Handball

Mehr als ein Einlaufspiel

Ramon Schlumpf wohnt noch bei seinen Eltern in Feldmeilen. Im nächsten Sommer legt der 19-Jährige die Matura ab. Danach will der linke Flügel die Ausbildung zu Gunsten des Sports etwas zurückstellen.

Gymnasiast Ramon Schlumpf gönnt sich im Café Mandarin beim Stadelhofen einen Kaffee, bevor er sich  wieder an seine Matura-Arbeit macht.

Gymnasiast Ramon Schlumpf gönnt sich im Café Mandarin beim Stadelhofen einen Kaffee, bevor er sich wieder an seine Matura-Arbeit macht. Bild: Sabine Rock

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Sie haben einen Kaffee bestellt. Was mögen Sie daran?
Ramon Schlumpf: Ich finde Kaffee zwar grundsätzlich fein, trinke aber keine drei Tassen pro Tag. Wenn ich am Abend nach dem Training aber noch lernen muss, gönne ich mir einen.

Ist das auch Ihr Lieblingsgetränk?
Das mit den Lieblingsdingen fand ich schon bei den Freundschaftsbüchern schwierig. Dort schrieb ich meist Eistee. Zum Zmorge trinke ich eine warme Ovi, nach dem Training eine kalte als Regenerationsgetränk. An einem gemütlichen Abend darfs auch mal ein Gin Tonic sein.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Ich habe vieles gern, was aus Mamas Küche kommt. Früher wagte ich mich selten an etwas Neues heran.

Wie sieht es mit den eigenen Kochkünsten aus?
Die Pasta mit Tomatensauce, die ich vor einem Spiel esse, bereite ich meist selbst zu. Wenn ich mehr Zeit habe, kommen ein feines Fleisch, gedämpfte Tomaten oder Ratatouille und Reis auf den Tisch.

«Die Barrage löste bei mir Hühnerhaut aus.»Ramon Schlumpf

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?
Wenn ich vor einem Training mal nichts Gescheites esse, spüre ich den Leistungsabfall schon. Ich lege aber nichts auf die Waage oder zähle Kalorien.

Gibt es sonst Einschränkungen?
Am ehesten bezüglich Freizeit. Soziale Kontakte habe ich vor allem in der Schule und im Handball. Für die Persönlichkeitsentwicklung habe ich vom Sport sicher profitiert.

Sie stehen im letzten Jahr am Kunst- und Sportgymnasium Rämibühl. Was ist gerade aktuell?
Meine Maturaarbeit, die ich Anfang Januar abgeben muss. Ich habe mit den U17-Junioren des HC GS Stäfa, bei denen ich als Trainer tätig bin, den Einfluss von Leichtathletik-spezifischem Sprinttraining auf den Handballsport untersucht.

Welche Schlussfolgerungen konnten Sie ziehen?
Angeschaut habe ich Sprints über 30 Meter mit und ohne Ball. Mit einer Gruppe habe ich spezifisch trainiert. Der Effekt war messbar, aber nur ohne Ball. Es wäre also sinnvoll, Übungen mit dem Laufgitter und dem Ball zu kombinieren.

Wissen Sie schon, was Sie nach der Matura im nächsten Sommer beruflich machen werden?
Ein Architekturstudium würde mich interessieren. Am Infotag der ETH musste ich aber feststellen, dass dies mit dem Sport nur schwierig vereinbar ist. Deshalb schaue ich mich nach einem Praktikum als Hochbauzeichner um. Dann werde ich sehen, wie es weiter geht.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
An der Fussball-WM 2006 habe ich Panini-Bildchen gesammelt. Zwei Jahre später verfolgte ich die EM in Österreich und der Schweiz genauso wie die Olympischen Spiele in Peking.

