Handball

Seitle löst Ende Saison Panczel ab

Trainer Ferenc Panczel verlängert seinen auslaufenden Vertrag mit den Lakers Stäfa nicht. Der Ungar hätte sich mehr finanzielle Mittel gewünscht. Der Seeklub hat jedoch bereits einen Nachfolger.

Dirigiert die Lakers Stäfa nur noch bis Ende Saison von der Seitenlinie: Trainer Ferenc Panczel verlängert seinen auslaufenden Vertrag nicht.

Dirigiert die Lakers Stäfa nur noch bis Ende Saison von der Seitenlinie: Trainer Ferenc Panczel verlängert seinen auslaufenden Vertrag nicht. Bild: Michael Trost

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Per 27. November 2017 hatte Ferenc Panczel vom damaligen Erstligisten Wädenswil über den Zürichsee gewechselt. «In Stäfa habe ich mehr Möglichkeiten», sagte der Ungare damals, der sich am linken Ufer darüber enerviert hatte, dass wegen geschlossener Hallen während der Schulferien nur ein eingeschränkter Trainingsbetrieb möglich war.

Gut zwölf Monate später sind auch die auf dem Frohberg gebotenen Möglichkeiten nicht ausreichend. «Feri hat uns mitgeteilt, dass er anderer Auffassung über die sportliche Ausrichtung des Vereins ist und gerne eine neue Herausforderung annehmen möchte», kommuniziert Christian Rieger, VR-Präsident der GS Players AG.Von fehlender Zukunftsplanung spricht Panczel. «Ich spüre nicht, dass der Verein sportlich mehr erreichen will.» Er hat während seiner Amtszeit das Team stabilisiert und in dieser Saison mit spektakulärem Tempospiel viele Sympathien zurückgewonnen – und auch Erfolg gehabt. Die Lakers liegen nach elf Runden mit bloss einer Niederlage gegen Tabellenführer Endingen auf Platz 2 und steuern auf den Playoff-Final zu.

Keine Budgetaufstockung

«Wenn nicht jetzt, wann dann?», fragt Panczel und meint die Aufstockung des Budgets. «An der Goldküste, einer der reichsten Regionen nicht nur in der Schweiz sondern weltweit, müssten doch einige zehntausend Franken mehr generiert werden können», ist der 40-Jährige überzeugt. Investiert hätte er die zusätzlichen Mittel in die Verpflichtung weiterer Spieler.

Mit dem aktuellen Kader erachtet der Lakers-Trainer einen allfälligen Aufstieg in die Nationalliga A als Gefahr für den Verein. «Die Liga wäre kaum zu halten. Die jungen Spieler würden nach einer Saison an der NLA Gefallen gefunden haben und zu einem Ligakonkurrenten abwandern», so seine Befürchtung. «Etliche Routiniers würden nach dem letzten Aufgalopp auf höchster Stufe zurücktreten. Das Team fiele völlig auseinander.»

Das wollte sich Ferenc Panczel nicht antun. Sein Entscheid habe nichts mit den Spielern zu tun. «Sie arbeiten super, ich hätte sie gerne weiter gefördert.» Mit dem aktuellen Kader habe er bisher das Optimum erreicht. Der Playoff-Final bleibe sein Ziel, sagt der Lakers-Trainer. Gute Leistungen kämen einem Bewerbungsschreiben für höhere Aufgaben gleich. «Wenn sich nichts ergibt, mache ich halt eine Pause», sagt Panczel dazu.

Seine Nachfolge tritt per 1. Juni 2019 Philipp Seitle an. Er hat einen Vertrag als Spielertrainer bis 2021 unterzeichnet. Über Trainererfahrung im Aktivbereich verfügt der 33-jährige Topskorer der Lakers nicht. In Coburg hatte der Deutsche einst Nachwuchsteams mitbetreut. Von einer «Riesenaufgabe» spricht er denn auch, «vor allem wenn man nebenbei noch leistungsorientiert spielen will».

Felder als Coach

Das Paket stimme aber absolut. «Ich bin keine eierlegende Wollmilchsau. Es wird eine Teamlösung sein im Staff», sagt Seitle. Ihm zu Seite stehen soll Mike Felder, als Assistent und Coach. Der 24-jährige Rückraumspieler hat seit dem 27. Januar wegen eines Schleudertraumas keinen Ernstkampf mehr bestritten. In seiner Trainerlaufbahn steht der Sportstudent ebenfalls am Anfang.

Komplettiert wird das neue Trainer-Gespann Stäfas von Lukas Maag. Auch der Captain der Lakers verlängerte seinen Kontrakt bis 2021 und wird aufgrund seines beruflichen Hintergrundes auf dem Frohberg die Funktion des Athletik-Trainers übernehmen. Daniel Perisa wird ab Sommer neben seiner jetzigen Funktion als Teammanager auch Torwarttrainer bei den Seebuben. Er ersetzt Thomas Schmidt, der seinen Vertrag aus beruflichen Gründen nicht mehr verlängern konnte.

Besser in der NLB

«Mit Feri pflege ich ein sehr gutes Verhältnis. Als Mittelmann auf dem Platz habe ich immer sehr viel mit ihm gesprochen», erklärt Seitle, der an der Rollenverteilung bis Ende Saison nichts verändern will. Neben seinem Einsatz auf dem Platz will sich der Deutsche auf seine Abschlussprüfungen im KV-Bereich konzentrieren.

Da der Kern des Teams zusammenbleibt, sieht der neue Spielertrainer keinen Grund, an der Art Handball zu spielen für nächste Saison etwas zu ändern. Ihm ist allerdings bewusst, dass «es Stand jetzt für alle Beteiligten besser ist, an der Spitze der Nationalliga B mitzumischen und nicht aufzusteigen». Aber man wisse ja nie, was in zwei, drei Jahren sei. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.12.2018, 17:18 Uhr

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