Leichtathletik

Krimiglück für Andrea Müller

Athleten vom See trumpften stark auf an den Schweizer Nachwuchsmeisterschaften in Aarau und Frauenfeld. Überraschendstes Beispiel: Andrea Müller.

Céline Schwarzentruber, Géraldine Ruckstuhl und Andrea Müller sicherten sich einen Podestplatz. (von links)

Céline Schwarzentruber, Géraldine Ruckstuhl und Andrea Müller sicherten sich einen Podestplatz. (von links) Bild: PD

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Der Auftakt wollte nicht gelingen. «Das kanns ja nicht sein», ha­derte An­drea Müller. In 15,17 Sekunden war die 21-Jährige von der LG Küs­nacht-Erlenbach die 100 m Hür­den gelaufen. Endstation Vor­lauf bedeutete dies und verunsicherte sie. «Es wird wohl nichts mit dem grossen Tag», dachte sie. Doch sie belehrte sich und ihr Umfeld eines Besseren und machte aus diesem SM-Sonntag einen Freudentag.

Im Weitsprung präsentierte sich Müller in hervorragender Springlaune. Sie verbesserte ihre Bestweite um über 10 cm auf 5,69 m und fand sich am Schluss auf dem dritten Rang. Dabei hätte um einen Hauch noch mehr, aber auch deutlich weniger herausschauen können. Um eine höchst umstrittene Entscheidung handelte es sich nämlich, um «einen richtigen Krimi», wie Müller sagte­. Lediglich vier Zentimeter entschieden über die Ränge zwei, drei, vier und fünf – mit Andrea Müller in der Position der Zweitglücklichsten. Die Zweitplat­zierte Celine Schwarzentruber kam auf 5,69 m, Müller ebenfalls, hatte aber die schlechtere nächstbeste Weite. Hinter ihr folgten Marlen Schmid mit 5,68 m und Lena Wunderlin mit 5,65 m. Sie gingen leer aus.

Um die erste Einzelmedaille auf nationaler Stufe handelt es sich für Geografie- und Englisch-Studentin Müller. «Ich bin überrascht und überglücklich», sagte sie deshalb. Die eigentliche Mehrkämpferin hatte ihre letzten Schweizer Meisterschaften 2016 bestritten. Danach verbrachte sie ein Austauschjahr in den USA.

Rosenthal zahlt Lehrgeld

Vorteilhaft präsentiert hätte sich an den Schweizer Nachwuchsmeisterschaften gerne auch der 22-jährige Philip Rosenthal aus Ueti­kon. Das Mitglied des LC Zürich vermochte aber seine Fortschritte im Training nicht auf die 400-m-Distanz umzusetzen. «Mir fehlen noch die Erfahrung und das Gefühl für die Distanz», begründete der Aufsteiger von den Sprintdistanzen. So quali­fizierte er sich knapp über die Zeit für den Final der besten acht. Dort blieb er chancenlos. «Die Beine fühlten sich sehr schnell leer an», musste er erkennen.

«Ich bin überrascht und überglücklich.»Andrea Müller

Dass er sich in diesem Sommer bezüglich Grundschnelligkeit zu steigern vermochte, konnte Rosenthal noch nicht zeigen. «Es geht dar­um, die Schritt­länge und die Schrittkadenz in Einklang zu bringen, damit ich meine Energie nicht zu früh verpuffe», erklärt der frühere Fussballer und Fechter. Als seine Ambition bezeichnet der Grafikerlehrling längerfristig die nationale Spitze.

Gold für Huber und Spitz

Vom Wert der Medaillen her noch besser als Andrea Müller in Aarau schnitten in Frauenfeld Lionel Spitz (Adliswil Track Team), Noe Zeller und Anna Huber (beide LG Küsnacht-Erlenbach) ab. Letztere gewann bei den U-16 den Titel im Kugel­stossen. Mit ihren 12,71 m übertraf die erst 14-jährige Athletin erstmals die 12-m-Marke und steigerte sich gewaltig.

Der 17-jährige Zehnkämpfer Noe Zeller unterstrich mit seinem dritten Rang bei den U-18 über 110 m Hürden, dass er es auch nach fünf Wochen Ferien und lediglich einer Crash-Vor­bereitung wieder auf ein ­hohes Level bringen kann. In guten 14,28 Sekunden wurde er gestoppt. Und Spitz gewann in 1:58,89 Minuten den U-18-Titel über 800 m. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.09.2018, 11:32 Uhr

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