Handball

Stäfa als Sprungbrett für Olympia

Der japanische Handballverein Wakunaga Leolic und die Lakers Stäfa haben eine für Schweizer Verhältnisse einmalige Kooperation abgeschlossen. Ab sofort sind für die Gelb-Schwarzen die beiden jungen Japaner Kenya Hara und Michihito Yada spielberechtigt, angereist sind sie aber noch nicht.

Die beiden jungen Japaner Michihito Yada und Kenya Hara sollen in Stäfa den europäischen Handball kennen lernen.

Die beiden jungen Japaner Michihito Yada und Kenya Hara sollen in Stäfa den europäischen Handball kennen lernen. Bild: David Bruderer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es tönt wie ein Scherz zum 1. April. Die beiden Japaner werden dem NLB-Klub praktisch zum Nulltarif zur Verfügung gestellt. Den Lohn, die Kosten für Flugtickets, Unterkunft und Verpflegung sowie für Sprachkurse und Betreuung der Spieler übernimmt Wakunaga Pharmaceutical. Die Firma mit einem Jahresumsatz von 8,9 Milliarden Yen (rund 77 Millionen Schweizer Franken) alimentiert auch die in der Japan Handball League spielende Equipe Wakunaga Leolic aus Hiroshima.

Rainer Holzinger, der Geschäftsführer der GS Players AG, konnte es selbst zuerst auch nicht glauben: «Aber jetzt sind Michihito Yada, ein linker Flügel, und Spielmacher Kenya Hara für die Lakers lizenziert.» Der Kontakt kam über Spielervermittler Andre Tzschaschel zustande. Der Deutsche war mit seiner Firma Valuemedia bis 2015 für die Öffentlichkeitsarbeit des Bundes­ligisten Füchse Berlin zuständig. Von dort kennt er Trainer Dagur Sigurdsson. 2016 führte der Isländer Deutschland zu EM-Gold, neuerdings trainiert er das japanische Nationalteam. Seine Aufgabe: eine schlagkräftige Truppe für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu formen.

Von Europa profitieren

Um dies zu erreichen, sollen sich japanische Spieler in Europa weiterentwickeln können. «Ich bin sehr froh, dass sich Mister Hara und Mister Yada für den Wechsel nach Stäfa entschieden haben. Wakunaga Leolic wurde 1969 gegründet und zahlreiche unserer Spieler konnten an Olympischen Spielen teilnehmen. Unser Team hat eine grosse Geschichte und hat viel zur Entwicklung des japanischen Handballs beigetragen. Leider hat das japanische Männerteam schon lange nicht mehr bei den Olympischen Spielen mitgewirkt. Ich denke, dass es viel vom europäischen Handball lernen kann. In dieser Situation ist es natürlich toll, wenn zwei unserer Spieler die Chance geboten wird, mit einem ambitionierten Team zu spielen. Es ist wichtig für meinen Klub und den japanischen Handball. Ich hoffe, dass beide sehr viel lernen können und erfolgreich mit den Lakers sind», wird Kanji Wakunaga, Präsident Wakunaga Pharmaceutical Co. Ltd., in einer Mitteilung der Lakers zitiert.

«Leider hat das japanische Männerteam schon lange nicht mehr bei Olympia mitgewirkt.»Kanji Wakunaga

«Wir, als klassischer und erfolgreicher Ausbildungsklub, sind sehr stolz darauf, dass wir für diese beiden japanischen Spieler ein Sprungbrett sein dürfen, und glauben an die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem japanischen Spitzenklub aus Akitakata (Hiroshima) sowie dem pharmazeutischen Unternehmen Wakunga, welches für Kost und Logis von Kenya Hara und Michihito Yada komplett aufkommt. Wir freuen uns sehr auf diese einmalige Kooperation und den aussergewöhnlichen Erfahrungsaustausch zwischen der japanischen und schweizerischen Kultur», sagt Rainer Holzinger. Regisseur Hara (23) wird in der kommenden Woche zum Kader der Lakers stossen, der linke Flügel Yada (24) kommt Anfang Oktober auf den Frohberg.

Junior als Dolmetscher

Bei einer Stippvisite der beiden Japaner Mitte August am Zürichsee konnten sich die Stäfner von den sportlichen Qualitäten des Duos überzeugen. Sprachlich wird es allerdings einige Hürde zu überwinden geben, können sie sich doch kaum auf Englisch verständigen. Als Dolmetscher sprang in der Halle deshalb spontan U19-Elite-Junior Shota Furusawa ein.

Von einer «megaspannenden Sache, die uns sportlich weiterbringen wird», spricht Stäfas Teammanager Daniel Perisa. Das schmale, durch Verletzungen ausgedünnte Kader könne Verstärkung gebrauchen. Und weil Lukas Maag nach dem Jahreswechsel ein Auslandsemester absolviert, ist ein zweiter Spielmacher neben Mikkel Madsen sehr willkommen. Zudem steht mit Ramon Schlumpf nur ein linker Flügel im Kader. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.09.2017, 07:45 Uhr

Artikel zum Thema

Ein Wagnis, das keines ist

Kommentar Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!