Eishockey

Das Cup-Märchen der Lakers geht weiter

Die Rapperswil-Jona Lakers spielen am 4. Februar um den Cup-Titel. Im ausverkauften Heimstadion setzten sie sich im Halbfinal gegen Ligakonkurrent Ajoie in einer temporeichen, umkämpften Partie – zu hoch – 4:0 durch.

Erneuter Triumph: Die Lakers besiegen auch Ajoie und ziehen in den Final ein.
Video: David Gonzalez / Flavio Camenzind

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Die Rosenstädter knüpften mehr oder weniger nahtlos an die vergangenen Auftritte im laufenden Cup-Wettbewerb an. Zumindest von der Defensivleistung und der Effizienz im Abschluss her. Nur ein einziges Gegentor liessen sie in den vier Partien auf dem Weg in den Final zu. Das gleichklassige Winterthur hatten die Lakers 2:0 bezwungen, die beiden National-League-Vertreter Lugano und Zug anschliessend 3:0 respektive 5:1. Und nun biss sich auch Ajoie, der Tabellenvierte der Swiss League, am Abwehrbollwerk der St. Galler die Zähne aus.

Und es war nicht so, dass es den Jurassiern an Chancen gemangelt hätte. Bereits in der Startminute war Lakers-Keeper Melvin Nyffeler dreimal gefordert. Der 23-Jährige liess sich da jedoch genauso wenig bezwingen wie bei den 24 weiteren Torschüssen der Gäste, wodurch er seinen wettbewerbsübergreifend bereits neunten Shutout feierte. Zumindest einmal musste der SCRJ-Schlussmann aber etwas Glück in Anspruch nehmen: Nach genau fünf Minuten traf Ajoies auffälligster Mann, der Kanadier Jonathan Hazen, den Pfosten.

Gleich die erste Strafe genutzt

Unverdient wäre die Führung für die Ajoulots in dieser Phase nicht gewesen. Die Lakers bekundeten in der Startphase Mühe, ins Spiel zu finden. Die erste Strafe gegen die Gäste nach gut zehn Minuten bot da eine willkommene Verschnaufpause. Und mehr noch: Als es ein Gästeverteidiger versäumte zu befreien, nutzte dies das Heimteam kaltblütig aus. Ein abgeblockter Querpass von Michael Hügli landete auf den Stock seines Sturmkollegen Steve Mason, welcher sich die Scheibe kurz zurechtlegte und präzis ins hohe Eck schlenzte (11.).

Als Joel Steinauer wenig später als hinterster Mann den nach einem Scheibenverlust entwischten Fabian Maier fällte, bot sich dem Lakers-Verteidiger per Penalty sogar die Chance zum 2:0. Dominic Nyffeler, der ältere Bruder des SCRJ-Goalies Melvin, wusste dies jedoch zu verhindern.

Ein Zweitorerückstand zu diesem Zeitpunkt wäre äusserst bitter für die Jurassier gewesen. Genau Gleiches galt aber auch eine Viertstunde später, als Thomas Büsser Verpasstes nachholte (32.). Auch in den Minuten vor diesem zweiten Gegentreffer hatten die Gäste Vorteile gehabt. Es war sogar der erste Torschuss der Lakers in diesem zweiten Drittel, welchen der 26-jährige Abwehrspieler der St. Galler aus kurzer Distanz verwertete.

Wichtiges 3:0 kurz vor der zweiten Pause

Wie schon im Startdrittel gab das Tor den Lakers Auftrieb. Sie zeigten sich danach wieder etwas öfter in der Abwehrzone der Gäste. Wirklich gefährlich wurde es aber selten. Es war daher bezeichnend, dass auch das 3:0 mehr zufällig entstand – zu einem perfekten Zeitpunkt, 57 Sekunden vor der zweiten Pause. Aus dem Gewühl heraus sprang der Puck Dion Knelsen auf die Kelle. Der Kanadier liess sich nicht zweimal bitten und krönte seinen 29. Geburtstag mit einem sehenswerten Backhand-Treffer.

Wenn noch nicht da, dann war die Entscheidung spätestens in der 43. Minute gefallen, als Josh Primeau das 4:0 gelang. Auch sein Einschuss passte perfekt zu diesem Spiel, sprang der Puck doch via Lattenunterkante an den Rücken von Dominic Nyffeler und kullerte dann wie in Zeitlupe über die Linie (43.). Ins gleiche Kapitel gehörte, dass Ajoie in der 54. Minute selbst der Ehrentreffer wegen eines nach Videostudium geahndeten hohen Stocks verwehrt blieb.

Vom Publikum getragen

Die Schlussminuten wurden dann zum Genuss für die Lakers-Spieler. «Finale, Finale» hallte es von den erstmals seit über fünf Jahren wieder voll besetzten ­Rängen. Kein Wunder, sprach Steve Mason hinterher von Gänsehautfeeling. «Die Fans waren erneut unglaublich. So ist es einfach, Energie zu finden», sagte der Stürmer. Und die Unterstützung des Publikums sei auch nötig gewesen: «Ajoie machte uns das Leben enorm schwer – wie immer.» Sie seien nicht die bessere Mannschaft gewesen, «doch wir verteidigten gut und konnten uns einmal mehr auf einen starken Goalie verlassen. Zudem waren wir sehr effizient.» Deshalb findet das Cup-Märchen der Lakers am 4. Februar eine Fortsetzung. «Hoffentlich mit einem Happy End», schloss Mason schmunzelnd. (zsz.ch)