«Architektur würde mich interessieren, ist mit Sport aber nur schwer vereinbar.»Ramon Schlumpf

Wie sind Sie zum Handball gekommen?
Ich kickte sieben Jahre im FC Meilen. Meine beiden älteren Brüder zogen mich immer damit auf, dass Fussball für sie als Handballer nur ein Einlaufspiel sei. Nach dem Besuch eines Sommercamps wechselte ich im Winter dann auch in die Halle und konnte sogleich bei den U13 Espoirs einsteigen.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Die Barrage im Mai gegen Forti Gossau. Ich spielte erstmals vor 1400 Zuschauern und verstand meine Mitspieler nicht mehr, weil es so laut war. Als ich im Hinspiel auf dem Frohberg mittels Gegenstoss einen wegweisenden Treffer erzielte, stand die Halle Kopf. Das löste bei mir Hühnerhaut aus. Stolz verspürte ich beim ersten Auftritt mit der U17-Nati. Das Aufgebot war ein Zeichen für mich, dass ich etwas richtig gemacht habe.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Ebenfalls die Barrage. Im Rückspiel vergaben wir die gute Ausgangslage und verpassten die Aufstieg in die Nationalliga A. Da flossen auch Tränen.

Schon als Junior hatten sie unter Pedja Milicic trainiert und als 16-Jähriger in der NLA debütiert. Was löste die Trennung vom Bosnier bei Ihnen aus?
Als ich am Telefon davon erfuhr, war das ein kleiner Schock. Unter Pedja hatte ich einen Stammplatz am linken Flügel. Jetzt musste ich mich neu beweisen. Unter René (Barth, dem Interimstrainer; Red.) erhielt ich wieder viel Spielzeit. Feri (Panczel, den neuen Chefcoach; Red.) muss ich zuerst kennen lernen, ein gegenseitiges Vertrauen aufbauen.

Mit welchen Erwartungen nehmen Sie am Samstag das Heimspiel gegen den RTV Basel in Angriff?
Basel hat ein starkes Team, ist ungeschlagen und voller Selbstvertrauen. Uns fehlt es an Konstanz. Zuhause können wir aber meist mehr rauskitzeln.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Fünf Minuten zum Zähneputzen und Schauen, ob die Haare sitzen.

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Mit einem Profi-Handballer, um zu sehen, wie sein Alltag ist.

Welche Person bewundern Sie?
Man kann von vielen Leuten etwas abschauen.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Da ist sicher Handball drin, ein Sieg mit den Lakers und ein Juniorenspiel als Coach. Am Sonntag gehe ich gerne mit meiner Freundin weg, es darf auch etwas Kulturelles sein.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Über Weihnachten/Neujahr zwei Tage mit der Familie in Engelberg und dann mit der Freundin in deren Ferienwohnung im Tessin.

Ihr Lieblingssong?
Kein Rap ode HipHop, wie ihn mein Chauffer Francesco Ardielli hört. (lacht) Ich bin im Auto der DJ und muss einen Zwischenweg finden.

Ihr Lieblingsfilm?
Forrest Gump, den hab ich bestimmt schon viermal gesehen. Sonst schaue ich eher Serien wie Game of Thrones oder Prison Break.

Ihr Lieblingsbuch?
Ich muss für die Schule schon genug lesen.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Dass ich den inneren Schweinehund manchmal nicht überwinden kann, wenn es um kleinere Dinge geht – etwa den Karton raus zu bringen.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Meine Freundin würde wohl sagen, dass ich Bewegungsabläufe schnell lerne.

Was macht Sie glücklich?
Handball, Familie und Freunde.

Was ärgert Sie?
Wenn ich etwas zweimal falsch mache, es zweimal in die Hand nehmen muss.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Gesund zu bleiben, dafür tue ich einiges.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Handball spielen – dann vielleicht wieder in der Schweiz. Davor würde mich das Ausland schon reizen.

Haben Sie schon ein Angebot vorliegen?
Aus dem Ausland nicht... (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.12.2017, 13:16 Uhr

Worum Gehts?

Zum Abschluss der ersten Hälfte der NLB-Meisterschaft empfangen die Lakers Stäfa am Samstag um 16.30 Uhr den RTV Basel. Im Gegensatz zu den Gelbschwarzen vor Jahresfrist fassten die Gäste nach dem Abstieg aus der Nationalliga A eine Stufe tiefer sofort Fuss. Nach zwölf Runden führen die Basler die Tabelle mit dem Punktemaximum an. Sie gewannen alle ihre Partien mit mindestens vier Toren Differenz. Der neu von Samir Sarac trainierte Absteiger hat den Stamm um Topskorer Rares Jurca, den unverwüstlichen Igor Stamenov und den ehemaligen Nationalspieler Florian Goepfert mit dem litauischen Nationalgoalie Aistis Pažemeckas und dem kroatischen Spielmacher Tibor Jurjevic geschickt verstärkt.(db)

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