ein Aufstieg in die Nationalliga A wäre für den Seeklub nämlich zu früh gekommen. Schon mit dem aktuellen Kader hätten die Gelbschwarzen im Oberhaus einen schweren Stand gehabt, im Rückraum fehlte ein Shooter und zwischen den Pfosten ein konstant sicherer Wert. Nun steht ihnen gar noch ein Aderlass bevor.

Mit Ramon Schlumpf wechselt ein flinker Kämpfer und engagierter Verteidiger zu Kriens-Luzern. Im rechten Rückraum gilt es Ersatz für den Isländer Olafur Olafsson zu finden. Wann – und ob überhaupt – Philipp Seitle wieder auf den Platz zurückkehrt, ist offen. Zudem betritt der Deutsche als (Spieler-)Trainer Neuland. Positiv stimmt: Als Individualcoach verrichtete der 33-Jährige in den vergangenen Wochen einen sehr guten Job.

Stäfa verfügt durchaus über Junioren mit Perspektiven. In naher Zukunft sind allerdings nur Flügelspieler bereit für den Sprung ins Fanionteam. Für sie wäre der Schritt in die Nationalliga A viel zu gross.

Deshalb ist es gut, wie es ist. Die Finalspiele vor toller Kulisse waren für Stäfa ein schöner Abschluss einer starken Saison.Endingen verfügt über gestandenes Personal, mit einem herausragenden Kreisläufer Leonard Pejkovic. Die Surbtaler dominierten die Lakers in drei der sechs Halbzeiten der drei finalen Begegnungen. Viel mehr als Nadelstiche vermochten die Stäfner nicht zu setzen. Ob Endingen den direkten Wiederabstieg in einem Jahr zu verhindern weiss, steht hingegen auf einem anderen Blatt.

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