ZSC Lions blamieren sich im Cup gegen Ajoie

Die Zürcher gehen im Viertelfinal gegen den Swiss-League-Club gleich mit 3:6 unter. Die Lakers schlagen Zug, Davos bezwingt Bern 4:3 in Overtime.

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Der Cup ist nicht der wichtigste Wettbewerb für die ZSC Lions. Doch wie sie sich in Pruntrut blamierten, muss doch zu denken geben. Sie starteten gegen Ajoie unkonzentriert und unpräzise und fielen im Schlussabschnitt sogar auseinander. 3:6 verloren sie letztlich gegen den Swiss-League-Club in der mit 2000 Zuschauern voll gefüllten Festhütte Patinoire du Voyeboeuf. So scheiterten sie wie schon 2017 an den Jurassiern – damals waren sie im Achtelfinal mit 4:5 im Penaltyschiessen unterlegen gewesen.

Natürlich war es Ajoies Topduo Devos/Hazen, das die Jurassier auf die Siegerstrasse brachte: Devos erzielte in der 5. Minute im ersten Powerplay mit einem platzierten Hocheckschuss das 1:0 und zu Beginn des Schlussabschnitts das 3:0, dem wenig später das vierte und fünfte Tor folgten. Natürlich assistierte bei Hazen beide Male sein kongenialer Partner Hazen. Die beiden Kanadier träumen ja von der National League. Gegen den ZSC machten sie beste Werbung für sich.

Die Zürcher waren fast in Bestbesetzung angetreten: Es fehlten nur der angeschlagene Wick und der kranke Flüeler, womit erneut Ortio das Tor hütete und Pettersson überzählig war. Weil die Lions die Champions League ja verpassten hatten, war dem Cup in dieser Saison eine etwas grössere Bedeutung eingeräumt worden. Doch das war den ZSC-Spielern nicht anzusehen.

Die Favoriten handelten sich schon früh viele Strafen ein, wirkten nicht richtig bei der Sache gegen einen kämpferischen Gegner mit einem starken Goalie: dem früheren Zürcher Junior Tim Wolf. Erst, nachdem sie bereits hoffnungslos 0:5 in Rückstand lagen, strebten die Lions mit etwas mehr Vehemenz aufs Tor und verkürzten auf 2:5. Bereits vier Minuten vor Schluss ersetzte Rikard Grönborg den Goalie durch einen sechsten Feldspieler, doch das sechste Ajoie-Tor durch Ryser ins verlassene Gehäuse war die Entscheidung.

Lakers-Sieg bei Tomlinsons Rückkehr

Die SCRJ Lakers sorgten für das Aus des Titelverteidigers: Sie arbeiteten sich im Viertelfinal, der eine Neuauflage des letzten Finals war, vor 4044 Zuschauern gegen den EV Zug zu einem 4:0 (1:0, 2:0, 1:0). Das war der perfekte Rahmen für eine schöne Rückkehr. Denn Lakers-Coach Jeff Tomlinson, der sich am 24. Oktober einer Nierentransplantation unterzogen hatte, stand zum ersten Mal wieder an der Bande. Der 49-jährige Kanadier hatte sich am 22. Oktober mit einem Sieg gegen Biel verabschiedet, Nierenspender bei der Operation in Deutschland war sein Bruder Darryl.

In der Zwischenzeit hatte Niklas Gällstedt das Team geführt. Tomlinsons Comeback war ursprünglich auf den 16. November geplant gewesen, dieser Termin aber hatte sich als zu optimistisch erwiesen. Zwei Meisterschaftsspiele hatte der Coach quasi als Angewöhnung in der Trainerkabine am TV mitverfolgt, gestern übte er auf der Bank seinen Job aus, als wäre er nie weg gewesen. Und das 3:0 Rowes zauberte sogar ein Lächeln auf sein Gesicht.

Bern verspielt Führung im Schlussdrittel

Der SC Bern fand einmal mehr einen Weg in eine Niederlage, die nicht zwingend war. Die Startphase gehörte zwar klar dem HC Davos, doch der SCB überstand die ersten Angriffswellen der Bündner unbeschadet. Doch je länger, je mehr fanden die zuletzt arg gebeutelten Berner (mittlerweile neun Niederlagen in zehn Spielen) ins Spiel und liessen sich auch durch das frühe 0:1 im Mitteldrittel nicht beirren. Nach zwei Dritteln führte der SCB dank eines Doppelpacks von Mark Arcobello gar 2:1, stand zu Beginn des Schlussdrittels dem 3:1 nahe, als Gregory Sciaroni den Pfosten traf.

Aber eben: Der SCB findet zuletzt immer wieder Wege zu Negativerlebnisse. Pascal Caminada befeuerte die zuletzt intensiv debattierte Goaliediskussion in Bern, als er sich von Benjamin Baumgartner aus spitzem Winkel erwischen liess. Mit dem 2:2 begann das Spiel von vorne, das Momentum lag nun klar beim HCD. Auf das 3:2 von Samuel Guerra, als der ganze SCB-Block defensiv schlecht aussah, hatte Bern noch eine Antwort, konnte sich dank Arcobellos Hattrick in die Overtime retten. Diese gehörte dem HC Davos, und ausgerechnet Magnus Nygren entschied das Spiel mit seinem 4:3-Treffer. Der schwedische Verteidiger bestritt nach langer Verletzung sein erstes Saisonspiel.

Kurioserweise sind die Halbfinalisten die gleichen wie 2018, allerdings sind die Duelle andere: Ajoie empfängt Biel, Davos die Lakers.


