Handball

Ein gut gewürztes Schachspiel

Wenn sich am Sonntag in der Waldegg Wädenswil/Horgen und die Yellow/Pfadi Espoirs zum Abstiegskampf treffen, stehen an der Seitenlinie zwei ehemalige Mitspieler: Pedja Milicic und Stevan Kurbalija.

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Ein erstes Duell an der Seitenlinie platzte vor zwei Wochen. Beide NLB-Trainer coachen normalerweise auch die U-19-Elite-Junioren. Doch beim 31:26-Heimsieg von Pfadi Winterthur über Wädenswil/Horgen fehlte Milicic, weil er gleichentags mit dem Fanionteam auf Emmen traf. «Die Handball-Welt in der Schweiz ist nicht so gross, da trifft man sich immer wieder», sagt Stevan Kurbalija.

Zum ersten Duell der beiden als Spieler kam es am 2. April 2011, als Kurbalija mit GC Amicitia Zürich die Lakers Stäfa und Pedja Milicic in der NLA-Abstiegsrunde 26:25 bezwang. In den folgenden vier Saisons trugen der Kreisläufer aus Serbien und der Rückraumspieler aus Bosnien das gelbschwarze Dress der Lakers Stäfa. «Die Rivalität war trotzdem da, wenn wir im Training gegeneinander spielten», erinnert sich Milicic.

Teamkollegen bis 2015

2015 trennten sich ihre Wege vorerst. Kurbalija wechselte zum HSC Suhr Aarau, Milicic wurde am rechten Ufer Trainer. Zwei Jahre später beendete auch der Kreisläufer seine Aktivlaufbahn und heuerte in Winterhur an. Dort betreut der 33-Jährige nun in der zweiten Saison die oberste Ausbildungsschiene. Mit den Junioren ist er Tabellenführer in der U-19-Elite, mit der SG Yellow/Pfadi Espoirs NLB-Schlusslicht – geht es nach Kurbalija allerdings nicht mehr für lange: «Wir werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben.»

«Wir werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben.»Stevan Kurbalija

Pedja Milicic wechselte vor Jahresfrist über den See und führte Wädenswil in die Nationalliga B. In der zweithöchsten Liga musste der 42-Jährige durch den Schulterschluss mit Horgen zuerst ein neues Team bilden. «Die Basis ist da, die Spieler sind auf und neben dem Feld wie eine Familie», sagt der Trainer.

In den ersten fünf Partien schlugen sich die Linksufrigen gegen starke Gegner achtbar, blieben aber ohne Punktgewinn. Dann resultierten aus vier Runden fünf Zähler, ehe es in Altdorf eine 25:28-Niederlage absetzte. Diese begründet Milicic mit der für junge Spieler typischen Unkonstanz.

Ähnliche Philosophie

Eine zu grosse Bedeutung will Milicic der morgigen Partie nicht beimessen. Auch wenn die Winterthurer mit einem Sieg zu seinem Team aufschliessen könnten. «Horgen war in der letzten Saison zu Weihnachten auch vermeintlich auf der sicheren Seite und stieg dann noch ab», warnt der Bosnier, dessen Vorfreude auf die Begegnung mit Kurbalija, mit dem er sich oft austauscht, überwiegt.

«Wir haben eine ähnliche Ausgangslage mit einem Team aus jungen Spielern, das ohne Ausländer auskommen muss», sagt Milicic. Zudem würden sie beide als Trainer eine ähnliche Philosophie vertreten. «Wir kennen uns so gut, da wird es wie eine Partie Schach – gewürzt mit einer gesunden Prise Rivalität», sagt der Trainer der SG Wädenswil/Horgen.

Ligatopskorer bearbeiten

Stevan Kurbalija erwartet ein «interessantes und intensives Spiel», in dem es taktisch kaum Überraschungen geben werde. Er kenne nicht nur Trainer Milicic sehr gut, sondern habe etliche Spieler des Heimteams im Nachwuchs von GC Amicitia oder an der United School of Sports schon selbst betreut.

«Die Spieler sind auf und neben dem Feld wie eine Familie.»Pedja Milicic

Trotz des schwierigen Saisonstarts ist der ehemalige Kreisläufer überzeugt, dass die Eulachstädter den Ligaerhalt schaffen werden. «Wir mussten im Sommer sieben Stammspieler – mehrheitlich in die Nationalliga A – ziehen lassen. Zudem fehlen uns mit Lukas Heer, Dimitri Murri und Julian Maritz drei verletzte Leistungsträger.» So mussten andere Verantwortung übernehmen – etwa Henrik Schönfeldt. Der grossgewachsene Sohn von Morten Schönfeldt – der norwegische Internationale wirkte auf dem Platz Winterthur einst als Spieler und Trainer – ist Liga-Topskorer. «Er kann sehr gefährlich sein», urteilt Milicic. «Damit er Fehler macht, muss man ihn bearbeiten.» Von einer unglaublich guten Entwicklung, die der 21-Jährige in den vergangenen eineinhalb Saisons gemacht habe, spricht Kurbalija. «Er füllt seine zwangsläufig übernommene Leaderrolle schon gut aus.»

In den ersten acht Runden hatten Schönfeldt und seine Teamkollegen allerdings Lehrgeld bezahlen müssen. «Unsere guten Leistungen wurde nie mit Punkten belohnt», resümiert Kurbalija. Das änderte sich mit dem Remis in Steffisburg und dem 33:28-Sieg über Stans. «Dieser Erfolg war für uns mental enorm wichtig. Jetzt wissen meine Spieler, dass sie in dieser Liga auch gewinnen können», sagt der Espoirs-Trainer. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.11.2018, 14:18 Uhr

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