Tischtennis

Auf der Suche nach dem Druck

Denis Bernhard will in Rapperswil-Jona zum Siegspieler werden – und mithelfen, die Mannschaft vom Obersee an die Spitze der Nationalliga B zu führen.

Viele Siege sind sein Ziel: Denis Bernhard, der Neue im NLB-Team des TTC Rapperswil-Jona.

Viele Siege sind sein Ziel: Denis Bernhard, der Neue im NLB-Team des TTC Rapperswil-Jona. Bild: Stefan Kleiser

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Fast sein ganzes Tischtennisleben war Denis Bernhard für den gleichen Verein lizenziert. Nun aber, nach 14 Jahren in Kloten, hat sich der 24-Jährige zu einer Veränderung entschlossen. Künftig steht der A19-Klassierte aus Rorbas für Rapperswil-Jona an der Platte. «Einmal eine Änderung, das tut auch gut», meint er. Bernhard macht den Schritt zurück von der Nationalliga A in die NLB, um ein noch besserer Tischtennisspieler zu werden.

Der Wechsel geschieht allerdings nicht nur freiwillig. Denn der TTC Kloten, in dem Denis Bernhard als Kassier amtet, hat nach dem Abstieg aus der höchsten Spielklasse kein Team für die Nationalliga B angemeldet. Im Zürcher Unterland will man sich in den nächsten Jahren auf die Nachwuchsförderung konzentrieren. «Es macht keinen Sinn, Geld in die erste Mannschaft zu investieren ohne eigene Spieler», erklärt Bernhard, selbst Jugendtrainer.

«Erwarte Siege von mir»

Der einzige Spitzenspieler, der im Club ausgebildet wurde, sah sich deshalb nach einer neuen Herausforderung um. Zwei Angebote anderer NLA-Clubs schlug er aus. «Ich habe in der Nationalliga A nie mehr als 40 Prozent meiner Spiele gewonnen. Es gab Wochenenden, da fuhren wir nach Genf und ich gewann kein Spiel. Das war mental nicht einfach. Und ich wusste, dass es nicht einfacher werden würde.»

«Mit einer Niederlage will ich nicht starten.»
Denis Bernhard

Er habe darum bewusst einen Club in der NLB gesucht. Wichtig sei ihm gewesen, in ein ambitioniertes Team zu kommen, in dem er sich wohl fühle, erklärt der ehemalige Sport-Sekundarschüler. Denis Bernhard arbeitet in einem 25-Prozent-Pensum auf der Stadtverwaltung in Kloten und studiert daneben an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Winterthur Wirtschaftsinformatik. So bleibt jeden Tag Zeit für eine Einheit Tischtennis.

Was sich mit dem Vereinswechsel in erster Linie verändere, sei seine Position im Team. «In der Nationalliga A war ich die Nummer drei. Wenn ich eines meiner Spiele gewann, war das gut», erinnert er sich. In Rapperswil-Jona ist er die Nummer eins. «Ich erwarte jetzt immer zwei oder drei Siege von mir.» Er müsse mit Druck umgehen lernen, den er viele Jahre nicht gehabt habe. «Das bringt mich vielleicht noch einen Schritt weiter.»

Noch nicht alles erreicht

Denn Denis Bernhard, der mit 15 in der NLA debütierte und drei Mal an der Jugend-EM teilnahm, hat noch nicht alle Ziele erreicht. So fehlt ihm der Gewinn einer Medaille an der Schweizer Einzel-Meisterschaft. «Und ich würde mir gerne die A20-Klassierung zurückholen.» Am Obersee will er sich das Selbstvertrauen eines Siegspielers aneignen. Seine ersten Eindrücke sind positiv. «Ich bin überzeugt, der Wechsel zu Rapperswil-Jona war die richtige Entscheidung.»

Bernhard will das Team an die Spitze der NLB zu führen. Zum Ende des Projektes «Vamos 2020» würde der Verein die Equipe gerne in die NLA aufsteigen sehen. Das wird aber nicht einfach. «Die Nationalliga B ist stark besetzt», weiss Bernhard. In der ersten Partie von morgen Samstag in La Chaux-de-Fonds trifft er mit Gaël Vendé auf einen Halbfinalisten der letzten Schweizer Einzel-Meisterschaft. Es ist die erste Prüfung: «Mit einer Niederlage will ich nicht starten». (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.08.2018, 13:31 Uhr

Starke Konkurrenz

Gefragt sind konstant gute Leistungen

Dass der A19-klassierte Denis Bernhard neu für den TTC Rapperswil-Jona an der Platte steht, ist für den Verein vom Obersee ein Glücksfall - aber keine Garantie für Platz 1 in der Meisterschaft. Denn Alex Galic, Petr Blazek und Crt Grm Urbancic, die alle schon letzte Saison für den TTCRJ aufliefen, sowie Denis Bernhard erwächst in Gruppe 2 der NLB ambitionierte Konurrenz. Neuhausen hat zwei A20-eingestufte Verstärkungen aus dem Ausland engagiert, Luzern und La Chaux-de-Fonds haben ebenfalls im Maximum klassierte Athleten im Kader. Pratteln, Bremgarten, Zürich-Affoltern und Kriens sind dagegen deutlich schwächer besetzt.

Am Ende wird darum nicht zwingend dasjenige Team vorne liegen, das die meisten direkten Begegnungen unter den Spitzenteams gewonnen hat. Sondern dasjenige, das gegen die schwächeren Gegner konstant alle vier möglichen Punkte gewonnen hat.

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