Uetikon am See

«Der WM-Titel war nicht reserviert»

U-23-Weltmeisterin Sina Frei über ihren Triumph in Kanada, ihre Parallelen zu Jolanda Neff und ihre nächsten grossen Ziele.

Sina Frei geniesst im kanadischen Mount Sainte Anne das Siegerbad in der Menge.

Sina Frei geniesst im kanadischen Mount Sainte Anne das Siegerbad in der Menge. Bild: Ego-Promotion/Swiss Cycling

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Die 22-jährige Sina Frei aus Uetikon am See gewann an den Mountainbike-Weltmeisterschaften in Mount Sainte Anne, Kanada, im U-23-Rennen der Frauen die Goldmedaille, ihre zweite nach 2017. Entsprechend glücklich und erleichtert zeigte sie sich nach dem Triumph.

Welcher der beiden WM-Titel war für Sie der schönere? Sina Frei: Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Beide Titel habe ich weit weg von zu Hause geholt. Der erste in Australien, nun dieser in Kanada. Anders war sicher, dass dieses Mal mehr Leute aus meiner Heimat anwesend waren. Aber beide Titel waren auf ihre Art schön. Nun bin ich einfach überglücklich, dass ich wieder Gold holen konnte.

Wie erlebten Sie die Zeit in Kanada und vor allem das Rennen? In Kanada ist alles etwas anders. Zum Biken ist es mega lässig. Die Strecke ist die schwierigste im Weltcupzirkus. Fast nichts ist verbaut, es hat viele natürliche Elemente, steile Aufstiege, technisch schwierige Abfahrten mit vielen Steinen. Kanada ist für das Biken super. Das Rennen war sehr hart, ich war am Anfang nervös, weil ich Druck verspürte. Den habe ich mir aber auch selber auferlegt. Es war mein Ziel, den WM-Titel zu gewinnen. Aber reserviert war er nicht für irgendjemanden. Man muss am Tag X seine beste Leistung abrufen, das ist nicht selbstverständlich. Die vielen Leute am Streckenrand waren sehr motivierend, es machte grossen Spass. Ich musste am Anfang Geduld haben, um im richtigen Moment in der richtigen Position zu sein. Ab Runde 3 konnte ich meinen Vorsprung vergrössern und kam mit einer halben Minute Vorsprung ins Ziel.

Wie geht es weiter? Schon dieses Wochenende findet in Snowshoe in den USA das letzte Weltcuprennen statt. Am 10. September fliege ich zurück in die Schweiz.

"Im Rennen sind wir Konkurrentinnen"Mountainbike U23-Weltmeisterin Sina Frei

Wie gross sind die Parallelen zu Jolanda Neff? Wir sind beide Schweizerinnen, auch sie war als Juniorin und bei den U-23 sehr erfolgreich. Im Rennen sind wir Konkurrentinnen, ansonsten profitieren wir in gemeinsamen Trainingslagern der Nationalmannschaft viel voneinander. Das ist sicher ein Pluspunkt. Wir können uns im Training gegenseitig helfen, im Rennen ist man aber auf sich allein gestellt.

2019 ist Ihr letztes Jahr bei den U-23. Ist der WM-Titel in der Elite das Fernziel? Natürlich ist es das grosse Ziel, in den nächsten Jahren Medaillen oder WM-Titel in der Elite zu gewinnen.

Was sind Ihre Ambitionen für die Olympischen Spiele 2020? Erst muss ich mich einmal qualifizieren. Derzeit sieht es nicht schlecht aus, aber die Qualifikation ist noch nicht abgeschlossen. Aber sicher ist es das grosse Ziel, in Japan an den Start gehen zu können.

Erstellt: 04.09.2019, 22:00 Uhr

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