Handball

Mit Emotionen zum Derbysieg

Weil sie mehr Willen an den Tag legten und viele Emotionen ins Spiel brachten, gewannen die Horgner das Seederby gegen die Lakers Stäfa 34:32 und gaben die rote Laterne an Birsfelden weiter.

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Es war bezeichnend, dass mit ­Andrija Kasalo jener Akteur zum Matchwinner avancierte, der in der Waldegg die heftigsten emotionalen Eruptionen produ­zierte. Der HCH-Keeper, der bei einer Grösse von 1,94 m 120 kg auf die Waage bringt, vernagelte sein Gehäuse in der Schlussphase förmlich, als die Gäste nochmals gefährlich aufkamen. Nach seiner Doppelparade gegen Christoph Piske und Ramon Schlumpf in der 52. Minute beim Stand von 27:24 liess er sich auf dem Feld zu Recht von den Fans feiern.

Natürlich habe er die Wurfbilder der Lakers-Spieler studiert, meinte der 24-Jährige. «Dann habe ich aber auch während der Partie immer besser gespürt, wohin sie gerne werfen. Und mit jeder Parade habe ich mehr Sicherheit gewonnen.» So intervenierte Kasalo erfolgreich, egal, ob die Stäfner im Gegenstoss allein auf ihn zustürmten oder am Flügel frei zum Abschluss kamen.

Aufholjagd nicht belohnt

Trotzdem gelang Mikkel Madsen in der 56. Minute der Anschlusstreffer zum 28:29. Weil der Däne eine Minute später wegen einer Fussabwehr eine Zeitstrafe aufgebrummt erhielt, wurde die Aufholjagd der Gelbschwarzen gebremst. Und als Horgens 15-facher Torschütze Mathias Müller mittels Drehball zum 33:30 traf, war der Horgner Derbysieg Tatsache. Es war der erste Punkt­gewinn der Linksufrigen gegen Stäfa seit dem 26:23-Heimsieg am 16. Dezember 2006. Noch viel wichtiger ist gut elf Jahre später jedoch, dass die Linksufrigen damit eine Serie von sieben Niederlagen in Folge beenden und zwei Punkte im Abstiegskampf erobern konnten.

«Wir standen mit dem Rücken zur Wand, haben aber umgesetzt, was Zsolt Györi von uns verlangt hat», meinte Andrija Kasalo. Der HCH-Trainer habe nämlich gesagt, egal, welche handballerischen Fähigkeiten man habe, ­jeder müsse seinen unbändigen Willen einbringen. Das wurde vor allem in der Startphase augenscheinlich. Die Horgner überrollten die Stäfner, welche mit doppelt so vielen Punkten in die Partie gestiegen waren, regelrecht.

Zweite positive Serie starten

Nach einer Viertelstunde führten die Gastgeber 11:3, und Ferenc Panczel sah sich bereits zum zweiten Time-out genötigt. «Ich kann mir auch nicht erklären, was los war», sagte der Lakers-Trainer. Schliesslich hätte er mit seinem Staff das Team genau auf die aggressive, offensive Deckung der Horgner vorbereitet. Doch die Stäfner liessen sich wie Schafe zur Schlachtbank führen. Immerhin hätten sie sich gut ­zurückgekämpft, konstatierte Panczel. «Mit der Reaktion und dem Tempo in den restlichen 45 Minuten bin ich zufrieden.»

Für das Aufkommen der Lakers hat Kasalo eine Erklärung: «Uns fehlt der Killerinstinkt. Wenn ein Gegner am Boden liegt, müssen wir ihm den Rest geben.» Der Torhüter hofft nun auf eine ähn­liche Serie, wie sie die Horgner im November lanciert hatten. Damals feierten sie nach einer ersten Krise vier Siege in Folge. Mit Leader Basel steht dem HCH am Freitag aber ein grosser Brocken bevor. Kasalos Rezept lautet: «Wir müssen die Emotionen aus dem Derby mitnehmen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.03.2018, 10:41 Uhr

Nationalliga B

Horgen - Lakers Stäfa 34:32 (17:13)

Waldegg. 400 Zuschauer. SR Meier/Hennig. – Torfolge: 2:0, 4:2, 8:2, 11:3 (16.), 11:5, 14:8, 14:11, 17:13; 21:17, 23:17, 24:19, 24:22, 26:23, 29:25, 29:28, 31:30, 33:30, 34:32. – Strafen: je 4×2 Minuten. – Horgen: Kasalo; Arnold (1), Affentranger (1), Gantner (4), Karlen (7), Müller (15/5), Oberli (4), Santoro (1), Thaler, Wolfer (1), Mackintosh. – Stäfa: von Wyl (bis 14. und für 4 Penaltys)/Frei; Bächtiger (1), Valentakovic (8), Ardielli (3), Schlumpf (5), Vernier (2), Madsen (7), Schwander (1), Brunner (1), Piske (1), Yada (1), Barth (2). – Bemerkungen: Horgen ohne Zuber (verletzt), setzt Bless, Crippa und Klampt nicht ein; Stäfa ohne Maag, Felder und Hara (alle verletzt), setzt Zimmermann nicht ein. Time-outs: Horgen (20./13:6, 44./24:21); Stäfa (10./6:2, 16./11:3, 60./33:30). 18. Von Wyl hält Penalty von ­Müller (11:4). 32. Madsen wirft Penalty an die Latte, trifft aber im Nachschuss zum 17:14.

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