Eishockey

«Superbowl»-Euphorie bei den Lakers

Heute entscheidet sich, ob die SCRJ Lakers ihr grosses Saisonziel, den Aufstieg ins Oberhaus, erreichen oder verpassen. Druck verspüren sie vor dem finalen siebten Spiel der Ligaqualifikation in Kloten nicht, dafür viel Freude.

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Noch selten war die Stimmung in einem Training der Rosenstädter derart gut wie gestern. Es wurde viel gelacht, gewitzelt, herumgealbert. Zumindest in einem ersten Teil. Dieser begann um 11 Uhr – Headcoach Jeff Tomlinson in diesen körperlich und mental anstrengenden Tagen darauf bedacht, dass jeder genug Schlaf kriegt – und durfte von den Spielern individuell gestaltet werden.

Die meisten bevorzugten eine Aktivität im Freien, an der Sonne: Einige gingen am See spazieren, andere spielten Fussball, wieder andere übten sich darin, das Football-Ei zu werfen, während sich Sven Lindemann, am Montag 40 Jahre alt geworden, vor allem dem Stretching widmete. Ein Trio tanzte aus der Reihe, sprich stand bereits auf dem Eis. Melvin Nyffeler, Nico Gurtner und Rubio Schir. Damit Ersterer zusammen mit Goalietrainer Tom Schlegel an Details feilen konnte, brauchte es letztere zwei als Assistenten.

Das schönste Geschenk

Ab 12 Uhr stand dann die versammelte Mannschaft im Rink. Tomlinson erklärte kurz etwas am Taktikbrett. Es folgten zwei, drei Übungen. Und dann war die Einheit auch schon wieder vorbei. Nach einer guten Viertelstunde. «Es ging heute eigentlich nur dar­um, die Beine etwas auszuschütteln», erklärte der Trainer.

Zum Abschluss wurde dann wie schon tags zuvor «Happy Birthday» gesungen. Diesmal für Florian Schmuckli. Der Verteidiger feierte seinen 25. Geburtstag. Als grösstes und schönstes Geschenk bezeichnete er – wie am Montag schon Lindemann und auch Tomlinson, der da 48 wurde – die Verlängerung der Saison um zwei Tage durch den 2:1-Heimsieg in Spiel 6. «Heute und morgen nochmals ‹arbeiten› zu dürfen, ist schlicht fantastisch.»

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Freude zurückgewonnen

Zu verdanken habe er dies einer «sensationellen» Teamleistung, aber auch der Wiederbesinnung auf die eigenen Stärken. «Wir machten eine schwierige Phase durch. Wir waren es nicht gewohnt, mehr als eine Partie am Stück zu verlieren. Wir spielten nicht mehr unser Eishockey», blickte Schmuckli zurück. Am Sonntag, sprich am Morgen nach der «brutalen» Overtime-Niederlage in Spiel 5, sass die Mannschaft deswegen zusammen. «Es war keine grosse Sache. Wir redeten uns einfach gut zu, erinnerten uns an unsere Stärken, die guten Momente – und besannen uns vor allem darauf, wieder mit Freude Eishockey zu spielen.»

Letzteres bezeichnet Schmuck­li als «das Wichtigste» – und auch das Entscheidende für den heutigen Showdown in Kloten. Den Druck sieht er klar beim Oberklassigen – für den es die letzte Chance sei, eine verkorkste Saison zu retten. «Wir dagegen können so oder so stolz auf uns sein – auf das, was wir in den vergan­genen Monaten geleistet haben.» In der Konsequenz heisst das: «Im Gegensatz zu ihnen können wird befreit aufspielen.» Deshalb freue er sich extrem auf dieses siebte Spiel.

Agieren statt reagieren

Gleiches sagte auch Trainer Jeff Tomlinson. «Solche Momente machen doch den Sport aus», begrün­det er. Ein Spiel um alles, der ultimative Showdown. «Wie die Superbowl», sieht sich an das Finalspiel der amerikanischen Football-Meisterschaft erinnert, einem der grössten Ereignisse im Sport überhaupt.

Und wie sieht er die Chancen, dass sein Team heute als grosser Sieger hervorgeht? «Wenn wir so spielen wie am Montag, sieht es gut aus.» Es gehe darum, den Gegner unter Druck zu setzen, ihm keinen Entfaltungsspielraum zu geben. Zu agieren statt zu reagieren. Und wiederum körperbetontes Eishockey zu spielen. Denn das bereite Kloten Probleme. Dass den Lakers die Kraft aus­gehen könnte, glaubt Tomlinson nicht. «Natürlich haben wir viel Energie gelassen in den letzten Tagen. Aber das Adrenalin wird die Müdigkeit schnell vertreiben. Meine Spieler sind bereit, nochmals alles zu geben, und werden auch mit der Überzeugung ins Spiel gehen, diesen entschei­denden vierten Sieg einfahren zu können.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 25.04.2018, 09:27 Uhr

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