Erstellt: 05.01.2018, 08:55 Uhr

Bündner besiegen Seeländer 4:2

Im Cupfinal gegen den HCD

Der HC Davos zog dank eines 4:2-Siegs in Biel zum ersten Mal in den Cupfinal ein. Zwei Tore erzielten die Bündner im Powerplay, eines in Unterzahl.
Der EHC Biel verpasste gegen einen auf dem Zahnfleisch gehenden HC Davos eine gute Chance, seinerseits erstmals in den Final des vor drei Jahren neu lancierten Schweizer Cups einzuziehen. In seinem sechsten Spiel in neun Tagen zeigte sich der HCD aber effizienter. Nachdem er im ersten Drittel bereits mit einem Shorthander erfolgreich gewesen war, stoppte Robert Kousal knapp neun Minuten vor Schluss in Überzahl mit seinem zweiten Treffer des Abends die Aufholjagd der Seeländer jäh.
Die Basis zum Sieg legte Davos bereits im ersten Drittel. Allerdings verteilten die Bieler auch zu viele Geschenke. Die erste Davoser Führung durch Marc Wieser bereits in der 5. Minute fiel in Überzahl, beim 2:1 profitierten Broc Little und Robert Kousal in Unterzahl von einem Scheibenverlust Kevin Feys an der blauen Linie. Den dritten Treffer erzielte Little kurz vor Ende des Startabschnitts mit einem cleveren Ablenker.
Das Heimteam hatte mindestens gleich viele Spielanteile, agierte aber mit zu wenig Durchsetzungskraft und Präzision. Selbst in eineinhalb Minuten mit zwei Spielern mehr gelang kein Tor. Erst fünf Minuten vor dem Ende des Mitteldrittels klappte es auch im Powerplay.

Telegramme

Cup-Halbfinals

Rapperswil-Jona Lakers (SL) - Ajoie (SL) 4:0 (1:0, 2:0, 1:0)
SGKB Arena. 6100 Zuschauer (ausverkauft/Saisonrekord). SR Dipietro/Stricker, Küng/Wüst.
Tore: 11. Mason (Hügli/Ausschluss Loeffel) 1:0. 32. Büsser (Hügli) 2:0. 40. (39:03) Knelsen (Rizzello) 3:0. 43. Primeau 4:0.
Strafen: 1x2 Minuten gegen die Rapperswil-Jona Lakers, 2x2 Minuten gegen Ajoie.
Rapperswil-Jona Lakers: Melvin Nyffeler; Sataric, Maier; Geyer, Berger; Iglesias, Büsser; Gähler, Profico; Brem, Aulin, Casutt; Hüsler, Knelsen, Rizzello; Hügli, Mason, Mosimann; Frei, Vogel, Primeau.
Ajoie: Dominic Nyffeler; Maret, Hauert; Birbaum, Casserini; Ryser, Steinauer; Montandon, Devesvre; Schmutz, Devos, Hazen; Macquat, Privet, Impose; Fuhrer, Frossard, Wüst; Merola, Montandon, Loeffel.
Bemerkungen:Rapperswil-Jona Lakers ohne Lindemann (angeschlagen), Schmuckli (rekonvaleszent), Gurtner, Schir und Trudel (alle überzählig; Ajoie ohne Barbero, Schmidt (beide verletzt), Krakauskas, Lüthi und Pouilly (alle überzählig). 5. Pfostenschuss Hazen. 15. Ajoie-Goalie Dominic Nyffeler hält Penalty von Maier.
Schüsse: 25:28 (8:7, 7:10, 10:11).

Biel (NL) - Davos (NL) 2:4 (1:3, 1:0, 0:1)
Tissot Arena. 6003 Zuschauer. SR Massy/Mollard, Abegglen/Kaderli.
Tore: 5. Marc Wieser (Kousal/Ausschluss Forster) 0:1. 10. Pedretti (Rajala) 1:1. 12. Kousal (Little/Ausschluss Walser!) 1:2. 18. Little (Heldner) 1:3. 35. Rajala (Kreis/Ausschluss Schneeberger) 2:3. 52. Kousal (Simion, Marc Wieser/Ausschluss Pedretti) 2:4.
Strafen: 4x2 Minuten gegen Biel, 6x2 Minuten gegen Davos.
Biel: Hiller (21. Paupe); Jecker, Forster; Fey, Kreis; Maurer, Steiner; Dufner; Pedretti, Pouliot, Rajala; Micflikier, Diem, Earl; Lüthi, Neuenschwander, Schmutz; Tschantré, Sutter, Wetzel.
Davos: Van Pottelberghe; Forrer, Du Bois; Nygren, Grossniklaus; Schneeberger, Paschoud; Heldner, Jung; Sciaroni, Corvi, Ambühl; Marc Wieser, Kousal, Little; Kessler, Buck, Dino Wieser; Simion, Walser, Portmann.
Bemerkungen: Biel ohne Lofquist, Fuchs (beide verletzt), Joggi (krank) und Nussbaumer (U20-WM), Davos ohne Lindgren, Rödin, Jörg, Kindschi, Egli (alle verletzt), Johansson (überzähliger Ausländer), Barandun und Eggenberger (beide U20-WM). 40. Pfostenschuss Diem. Biel von 56:29 bis 56:55 ohne Goalie. 59:20 Time-out Biel.

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