Handball

Wiedersehen auf dem Frohberg

Stäfa empfängt Wädenswil/Horgen zum Seederby. Für die Trainer der beiden Seeklubs ist das Duell besonders, weil sie erstmals als solche aufeinander treffen.

Sind fürs Seederby gewappnet: Stäfas Coach Philipp Seitle (l.) hat früher in Horgen gespielt und Pedja Milicic kehrt als Trainer von Wädenswil/Horgen an seine alte Wirkungsstätte zurück.

Sind fürs Seederby gewappnet: Stäfas Coach Philipp Seitle (l.) hat früher in Horgen gespielt und Pedja Milicic kehrt als Trainer von Wädenswil/Horgen an seine alte Wirkungsstätte zurück. Bild: André Springer

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Das Seederby vom Samstag lässt nicht nur Spektakel erwarten, es bringt auch für etliche Akteure ein Wiedersehen. Mit der SG Wädenswil/Horgen kehrt etwa Coach Pedja Milicic auf den Frohberg zurück, der hier als Spieler und Trainer während eines Jahrzehnts seine handballerische Heimat hatte. Als Junior lief Luzian Lechner in gelb-schwarz auf. Nun hat er sich als Kreisläufer des linksufrigen NLB-Teams etabliert.

Den umgekehrten Weg ging Philipp Seitle. Die erste Station des Deutschen in der Schweiz war am linken Zürichseeufer. In der Saison 2015/16 warf der aktuelle Stäfner Trainer in 23 Partien 215 Tore für den HC Horgen und avancierte damit zum Topskorer in der Nationalliga B – vor einem gewissen Misha Kaufmann, der sieben Jahre zuvor mit 300 Treffern in Diensten Stäfas NLA-Topskorer geworden war.

Beide siegten zuletzt

Das letzte Seederby zum Abschluss der vergangenen NLB-Meisterschaft gewann die SG auf dem Frohberg 27:24. Die Rechtsufrigen waren damals im Kopf wohl schon im Playoff-Final gegen den TV Endingen.

In der neuen Spielzeit haben die Gäste den Tritt noch nicht richtig gefunden. Nach vier Niederlagen in Serie gelang ihnen vor Wochenfrist mit dem 32:19-Heimsieg über den TV Möhlin, bis dahin Tabellenführer, der Befreiungsschlag. Diesen wird die Spielgemeinschaft am Samstag bestätigen wollen. Die Stäfner sollten allerdings gewarnt sein. Beim 27:26-Erfolg in Birsfelden erlebten sie hautnah, dass es ein Nachlassen um ein paar Prozent nicht verträgt. Das bringt auch ihr Trainer im Interview zum Ausdruck.

Mit welchen Emotionen blicken Sie dem Seederby entgegen?

Philipp Seitle: Grundsätzlich ist es einfach ein wichtiges Heimspiel für uns. Bei mir sind keine Emotionen im Spiel. Meine Zeit als Spieler in Horgen ist ja schon länger her.

Pedja Milicic: Nicht mit viel, da ich meine Emotionen immer schön im Griff habe. Für mich ist es insofern schwierig, da ich viele Informationen über Stäfa habe und diese alle sortieren musste.

«Wo die Stäfner schwach sind, behalte ich für mich.»Pedja Milicic, Coach SG Wädenswil/Horgen

Wie viele respektive welche Spieler des Gegners kennen Sie noch nicht?

Philipp Seitle: Keinen, denn gesehen habe ich alle schon einmal, kenne die Mannschaft und weiss daher, was auf uns zukommt.

Pedja Milicic: Es gibt ja in jeder Mannschaft immer wieder neue Spieler. Sarac kenne ich zwar noch von der Liga her, aber den Japaner (Shota Fukuda; Red.) gar nicht. Er ist wirklich ein Neuling.

Welche Gegenspieler muss Ihr Team besonders abschirmen?

Philipp Seitle: Ich glaube, dass Wädenswil/Horgen über die mannschaftliche Geschlossenheit kommt. Wir müssen vor allem ihr schnelles Spiel unter Kontrolle bringen. Und Fabian Pospisil gilt es im Auge zu be-halten.

Pedja Milicic: Seitle spielt ja nicht (schmunzelt) – sonst ist mir in den ersten vier Spielen, die Stäfa bestritten hat, keiner besonders aufgefallen, den ich herausnehmen könnte. Brunner kann allerdings viele Tore erzielen, wenn es ihm gut läuft.

Worauf müssen Ihre Spieler zudem achten?

Philipp Seitle: Wie bereits erwähnt müssen wir ihr schnelles Spiel in den Griff bekommen. Zudem sollten wir wenig Fehler machen und eine gute Wurfquote haben.

Pedja Milicic: Ich muss die Spieler auf das gesamte Paket vorbereiten und nicht den Fokus auf Details legen. Die Stäfner können auf jeder Position gefährlich sein. Ich habe schon erwähnt, wo sie stark sind. Wo sie schwach sind, behalte ich für mich.

«Wir müssen vor allem ihr schnelles Spiel unter Kontrolle bringen.»Philipp Seitle, Trainer Handball Stäfa

Inwiefern kennen Sie die Taktik Ihre Gegenübers?

Philipp Seitle: Die interessiert mich nicht. Wir schauen auf uns und wenn wir die Leistung bringen, sind wir die bessere Mannschaft.

Pedja Milicic: Von Videoaufnahmen habe ich sie schon mitbekommen. Es ist eigentlich das Spiel, das er selber gespielt hat, mit viel Tempo und keinem langen Hin und Her im Angriff.

Was spricht für einen Derbysieg Ihrer Mannschaft?

Philipp Seitle: Dass wir es selber in der Hand haben. Wenn wir eine gute Leistung bringen, spielt es keine Rolle, was der Gegner macht. Aber die müssen wir bringen, sonst wird es wie in jedem Spiel in dieser Liga schwierig.

Pedja Milicic: Ich möchte nicht überheblich wirken, aber auch nicht zurückhaltend sein. Stäfa ist in der Favoritenrolle und hat daher den Druck. Wir haben letztes Mal gezeigt, dass wir auf Augenhöhe sind. Das letzte Derby auf dem Frohberg und auch unser letztes Ligaspiel konnten wir gewinnen. Wir werden jedenfalls mächtig Gas geben.

Welches Seederby werden Sie nie mehr vergessen?

Philipp Seitle: Ich hatte erst zwei, davon eines gewonnen und eines verloren, wobei ich bei der Niederlage nicht spielen konnte. Für mich sind es keine besonderen Spiele, aber gewinnen ist natürlich immer schön. Ein Sieg ist schöner als eine Niederlage.

Pedja Milicic: Das ist eine schwierige Frage. Da ich nicht am See aufgewachsen bin, ist es für mich ein Spiel wie jedes andere. Für Einheimische ist es wohl schon etwas besonderes und emotional. Und es gibt da Unterschiede zwischen Spieler und Trainer.

Erstellt: 04.10.2019, 17:06 Uhr

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