Eisbrecher – der Hockey-Podcast von Tamedia

Die Sendung ist zu hören auf Spotify sowie auf Apple Podcast. Oder direkt hier:

Ajoie - ZSC Lions 6:3 (1:0, 1:0, 4:3)

Pruntrut. - 2002 Zuschauer. - SR Lemelin/Stricker, Altmann/Schlegel.–Tore: 5. Devos (Hauert, Hazen/Ausschluss Geering) 1:0. 34. Ryser (Hauert/Ausschlüsse Blindenbacher, Bodenmann) 2:0. 43. Devos (Hazen) 3:0. 48. (47:28) Joggi (Privet, Devos/Ausschluss Brüschweiler) 4:0. 48. (47:58) Joggi (Huber) 5:0. 54. Roe (Suter, Blindenbacher/Ausschlüsse Dotti, Devos) 5:1. 55. Chris Baltisberger (Noreau) 5:2. 57. Ryser 6:2 (ins leere Tor). 58. Prassl 6:3. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Ajoie, 5mal 2 plus 10 Minuten (Bodenmann) gegen ZSC Lions.

Ajoie: Wolf; Ryser, Pouilly; Prysi, Dotti; Birbaum, Hauert; Macquat, Gfeller; Hazen, Devos, Schmutz; Huber, Privet, Joggi; Staiger, Frossard, Muller; Thibaudeau, Mäder, Arnold.

ZSC Lions: Ortio; Noreau, Marti; Phil Baltisberger, Geering; Trutmann, Berni; Blindenbacher; Suter, Roe, Pedretti; Hollenstein, Krüger, Bodenmann; Chris Baltisberger, Prassl, Diem; Brüschweiler, Schäppi, Simic; Sigrist.

Bemerkungen: Ajoie ohne Pilet (verletzt) und Casserini (krank), ZSC Lions ohne Wick (verletzt), Flüeler (krank) und Pettersson (überzähliger Ausländer). - Lattenschuss Bodenmann (40.).

Rapperswil-Jona Lakers - Zug 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)

4044 Zuschauer. - SR Mollard/Tscherrig, Dreyfus/Obwegeser.–Tore: 16. Simek (Kristo) 1:0. 31. Simek (Kristo) 2:0. 39. Rowe (Clark, Cervenka/Ausschluss Klingberg) 3:0. 56. Kristo 4:0 (Eigentor Diaz). - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona Lakers, 4mal 2 Minuten gegen Zug.

Rapperswil-Jona Lakers: Nyffeler; Egli, Randegger; Vukovic, Schmuckli; Hächler, Maier; Schneeberger, Gurtner; Clark, Cervenka, Forrer; Simek, Rowe, Kristo; Mosimann, Schlagenhauf, Wetter; Dünner, Ness, Rehak.

Zug: Hollenstein; Stadler, Diaz; Schlumpf, Alatalo; Zryd, Zgraggen; Thiry; Martschini, Kovar, Hofmann; Klingberg, Lindberg, McIntyre; Simion, Leuenberger, Meyer; Langenegger, Albrecht, Zehnder.

Bemerkungen: Rapperswil-Jona Lakers ohne Casutt, Hüsler, Loosli, Profico, Schweri (alle verletzt), Dufner und Wellman (beide krank), Zug ohne Bachofner, Bougro, Genoni, Kristensen, Morant, Schnyder, Senteler und Thorell (alle verletzt). - Pfostenschüsse Clark (7.); Hofmann (43.), Martschini (44.), Klingberg (45.).

Davos - Bern 4:3 (0:0, 1:2, 2:1, 1:0) n.V.

2416 Zuschauer. - SR Salonen/Wiegand, Cattaneo/Kovacs.– Tore: 21. (20:30) Hischier (Tedenby) 1:0. 28. Arcobello (Ebbett, Untersander/Ausschluss Tedenby) 1:1. 39. Arcobello (Untersander, Spiller) 1:2. 47. Baumgartner (Hischier/Ausschluss Arcobello) 2:2. 55. Guerra (Ambühl, Herzog) 3:2. 58. Arcobello (Ruefenacht, Moser) 3:3. 63. (62:49) Nygren (Baumgartner, Herzog) 4:3. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen Bern.

Davos: Sandro Aeschlimann; Kienzle, Jung; Nygren, Paschoud; Stoop, Guerra; Barandun; Baumgartner, Lindgren, Palushaj; Hischier, Corvi, Tedenby; Dino Wieser, Ambühl, Herzog; Frehner, Bader, Eggenberger; Canova.

Bern: Caminada; Andersson, MacDonald; Burren, Blum; Untersander, Colin Gerber; Henauer; Ruefenacht, Arcobello, Moser; Praplan, Mursak, Ebbett; Sciaroni, Heim, Scherwey; Spiller, Berger, Kämpf; Jeremi Gerber.

Bemerkungen: Davos ohne Buchli, Kortin. Marc Wieser (alle verletzt), Marc Aeschlimann (krank), Du Bois (überzählig) und Rantakari (überzähliger Ausländer), Bern ohne Bieber, Beat Gerber, Grassi, Krueger und Pestoni (alle verletzt). - Vorzeitige erste Drittelspause nach 16:57 Minuten. - Timeout Davos (59:17). - Pfostenschüsse: Baumgartner (57./Latte); Sciaroni (43.). (sg/jch/kk)

Erstellt: 26.11.2019, 22:17 Uhr

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