Handball

Wieder mit Freude dabei

Zwar endete die Saison für Simona Cavallari mit zwei Enttäuschungen. Doch die 27-Jährige aus Thalwil hat nach einer schöpferischen Pause ein beeindruckendes Comeback gegeben.

Simona Cavallari (links) im Laufduell mit der Dänin Freja Cohrt Kyndboel.

Simona Cavallari (links) im Laufduell mit der Dänin Freja Cohrt Kyndboel. Bild: PD/Alexander Wagner

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Am Mittwoch ging für Simona Cavallari eine Saison zu Ende, die es in sich hatte. Im WM-Playoff-Rückspiel unterlag die Thalwilerin mit der Schweiz Dänemark vor über 1100 Zuschauern in Winterthur 14:26. Obwohl sie als krasse Aussenseiterinnen angetreten waren – das Hinspiel ging 22:35 verloren –, sei sie schon etwas enttäuscht, gesteht die Flügelspielerin. «Als Sportlerin möchte man nie verlieren. Unsere Verteidigung war sicher gut, aber vorne passte zu wenig zusammen.»

Nach 45 Minuten lagen die Schweizerinnen 8:23 im Hintertreffen. Dabei hatten sie zu Beginn 4:3 geführt, dann aber acht Treffer in Folge kassiert – ohne selbst zu reussieren. «Es war vielleicht das schlechteste Angriffsspiel, das ich in meinem Leben erlebt habe; das war der Wahnsinn», sagte Martin Albertsen. Der Däne trainiert das Schweizer Nationalteam seit Februar 2018.

Anruf des Nationaltrainers

Im Januar dieses Jahres hatte Cavallari einen Anruf von Albertsen erhalten. Fast sieben Jahre lag da das letzte ihrer (ersten) acht Länderspiele zurück. «Martin hat mich mit seinen Ideen überzeugt. Deshalb habe ich geschaut, wie sich das mit Job und Studium einrichten lässt.» Von Montag bis Mittwoch arbeitet die Thalwilerin mit KV-Ausbildung in einer Anwaltskanzlei. An den restlichen beiden Wochentagen studiert sie in Chur Sportmanagement.

Im Nationalteam, dessen Durchschnittsalter am Mittwoch 21 Jahre betrug, ist Simona Cavallari, die am Donnerstag ihren 27. Geburtstag feierte, eine der routiniertesten Spielerinnen. «Ich fühle mich aber nicht alt», sagt sie schmunzelnd. Ihre Nati-Kollegin, die alle auch beim LK Zug spielen, Charlotte Kähr und Joline Tschamper haben Jahrgang 2001, Celia Heinzer gar 2002. Entsprechend fehle ihnen noch die Erfahrung. «Die Jungen machen es aber extrem gut. Das stimmt positiv für die Zukunft.»

Schöpferische Pause

In dieser wird auch für Cavallari der Handball einen wichtigen Platz einnehmen. Ihr Vertrag beim LK Zug läuft bis Sommer 2020. Für die Zentralschweizerinnen spielte die nur 1,62 grosse Linkshänderin schon zwischen 2009 und 2015, gewann vier Meistertitel und zweimal den Cup. «Dann verlor ich den Spass, war nicht mehr motiviert, täglich in der Halle zu stehen», sagt sie. Aufwand und Ertrag stimmten nicht mehr überein.

Cavallari absolvierte einen Sprachaufenthalt in San Diego. Nach ihrer Rückkehr schloss sich die Thalwilerin ihrem Stammklub an, der inzwischen als SG Zürisee bloss noch in der 2. Liga spielte. «Mit meinen alten Gspändli habe ich den Spass am Sport wieder gefunden, aber auch gemerkt, ich brauche mehr.»

Da ihr langjähriger Damian Gwerder auf die Saison 2018/19 die 2. Mannschaft des LK Zug übernahm, die in der SPL 2 spielt, klopfte sie bei ihm an. Als sich im Oktober Steffanie Javet verletzte, half Cavallari am rechten Flügel des Fanionteams aus. Wegen weiterer Ausfälle wechselte sie nach Weihnachten fix in die SPL-Equipe. «Linkshänderinnen gibt es nicht wie Sand am Meer», sagt sie lakonisch.

Fünften Meistertitel verpasst

Vor dem WM-Playoff gegen Dänemark stand Cavallari mit den Zugerinnen im nationalen Playoff-Final gegen den favorisierten LC Brühl. Das erst Spiel der Best-of-3-Serie verloren sie in St. Gallen 18:19. Die Linkshänderin erzielte drei der ersten fünf Tore für die Gäste. Im Heimspiel gingen die Zentralschweizerinnen dann mit 24:34 unter. «Das fuchst mich mehr als die Niederlagen gegen Dänemark. Hätten wir gestandenen Spielerinnen wenigsten alle eine Normalleistung abrufen können, wäre durchaus etwas möglich gewesen.»

In der kurzen, zehntägigen Pause bis zum Trainingsstart kann Cavallari nicht in die Ferien fahren. Die 27-Jährige hat Prüfungen zu absolvieren. Noch zwei Jahre dauert ihr Studium. Ein Wechsel ins Ausland, von dem sie einst träumte, ist kein Thema. «Es müsste ein gutes Angebot kommen. Ich suche aber momentan nicht.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.06.2019, 16:34 Uhr

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