Handball

Eine Viertelstunde fehlt

Die angestrebte Rückkehr in die Nationalliga A haben die Lakers verpasst. In Gossau verloren die Stäfner das Barrage-Rückspiel 21:26, weil in ihren Angriffsbemühungen zu viel Stückwerk war.

Einen schweren Stand hatte Damien Guignet in Gossau bei seinem Abschiedsspiel für die Lakers.

Einen schweren Stand hatte Damien Guignet in Gossau bei seinem Abschiedsspiel für die Lakers. Bild: Marcus Verri

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Nein, ausruhen auf dem 1-Tor-Pölsterchen aus dem Hinspiel wollten sich die Gäste nicht. Ihren Aktionen in der Buechenwald-Halle fehlte aber die letzte Überzeugung. Die Gossauer hingegen vertrauten auf ihre Heimstärke und hatten meist die Nase vorne – oder eine Antwort parat.

So liessen sich die Fürstenländer vom Fliegertor Damien Gui­gnets zum 10:10 nicht aus dem Konzept bringen. Der Ex-Stäfner Jonas Mächler war mit einer Doublette dafür besorgt, dass die Einheimischen zur Pause mit zwei Längen vorne lagen. In der 44. Minute gelang Christian Vernier vom Kreis der Ausgleich zum 17:17. Der Aufstieg schien in Griffnähe. Doch stattdessen brachen bei den Gelbschwarzen alle Dämme. Fünf Gegentore in Serie liessen den Traum platzen.

Zu selten kombinierten sich die Stäfner Handballer zum Erfolg wie in dieser Szene. Video: David Bruderer.

Gossau einfach besser

Kaum einer habe sein Potenzial ausgeschöpft, bemängelte Nicola Brunner. «Wir leisteten uns zu viele technische Fehler, agierten im Angriff zum Teil kopflos. Es fehlte der Spielfluss, die Flügel wurden zu wenig eingebunden. Forti war ganz einfach besser.» Auch das System mit dem zusätzlichen Feldspieler funktionierte wiederholten Male nicht – die Gossauer trafen dreimal ins leere Tor. «Diese einfachen Tore haben uns kaputt gemacht», meinte Brunner.

«Wir hatten schon Mühe im 6:6, da wäre es in Unterzahl noch schwieriger gewesen», verteidigte Trainer Pedja Milicic seine Massnahme. Er habe versucht, die drei Rückraumspieler zu finden, welche das Spiel mit dem zusätzlichen Feldspieler abgeklärt durchziehen würden. «Das ist mir nicht gelungen.» Erschwerend waren dabei die durch Verletzungen bedingten Umstellungen. «Mit einem Linkshänder im rechten Rückraum hätte es anders ausgesehen», ist Milicic überzeugt. Bei Gossau erwischte Christoph Piske im Gegensatz zum Hinspiel auf dieser Position einen guten Tag und erzielte fünf Tore.

Zermürbende Aufholjagd

Aus Sicht von Niels Ham machte den Unterschied aus, dass Gossau aggressiver gedeckt und im Angriff die Ruhe bewahrt habe. Der Linkshänder aus Uznach zeigte sich damit zufrieden, «dass wir die zweite Welle wirkungsvoll eingesetzt haben». So traf Simon Züger mit einer schnellen Mitte wenige Sekunden nach Verniers Ausgleich zum 18:17. Das sei psychologisch sehr wichtig gewesen, meinte Ham, der demnächst zu einer Südamerika-Reise aufbricht. «Die Stäfner sind zwar mehrfach wieder heran gekommen, schafften es aber nie, in Führung gehen. Das ist total zermürbend.»

So führt die beiden Teams nur die Abschlussreise an den selben Ort: Mallorca. Im Herbst wird Fortitudo Gossau, das einige zentrale Abgänge zu beklagen hat, seine zehnte NLA-Saison in Folge in Angriff nehmen. «Es ist schon cool, den Kadetten Schaffhausen oder Wacker Thun als Underdog ein Bein zu stellen», frohlockt Ham. Die Stäfner müssen sich bis zur Rückkehr ins Oberhaus mindestens ein Jahr gedulden.

Von solchen Spielen profitieren

Auf Lakers-Trainer Pedja Milicic wartet viel Arbeit. Er ist jedoch überzeugt, «dass solche Partien meine Spieler besser machen». Im Hinspiel hätten sie schliesslich gezeigt, zu was sie fähig seien. «Im Rückspiel haben wir dieses Niveau leider nicht mehr erreicht.»

Erstellt: 21.05.2017, 16:25 Uhr

NLA/NLB, Barrage

Forti Gossau – Lakers Stäfa 26:21 (14:12)

Buechenwald. 1020 Zuschauer. SR Buache/Meyer. – Torfolge: 0:1, 2:1, 4:4, 6:4, 9:6, 9:8, 1:1, 13:11, 14:12; 14:13, 16:13, 17:17 (44.), 22:17 (51.), 22:19, 24:19, 26:21. – Strafen: 2x2 gegen Gossau, 3x2 gegen Stäfa. – Gossau: Busa (1)/Jochum (für 2 Penaltys); Ham (3), Weingartner (3), Dedaj (1/1), Mächler (2), Oertig (1), Harder (1/1), Würth (3), Züger (2), Graf (2), Bösch (2), Piske (5). – Stäfa: Aleksejev/Pellegrini (6. bis 35.); Valentakovic (4), Lepp (2), Kun (3), Schlumpf (1), Vernier (2), Madsen (3/2), Guignet (3), Brunner (3/2), Bleuler, Maag. – Bemerkungen: Gossau komplett, setzt Wild, Bucher und Mauchle nicht ein. Stäfa ohne Barth und Milosevic (beide verletzt), setzt Ardielli und Lechner nicht ein. Time-outs: Gossau (24./10:10, 54./22:18, 60./25:21); Stäfa (16./8:5, 42./16:14, 51./22:17). Harder übertritt bei zwei Penaltys (25./10:10, 34./14:13).

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