Handball

Panczel übernimmt die Lakers Stäfa

Ab Montag haben die Lakers Stäfa wieder einen Cheftrainer. Der bisher in Wädenswil tätige Ferenc Panczel unterzeichnete beim NLB-Klub einen Vertrag bis 2019. Der 39-jährige Ungar löst Interimstrainer René Barth ab, der nach der Trennung von Pedja Milicic Anfang Oktober eingesprungen war.

Am Samstag wird Ferenc Panczel ein letztes Mal Wädenswil coachen. Ab Montag ist er Cheftrainer der Lakers Stäfa.

Am Samstag wird Ferenc Panczel ein letztes Mal Wädenswil coachen. Ab Montag ist er Cheftrainer der Lakers Stäfa. Bild: Sabine Rock

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Er war zuletzt mehrfach auf der Tribüne der Frohberg-Halle gesichtet worden. «Ja, ich habe mir so viele Spiele wie möglich live angeschaut, die restlichen auf Video», sagt Ferenc Panczel, der sich ein detailliertes Bild seiner zukünftigen Mannschaft machen wollte. Der neue Cheftrainer der Stäfner bekam dabei zwei völlig unterschiedliche Gesichter zu sehen. Vermochten die Lakers zuhause im Cup gegen A-Klub Suhr Aarau oder in der Meisterschaft gegen den STV Baden zu begeistern, gingen sie in Steffisburg oder Solothurn regelrecht unter.

«Die Qualität ist da, den Spielern fehlt aber das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten», hat der 39-Jährige festgestellt. Das Selbstvertrauen gelte es nun mit vielen Einzelgesprächen wieder aufzubauen. Dabei kommt Panczel entgegen, dass er schon verschiedentlich Frauenteams betreut hat – in der Saison 2013/14 Yellow Winterthur in der SPL 1, davor und danach Mannschaften in Norwegen, Schweden und Finnland. Mit Frauen müsse man als Trainer viel mehr sprechen, sich erklären, weiss der Ungar.

Viele Gespräche führen

Psychologisches Geschick war auch an seiner letzten Wirkungsstätte gefragt. Im Juni übernahm Ferenc Panczel die eben aus der Nationalliga B abgestiegenen Männer des HC Wädenswil. «Die Situation war ähnlich, ich musste die Spieler wieder aufrichten – aber ich hatte den ganzen Sommer Zeit», sagt der 39-Jährige. Seine erste Übungseinheit in Stäfa wird der neue Chefcoach am Montag leiten. Bereits sechs Tage später wird er im Auswärtsspiel in Möhlin erstmals an der Seitenlinie stehen. Nach einem weiteren Auswärtsspiel in Biel folgt am 16. Dezember Panczels Heimpremiere gegen den aktuellen Tabellenführer RTV Basel.

«Die Deckung muss besser werden und ich mag Tempohandball.»Ferenc Panczel

«Wir müssen nicht sofort alle Spiele gewinnen, aber ich will Leistung sehen», dämpft der Trainer die Erwartungen. Er wolle längerfristig etwas aufbauen. Den grössten Handlungsbedarf ortet Panczel in der Verteidigung: «Die Deckung muss besser werden. Die Spieler agieren hinten zu passiv und kassieren zu viele Gegentore.» Offensiv will er mehr aufs Gaspedal drücken. «Ich mag Tempohandball, wie wir ihn in Wädenswil gespielt haben. Ich bin überzeugt, diese Mannschaft kann das auch.»

Aus seiner Zeit als Assistenztrainer von Torben Winther bei Kriens-Luzern in der NLA und als Nachwuchstrainer in der Zentralschweiz kennt Panczel Mike Felder. Der 23-jährige Rückraumspieler scheint nach einer Hirnerschütterung langsam den Tritt zu finden. Mit dem Luzerner Dialekt werde er sicher keine Probleme haben, schmunzelt Panczel. Mit Kenya Hara und Michihito Yada dürfte die Kommunikation schwieriger werden. Es ist ihm aber wichtig, die beiden Japaner einzubinden. «Sie gehören genauso zur Mannschaft.» Die wichtigsten Handball-Wörter will er sich deshalb auf Japanisch aneignen. «Im Match muss ich schnell und einfach kommunizieren können», begründet er.

HCW in Finalrunde geführt

Sein altes Team, mit dem er eben die definitive Teilnahme an der Finalrunde gesichert hat, verlässt Ferenc Panczel mit einem lachenden und einem weinenden Auge: «Nicht mehr mit den HCW-Spielern arbeiten zu können, ist schade. In Stäfa habe ich aber mehr Möglichkeiten, der Klub ist besser organisiert.» Auf dem Frohberg falle wegen der Schulferien kein Training aus, wie das am linken Ufer manchmal der Fall gewesen sei.

«Ich bin sehr glücklich, dass wir die Cheftrainer-Position mit Feri besetzen konnten und möchte betonen, dass dieser Wechsel ohne die kooperative Art der Verantwortlichen des HC Wädenswil nicht zustande gekommen wäre», sagt Christian Rieger, Verwaltungsratsmitglied der GS Players AG. «Ob und in welcher Form Interimstrainer René Barth allenfalls im Staff verbleibt, ist noch nicht definiert», ergänzt Teammanager Daniel Perisa. Noch gesucht werde ein Assistent neben Panczel.

Als er von Stäfa kontaktiert worden sei, habe er gedacht, es gehe vielleicht um einen Spieler, verrät HCW-Präsident Mathias Sigg. «Dass wir unseren Trainer schon nach einem halben Jahr wieder verlieren, kam für mich sehr überraschend.» Der Abgang von Panczel sei für Wädenswil schade, denn der Ungar habe sich gut eingeführt. «Aber Feri äusserte den Wunsch, nach Stäfa wechseln zu können – und Reisende soll man nicht aufhalten.» Der Erstligist bot Hand für einen sofortigen Wechsel, weil sich gemäss Sigg bereits eine Lösung für die Nachfolge an der Seitenlinie abzeichnet. Der neue Mann hätte dann wenigstens einen Monat Zeit, um das Team auf die bereits am 6. Januar 2018 beginnende Finalrunde vorzubereiten. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.11.2017, 13:28 Uhr

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