Kilchberg

Aus der Not eine starke Tugend gemacht

Der Kilchberger Michael Ott gehört zu den Top 10 der Schweizer Langstreckenläufer. Wegen einer Knieverletzung kam er zum Duathlon. Nun will er am Powerman in Zofingen aufs Podest.

Die Grenzen noch nicht ausgereizt: Michael Ott will am Powerman Zofingen um die Podestplätze mitmischen.

Die Grenzen noch nicht ausgereizt: Michael Ott will am Powerman Zofingen um die Podestplätze mitmischen. Bild: PD

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Sport hat im Leben von Michael Ott stets eine wichtige Rolle gespielt. Bereits als Sechsjähriger trat er dem Turnverein Kilchberg bei. «Ich hatte schon immer Freude an Bewegung», blickt Ott zurück. Doch als Leistungssportler ist der Kilchberger ein Spätzünder. Der Wechsel zum TV Unterstrass 2006 war ein Schritt zur Professionalität. Sein Potenzial wurde erkannt, dank gezieltem Training und Coaching kamen die Erfolge und der Hunger auf mehr. Als er 2013 Schweizer Meister im Marathon wurde und mit 2:16:53 Stunden die WM-Limite schaffte, war er bereits 31-jährig.

Es folgten die Teilnahmen an den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau und an der EM 2014 in Zürich. Diese Ereignisse gehören zu den Highlights in Otts bisheriger Karriere. Und weitere sollen folgen. Denn seit diesem Jahr mischt der gelernte Schreiner die Schweizer Duathlonszene so richtig auf. Zum Auftakt der Swiss Duathlon Series 2019 siegte er in Wallisellen, kurz darauf folgte ein 2. Rang am Gürbetal-Duathlon. Im Mai wurde er Schweizer Meister im Intervall-Duathlon (4 km Laufen, 16 km Radfahren, 4 km Laufen, 16 km Radfahren, 4 km Laufen).

Eine Entdeckung

Ott ist im Duathlon richtiggehend durchgestartet, und dies gleich in seiner ersten Saison. «So viele Erfolge durften nicht erwartet werden», sagt der 37-Jährige bescheiden. Duathlon habe ihn schon immer gereizt, weil er das Radtraining stets als ideale Ergänzung zum Laufsport betrachtete. Auch mit Triathlon hat es Ott in früheren Jahren schon versucht, «allerdings mehr zum Plausch, weil ich ein schlechter Schwimmer bin». Dennoch nahm er schon am Ironman Zürich und am Gigathlon teil.

Auslöser für den – zumindest vorläufigen – Wechsel zum Duathlon war eine Knieverletzung. Eine Operation 2018 hatte eine langwierige Reha zur Folge. Weil viel Lauftraining nicht möglich war, forcierte er das Radtraining. Dies sollte sich auszahlen. Schnell kamen die Resultate – und damit auch der Ehrgeiz.

Noch nicht am Optimum

Andere Leistungssportler sind mit 37 Jahren längst zurückgetreten oder haben den Zenit überschritten. Für Ott «sind die Grenzen noch nicht ausgereizt». Er könne sich noch immer steigern, ist er überzeugt. «Ich bin noch nicht am Optimum.» Woher er die Motivation nimmt? «Es ist der Antrieb, noch mehr herauszuholen und neue Bestzeiten zu erzielen.»

Otts nächster Wettkampf ist an diesem Sonntag der Powerman Zofingen, der bedeutendste Duathlon der Schweiz. Das Ziel ist ein Podestplatz, «obwohl es manchmal schwierig ist, sich ein Rangziel zu setzen», ist sich Ott bewusst. Weil es sich um das einzige Langstreckenrennen in der Schweiz handelt (10 km Laufen, 150 km Radfahren, 30 km Laufen), fehlen die Anhaltspunkte und die Vergleiche. Er wolle einfach seine Bestleistung abrufen.

Otts Hunger nach Erfolg und Bestzeiten ist noch nicht gestillt. Er will auch so lange weitermachen, bis er seine Grenzen erreicht habe. «Ich bin extrem motiviert», sagt er. Deshalb ist er auch bereit, Opfer zu bringen. Er arbeitet seit Jahren 50 Prozent als Schreiner und muss auf einiges verzichten. «Doch das ist kein Problem. Ich habe alles, was ich brauche.»

Erstellt: 04.09.2019, 22:08 Uhr

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