Volleyball

Das Sommermärchen

Mit den Partien der EM-Qualifikation bestreitet Joel Maag seine ersten Ernstkämpfe im Nationalteam. Der Mitteangreifer ist DIE Entdeckung der Saison im Nationalliga-A-Verein Jona.

Zwei-Meter-Mann Joel Maag hat in der vergangenen Saison im Joner NLA-Team einen grossen (Leistungs-)Sprung gemacht.

Zwei-Meter-Mann Joel Maag hat in der vergangenen Saison im Joner NLA-Team einen grossen (Leistungs-)Sprung gemacht. Bild: Manuela Matt

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Und plötzlich war sie da, die Einladung für Trainings mit dem Nationalteam. Joel Maag hatte nicht damit gerechnet. «Mir war schon klar, dass ich einer der besten Mitteangreifer bin», sagt der 20-Jährige von Volleyball Jona. Aber die abgelaufene Saison war seine erste in der Nationalliga A mit viel Einsatzzeit.

Trotzdem gehört Maag zur Schweizer Auswahl, die ab 15. August die EM-Qualifikation bestreitet.«Ich bin überrascht von Joel», erklärt Nationaltrainer Mario Motta, warum er den jüngsten Kaderspieler auch ins EM-Aufgebot berufen hat. «Bei unseren Vertikalmessungen war er einer der Besten. Er greift sehr hoch an und schlägt gut auf. Verbessert er noch sein Blockspiel, kann er internationales Niveau erreichen.» Und er sei sicher, dass sich Maag noch verbessern werde, ergänzt Motta: «Weil ich jeden Tag sehe, dass er die richtige Einstellung dafür mitbringt».

Ein Leben wie ein Profi

Der Aufstieg des Zwei-Meter-Mannes aus Riedikon bei Uster verläuft also weiter rasant. Erst vor 28 Monaten debütierte Joel Maag in der NLA. Das Rüstzeug für ganz oben eignete er sich bei Volley Uster an sowie im Regionalen Leistungszentrum in Rapperswil-Jona unter Urs Winteler, der ihn später in Jonas Fanionteam beförderte. Den Sprung in die Elite-Nationalmannschaft hätte Maag aber «erst in zwei, drei Jahren erwartet», wie er zugibt.

Zwar habe er schon vor zwei Jahren eine Woche mit dem Nationalteam trainiert, erinnert sich Maag. Aber das war noch unter Nationaltrainer Dario Bettello. Dieser sichtete damals den Nachwuchs, nachdem die Schweizer Junioren-Auswahl nach der verpassten Qualifikation für die EM-Endrunde aufgelöst worden war. Nun folgten die ersten richtigen Aufgebote: Für Trainings im Frühsommer, für die EM-Vorbereitung und nun für die vier Partien gegen die Ukraine, Ungarn und Mazedonien, die auf 15., 19., 22 und 25. August angesetzt sind.

Trainineren und lernen

Er sei stolz, zum Nationalteam zu gehören, erklärt Joel Maag. «Weil ich noch jung bin. Mir kam aber zugute, dass einige starke Schweizer Mittespieler aufgehört haben.» Und auch wenn der Newcomer in den EM-Partien nur zu wenigen Einsatzminuten käme, wäre es die Mühen Wert gewesen. «Ich habe das Gefühl, dass ich mich in den Trainings verbessern konnte.» In Wochen mit zwei Übungseinheiten pro Tag und einem Leben wie ein Profi-Volleyballer, «aber ohne Geld», schmunzelt Maag.

Das Ganze sei anstrengend, «ich bin kaputt», erklärt Maag. Hätte er im Sommer ausgeruht, wäre nicht das Nationalteam gewesen? «Nein. Ich hätte gelernt», sagt der Sportschüler. Bald schreibt er die ersten Maturaprüfungen, in einem Jahr wird er das Gymnasium beenden. Nun übt er vor den Trainings, über Mittag, am Abend. Das nächste sportliche Ziel: In Jona und im Nationalteam Stammspieler werden. Und Berufsvolleyballer? «Das weiss ich noch nicht», sagt Maag. «Aber vielleicht hat mich das Nationalteam schon ein bisschen Richtung Volleyball geleitet.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.08.2018, 13:02 Uhr

Auch Roos im Nationalteam dabei

Mit Joel Roos steht ein zweiter Joner Volleyballer im Aufgebot für die EM-Qualifikation. Seit letztem Sommer ist der 25-Jährige aber nicht mehr am Obersee lizenziert, wo er von 2004 bis 2017 die Volleyball-Ausbildung durchlaufen hat, sondern für Ligakonkurrent Näfels aktiv. Roos hat eben die Masterarbeit an der ETH fertig gestellt. «Ich bin mit einem Startup im Gespräch aus dem Bereich Sport und Technik», verrät er, was er ab September in einem Teilzeitpensum machen will.

Zuerst kommt aber noch das EM-Abenteuer. Mit, nach dem Rücktritt von Sébastien Steigmeier, viel Einsatzzeit für den Joner auf Diagonal: «Ich teile mir die Position mit Yves Roth von Schönenwerd». Und wie steht es mit den Erfolgsaussichten der Equipe? «Wir sind sicher nicht die Favoriten», sagt Roos, der 2014 erstmals für die Schweiz aufgeboten wurde. «Aber wir können sicher um die ersten zwei Plätze mitspielen.» Für die EM-Endrunde von September 2019 in Belgien, Frankreich, Holland und Slovenien qualifizieren sich die sechs Gruppensieger und die besten fünf Zweiplatzierten.skl

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