Ski Nordisch

Den klassischen Beweis erbringen

Langlauf-Sprinterin Laurien van der Graaff (TG Hütten) geht zum zweiten Mal mit guten Hoffnungen in Olympische Spiele. In Sotschi verpasste sie ihr Einzelziel.

Mit neuem Selbstbewusstsein nach zwei Weltcup-Siegen: Laurien van der Graaff von der TG Hütten.

Mit neuem Selbstbewusstsein nach zwei Weltcup-Siegen: Laurien van der Graaff von der TG Hütten. Bild: Keystone

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Wer so zuversichtlich ist, wie es Laurien van der Graaff vor vier Jahren in Sotschi war, der kann auch so enttäuscht werden, wie sie es wurde: Die Langläuferin aus Davos, die für die TG Hütten startet, hatte mit Medaillen geliebäugelt. Doch sie scheiterte bereits im Sprint-Viertelfinal, der im freien Stil gelaufen wurde. Sie war – in der Öffentlichkeit – den Tränen nahe, sie konnte sie später nicht mehr zurückhalten.

2018 in Pyeongchang ist vieles anders. In Korea wird im andern Stil gelaufen, die 30-Jährige will quasi den klassischen Beweis erbringen. Im Vorfeld der Spiele erlief sie in der freien Technik in Lenzerheide (30. Dezember) und in Seefeld (27. Januar) Weltcupsiege. Die gaben ihr vor allem mental viel mit. «Ich habe in beiden Stilen Fortschritte erzielt», sagte sie im House of Switzerland.

Bereit für den grossen Sprung

Die «Top Ten» visiert sie an und sagt: «Ich hoffe, dass ich im Rennen meine Gefühle und Freiheiten ausleben kann. Bisher habe ich mich in diesem Stil noch zurückgehalten.» In kleinen Schritten sei sie vorwärts gegangen, jetzt soll ihr an einem grossen Rennen auch noch der grosse Sprung gelingen. In Planica stiess sie, noch «gebremst», immerhin in einen klassischen Halbfinal vor. Im Finish wolle sie sich nun nicht mehr zurückhalten.

«Bisher habe ich mich in diesem Stil noch zurückgehalten.»
Laurien van der Graaff

«Gute Sportler», sagte sie, «haben eine Aura». In ihrer Entwicklung ist sie vor allem dank der letzten Erfolge so weit gekommen, dass sie eben diese Aura im Wettkampf spürt. Viel Negatives liegt hinter ihr, obwohl sie schon länger bereit scheint für mehr. Vor zwei Jahren waren es die vielen Stürze, dann an der WM in Lahti die Disqualifikation, die heute so nicht mehr geschehen würde. «Ich habe lange ‹gebissen›, jetzt habe ich den Eindruck, dass mir schon alles zugestossen ist.»

Gut «steigen» ist wichtig

Seit knapp einer Woche ist das Schweizer Langlaufteam vor Ort, die Bedingungen sind laut Teamchef Hippolyt Kempf optimal. Van der Graaff hat keine Mühe mit der Kälte, wie so manche Athleten. Die Kälte scheint vor allem bei den Funktionären ein Thema zu sein. «Meine Finger und Füsse reklamieren ein bisschen. Das Schlimmste aber ist, wenn man vom Appartement zum Essen geht – da ist man drei Minuten draussen.»

Die Sprintstrecke beinhaltet zwei Steigungen, «die zweite ist entscheidend», und eine «rasante» Abfahrt. «Es ist wichtig, dass man gut steigen kann», sagt van der Graaff. Mindestens so wichtig dabei ist aber auch das neue Selbstbewusstsein – an ihren zu «99 Prozent letzten Spielen». Wie das Simon Ammann vor vier Jahren sagte. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.02.2018, 14:07 Uhr

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