Handball

Erst am Schluss emotional

Die SG Wädenswil/Horgen gewinnt das Seederby in Stäfa 27:24 und schliesst die NLB-Saison damit in der vorderen Tabellenhälfte ab. Den Lakers steht noch der Playoff-Final gegen Endingen bevor.

Mit letztem Einsatz schnappt sich der Horgner Kreisläufer Luzian Lechner einen Abpraller vor dem Stäfner Lukas Maag. Lechner, der als Junior in Stäfa gespielt hatte, erzielte im Seederby zwei Treffer.

Mit letztem Einsatz schnappt sich der Horgner Kreisläufer Luzian Lechner einen Abpraller vor dem Stäfner Lukas Maag. Lechner, der als Junior in Stäfa gespielt hatte, erzielte im Seederby zwei Treffer. Bild: Manuela Matt

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Schon beinahe zwei Drittel der Partie waren um, als Stäfas Trainer Ferenc Panczel seine Spieler zu einem Time-out versammelte. Eben war Roger Bleuler, wie schon zuvor Francesco Ardielli, mit einem Gegenstoss an Andrija Kasalo gescheitert, und Sandro Gantner hatte zum 20:15 für die Gäste getroffen.

Es hätte der Wendepunkt im Seederby sein können. Denn die beiden «Sünder» verkürzten den Rückstand mit je einem Treffer auf drei Tore. Plötzlich waren auch bei den Stäfnern Emotionen im Spiel. Und in der Verteidigung machten sie den Linksufrigen, die nicht mehr ganz so stark aufs Gaspedal drückten, das Leben richtig schwer.

Strafe zur Unzeit

Gebremst wurde die sich anbahnende Aufholjagd der Gelbschwarzen durch eine Zeitstrafe gegen Louis Barth. Und weil es bereits seine dritte war, musste der Defensivspezialist vorzeitig unter die Dusche. «Schade, es war genau der Moment, als wir in Fahrt kamen», sagte der Kreisläufer. Ob die Sanktionen gegen ihn berechtigt waren, wollte er nicht kommentieren. Aus der Optik der einheimischen Fans waren es einige sicher nicht.

In Unterzahl schlugen sich die Lakers aber wacker. Und kaum komplett, traf Bleuler mittels Flieger zum 18:20. Nicola Brunners Penalty brachte sogar den Anschlusstreffer. Doch weil in der Folge Ardielli zuerst vom rechten Flügel und dann im Gegenstoss den Ball nicht an Kasalo vorbeibrachte, setzten sich die Gäste, angeführt von Simon Gantner, wieder ab.

Wiedersehen mit Junior

Trotzdem wurde es nochmals spannend. Zwei Minuten vor Schluss verwandelte Brunner einen Gegenstoss zum 24:25. Der Ausgleich gelang den Lakers, die während der gesamten Partie nie in Führung lagen, jedoch nicht mehr. Früher in der Saison hatte sich die SG Wädenswil/Horgen in solchen Situationen die Butter auch noch vom Brot nehmen lassen. «Inzwischen sind wir abgeklärter, haben uns als Team gut weiterentwickelt», meinte Luzian Lechner.

Für den Kreisläufer war es ein spezielles Spiel gewesen. Bis letzten Frühling hatte er seine Handball-Ausbildung unter Pedja Milicic auf dem Frohberg genossen. Nun hat sich der 19-Jährige unter dem Bosnier im NLB-Team auf der anderen Seeseite etabliert. «Wir haben mit viel Herz verteidigt, wollten unbedingt weniger Tore kassieren», nannte Lechner als Erfolgsrezept. Und vorne hätten sie von der individuellen Qualität von Simon und Sandro Gantner profitiert. Zweiterer war erst in der 15. Minute in der Halle eingetroffen. Der Linkshänder hatte zuvor das Erstliga-Team im letzten Durchgang der Abstiegsrunde noch auf den Barrageplatz geschossen.

Erster Sieg nach 13 Jahren

So war der erste Auswärtssieg im Derby seit dem 22. Oktober 2005 für die Linksufrigen das i-Tüpfelchen auf ein gelungenes Wochenende. Und weil die Konkurrenz auch noch für Wädenswil/Horgen spielte, stiess die Spielgemeinschaft sogar noch auf Platz 7 und damit in die vordere Tabellenhälfte vor. «In der Rückrunde haben wir von den besten fünf Teams der Liga drei geschlagen. Und wir stehen erst am Anfang der Entwicklung», meinte Pedja Milicic.

Weniger Grund zum Feiern hatten die Einheimischen. «Wir agierten zu nervös, machten zu viele Fehler», analysierte Louis Barth. Für die Lakers ist die Saison allerdings noch nicht zu Ende. Noch mindestens drei Mal treffen sie im Playoff-Final auf den TV Endingen. Und der souveräne Qualifikationssieger spiele ganz anders, sprich viel weniger schnell, als Wädenswil/Horgen, zeigt sich Barth optimistisch.

Erstellt: 06.05.2019, 09:28 Uhr

Telegramm

Lakers Stäfa - Wädenswil/Horgen 24:27 (14:16)

Frohberg. 320 Zuschauer. – SR Haldemann/Neumann. – Torfolge: 1:2, 4:4, 4:6, 8:9, 12:12, 12:16, 14:16; 15:16, 15:20, 19:20, 19:22, 22:23, 22:25, 24:25, 24:27. – Strafen: 8x2 inkl. Disqualifikation Barth (41.) gegen Stäfa, 2x2 gegen Wädenswil/Horgen. – Stäfa: Murbach/Frei; Bleuler (2), Bächtiger (1), Olafsson, Ardielli (2), Vernier (2), Koyasu (2), Brunner (7/2), Schwander (2), Maag (5), Zimmermann, Hara, Barth (1). – Wädenswil/Horgen: Kasalo/Schäfer; Simon Gantner (8/1), Lechner (2), Daniel Gantner, Pascal Gantner (3/1), Kälin (3), Sandro Gantner (5/2), Christian Gantner (3), Wolfer (1), Karlen (2). – Bemerkungen: Stäfa ohne Felder, Schlumpf und Seitle (alle verletzt), Wädenswil/Horgen ohne Affentranger, Gretler, Santoro und Zuber (alle verletzt), setzt Kummer nicht ein. Time-outs: Stäfa (23./12:14, 39./15:20, 57./22:25); Wädenswil/Horgen (29./13:16, 53./21:23, 60./24:26). Verschossene Penaltys: 0:2.

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