Eishockey

Nur noch besseres Mittelmass

Mit Rang 4 haben die SCRJ Lakers das für die Regular Season ausgegebene Ziel geradeso erreicht. Im Vergleich zur vergangenen Saison, als sie Qualifikationssieger wurden, schnitten sie aber deutlich schlechter ab.

Die SCRJ-Fans sahen in der abgeschlossenen Qualifikation viele Hochs und Tiefs ihrer «Lieblinge».

Die SCRJ-Fans sahen in der abgeschlossenen Qualifikation viele Hochs und Tiefs ihrer «Lieblinge». Bild: Tom Oswald

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Wer geglaubt hatte, die Rosenstädter würden im Herbst nahtlos an die erfolgreiche Saison 2015/16 anknüpfen können, wurde schnell eines Besseren belehrt. Bereits in den Testspielen zeichnete sich ab, dass es einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bis sich die im Sommer doch stark veränderte Mannschaft (10 Zuzügen standen 12 Abgänge gegenüber) gefunden hat.

Im ersten Viertel der nach der Aufstockung der Liga von 10 auf 12 Teams neu 48 Partien umfassenden Qualifikation bestätigte sich dies. Olten, La Chaux-de-Fonds und Langenthal, derenKader deutlich weniger Veränderungen erfahren hatten und zudem gezielt vestärkt worden waren, starteten deutlich besser in die Saison. Die Lakers fanden sich mit 22 (von möglichen 36) Punkten nach 12 Partien auf Zwischenrang 4 wieder.

Zum Schluss nachgelassen

Ab Mitte Oktober begannen bei den St. Gallern die Puzzleteile dann besser ineinanderzugreifen, sodass im zweiten (25) und dritten Viertel (24) die Punkteausbeute gesteigert und in der Tabelle eine Position gutgemacht werden konnte. Anders als in der Saison zuvor, als sie gegen Ende der Regular Season immer stärker wurden und sich letztlich souverän den Qualifikationssieg sicherten, ging die Formkurve der Lakers diesmal zum Schluss allerdings wieder nach unten. Aus den letzten 12 Partien resultierten noch 20 Zähler, aus den letzten 6 gar nur deren 5. Die Folge war das Abrutschen vom 3. auf den 4. Rang.

Mit beträchtlichem Abstand zu Qualifikationssieger Langenthal (110 Punkte) und dessen erstem Verfolger La Chaux-de-Fonds (101) bildet Rapperswil-Jona (91) damit zusammen mit Martigny (3./93 Punkte), Olten (5./91) und Titelverteidiger Ajoie (6./86) das vordere Mittelfeld der Liga, ist also nur noch besseres Mittelmass.

Defensiv nicht auf der Höhe

«Ganz ehrlich gesagt stehen wir dort, wo wir hingehören – zumindest für den Moment», seufzt Lakers-Trainer Jeff Tomlinson, auf das Abschneiden seines Teams in der Qualifikation angesprochen. Ein Grund dafür sei die erstarkte Konkurrenz. Ein zweiter die fehlende Konstanz («Der Charakter des Teams hat sich gegenüber letzter Saison verändert. Mir scheint, die Spieler geben sich etwas schnell zufrieden»), ein dritter das mangelhafte Defensivverhalten seiner Mannschaft. «Wir gestehen dem Gegner zu viele Tore zu», betont der Deutschkanadier, der seine zweite Saison in Diensten des SCRJ bestreitet. Letzteres liege einerseits daran, dass sie als Team in der eigenen Zone zu wenig gut funktionierten, anderseits ihnen nach wie vor zu viele individuelle Fehler unterliefen. Hinzu komme, dass auch die Goalies noch nicht ganz das überragende Niveau der letztjährigen Qualifikation erreichten.

Die Statistiken unterstreichen Tomlinsons Aussagen. Waren die Rosenstädter vor Jahresfrist bezüglich Gegentreffer pro Spiel (2,3) die Nummer 1 der Liga, finden sie sich diesmal nur noch an 6. Stelle wieder (2,6). Und statt der Ränge 2 (Michael Tobler) und 3 (Melvin Nyffeler) belegen die SCRJ-Goalies unter den regelmässig eingesetzten Keepern bezüglich Abwehrquote heuer gerade mal die Positionen 13 (Tobler) und 23 (Nyffeler). Als weiterer wunder Punkt bei den Lakers Ausgabe 2016/17 erwiesen sich die sogenannten Special Teams. Sowohl in Unter- als auch Überzahl hat sich die Erfolgsquote verschlechtert.

Vorwärtsstragie ein Muss

Dies alles zeigt: Auf dem Weg zurück in die NLA war die am Sonntag zu Ende gegangene Qualifikation ein Rückschritt. Diese Erkenntnis dürfte auch die Vereinsführung gewonnen haben und nicht zuletzt deshalb die im Januar vorgestellte Vorwärtsstrategie (unter anderem soll das Spielerbudget auf kommende Saison hin um 50 Prozent erhöht werden) beschlossen haben. Natürlich können trotz allem erfolgreiche Playoffs folgen, aber nur, wenn die aktuellen Spieler ab kommendem Freitag ein bis zwei Gänge hochschalten – und dieses Niveau dann auch konstant beibehalten. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.02.2017, 09:08 Uhr

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