Handball

Lakers Stäfa trennen sich von Milicic

Der zweite desolate Auftritt der Lakers brachte das Fass zum Überlaufen. Pedja Milicic wurde in Stäfa als Trainer abgesetzt.

Platz 7 nach vier Spieltagen war der Chefetage der Lakers Stäfa zu schlecht: Trainer Pedja Milicic muss in Stäfa seine Sachen packen.

Platz 7 nach vier Spieltagen war der Chefetage der Lakers Stäfa zu schlecht: Trainer Pedja Milicic muss in Stäfa seine Sachen packen. Bild: Archiv Moritz Hager

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Als Aufstiegskandidat waren die Rechtsufrigen in die Saison gestartet. Nach vier Runden in der Nationalliga B liegen sie allerdings bloss auf Platz 7, wurden zuletzt gar zum Punktelieferanten degradiert. Es war nicht nur der Tabellenstand, der den Verwaltungsrat der GS Players AG dazu bewog, Milicic als Cheftrainer freizustellen. «Die Leistungen und Entwicklungen der letzten Wochen entsprechen nicht unseren Vorstellungen», sagt VR-Präsident Thomas Etter. «Die beiden letzten Meisterschaftsspiele haben uns deutlich gezeigt, dass wir leider Konsequenzen ziehen müssen. Wir sahen keinen anderen Ausweg.»

Mit der Trennung vom 41-jährigen Bosnier soll gemäss Etter die Voraussetzung geschaffen werden, dass sich die Situation in der 1. Mannschaft stabilisieren könne. Dies brauche es als Basis für den angestrebten Aufwärtstrend. Der VR-Präsident bedankt sich beim Freigestellten «für die ausserordentlich lange Zusammenarbeit und das grosse Engagement für die Lakers Stäfa». Seine zentrale Rolle in der Nachwuchsabteilung des HC GS Stäfa wird Pedja Milicic laut Silvio Solenthaler, dem Leiter Technik, weiter ausfüllen.

Eine elfjährige Ära endet

Der Linkshänder war 2006 auf den Frohberg gekommen und neun Saisons lang der Dreh- und Angelpunkt im rechten Rückraum gewesen. 2015 wechselte Milicic an die Seitenlinie und stieg in der ersten Saison mit einem kaum konkurrenzfähigen Kader aus der Nationalliga A ab. Im Dezember 2016 wurde sein Vertrag vorzeitig bis 2019 verlängert. Kurz darauf schlitterte die Equipe in eine erste Krise. Die Lakers verpassten den direkten Wiederaufstieg und mussten dem TV Endingen den Vortritt lassen. In der Barrage scheiterten sie an Fortitudo Gossau.

«Wir müssen einen Schritt zurück zum Einfachen machen.»Interimstrainer René Barth

Heuer folgten auf den erknorzten Startsieg in Stans und den 35:20-Kantersieg über die SG Yellow/Pfadi Espoirs zwei empfindliche Niederlagen gegen zuvor punktelose Kontrahenten. Zuerst strauchelten die Stäfner auswärts gegen Siggenthal, am Samstag waren die völlig verunsicherten Lakers zu Hause gegen den überaus motivierten TV Birsfelden chancenlos. Nach gut drei Minuten lagen die Baselbieter bereits 4:0 voraus, bauten den Vorsprung auf 31:23 aus und gewannen schliesslich 34:31.

Barth springt wieder ein

Die Führung der Mannschaft übernimmt bis auf weiteres Goalietrainer Thomas Schmidt. Unterstützt wird er vom Ex-Internationalen René Barth. Der 54-jährige Üriker war bereits einmal als Notnagel eingesprungen. Ende Januar 2015 gab der damalige Lakers-Trainer Markus Jud seinen Wechsel zum HSC Suhr Aarau, einem direkten Kontrahenten um den Verbleib in der NLA, bekannt. Man trennte sich nach siebeneinhalb Jahren per sofort. Mit der taktischen Unterstützung von Milicic gelang unter Barth der Ligaerhalt. «Handballtechnisch bin ich weit weg. Aber meine Menschenkenntnis konnte ich einbringen und so einen Beitrag zum Erfolg leisten», sagte der Interimstrainer nach seinem viermonatigen Engagement.

Am Samstag verfolgte René Barth das Debakel gegen Birsfelden auf der Tribüne und konstatiert: «Die Verunsicherung war offensichtlich.» Nun müsse geklärt werden, auf welche funktionierenden Elemente man noch bauen könne. «Wir müssen einen Schritt zurück zum Einfachen machen und so wieder Vertrauen in die durchaus vorhandenen Fähigkeiten gewinnen.» Seine Rolle sieht der ehemalige Kreisläufer mit 206 Einsätzen in der Nationalmannschaft darin, den Spielern den Weg aufzuzeigen, den sie nun begehen müssen. Dafür ist er bereit, seine für nächste Woche geplanten Ferien zu annullieren. Im Vergleich zu seinem Einsatz vor zweieinhalb Jahren hat sich das Gesicht der Equipe massiv verändert. Mit Nicola Brunner ist lediglich ein einziger Spieler des damaligen Kaders einsatzfähig. Mit Louis Barth, dem Sohn des Interimstrainers, wäre noch ein zweiter dabei. Der 24-Jährige ist jedoch verletzt.

Erstellt: 04.10.2017, 08:59 Uhr

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