Handball

Bei den Lakers ist die Luft draussen

Im zweiten Playoff-Final halten die Lakers nur zehn Minuten lang mit. Dann setzt sich Endingen dank seiner grösseren Routine und Wucht ab. Nach der 30:40-Niederlage ist für Stäfa der NLA-Zug abgefahren.

Der Stäfner Moritz Bächtiger hat gegen Endingens Lukas Riechsteiner einen schweren Stand.

Der Stäfner Moritz Bächtiger hat gegen Endingens Lukas Riechsteiner einen schweren Stand. Bild: André Springer

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Schon nach sechs Minuten – also nur gut einem Drittel der Zeit, die ihm zur Verfügung gestanden hätte – kehrte Endingens Coach Zoltan Majeri in der Pause aus der Garderobe zurück. Seine Spieler hatten in der ersten Halbzeit fast alles richtig gemacht, führten 18:11. Eine lange Pausenansprache sei deshalb nicht nötig gewesen, meinte der Ungar. Wesentlich mehr Gesprächsbedarf hatte sein Landsmann in Diensten der Gastgeber. Vor allem in der Defensive fanden die Stäfner keinen Zugriff zum Spiel. Bloss drei Würfe vermochten die mehrfach ein- und wieder ausgewechselten Goalies Luca Frei und Patrick Murbach zu entschärfen.

Physisch waren die Stäfner den Gästen noch klarer unterlegen als im ersten Spiel. Kreisläufer Leonard Pejkovic liess sich auch von einem «gelben Rucksack» nicht vom erfolgreichen Torwurf abhalten und hatte nach gut einer Viertelstunde bereits vier Treffer auf seinem Konto. Im Rückraum verfügen die Surbtaler in Joel Huesmann über jenen Shooter, der den Gelbschwarzen in dieser Saison fehlt.

Mit viel Herz und Kampf machten die von den Trommlern rhythmisch angetriebenen Lakers dieses Manko an physischer Präsenz während knapp zehn Minuten wett. In der Folge waren sie zwar weiter bemüht, das Tempo hoch zu halten. Doch sie leisteten sich dabei zu viele Fehler. Von den zahlreichen Anspielversuchen an den Kreis glückte nur die Hälfte.

15 Tore in Folge

An diesem Bild änderte sich in der zweiten Hälfte nur offensiv etwas. Die Lakers suchten ihr Glück mit dem siebten Feldspieler und waren in den ersten fünf Angriffen in Serie erfolgreich. Dennoch schmolz der Rückstand nicht. Zwar zwangen die Lakers die Gäste mit der Umstellung auf eine 5:1-Deckung immer wieder an den Rand eines Zeitspiels, Endingen schloss aber gar die ersten 15 (!) Angriffe mit einem Tor ab. Erst in der 48. Minute gelang dem inzwischen eingewechselten dritten Torhüter Ari Fueter eine erste Parade.

«Wir konnten in der Verteidigung nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir agierten oft zu passiv, und wenn wir rausstachen, kam der Ball zum Kreisläufer», sagte Nicola Brunner, der es bedauerte, vor der tollen Kulisse kein besseres Resultat erzielt zu haben. «Diesen Match müssen wir rasch aus dem Kopf bringen und uns an die erste Halbzeit des ersten Finalspiels halten», nannte der Linkshänder als Rezept für die dritte Partie.

Wohl kein Déjà-vu

Dass sich der TV Endingen seinen NLA-Platz nach der 2:0-Führung in der Best-of-5-Serie wie im Vorjahr noch entreissen lässt, ist jedoch kaum anzunehmen. Damals hatte GC Amicitia im NLA-Playout den Kopf nach einem 0:2-Rückstand noch aus der Schlinge gezogen und die Surbtaler ins Unterhaus verbannt. Gleiches scheint heuer nicht realistisch. Zu gross ist die Überlegenheit des souveränen Qualifikationssiegers – auch wenn er für den 40. Treffer fünf Minuten Anlauf benötigte.

Das sahen wohl auch die Lakers-Verantwortlichen so und nahmen nach Spielschluss die Verabschiedung der scheidenden Spieler vor.

Erstellt: 15.05.2019, 10:03 Uhr

Telegramm

Lakers Stäfa - Endingen 30:40 (11:18)

Frohberg. 1140 Zuschauer. – SR Keiser/Rottmeier. – Torfolge: 2:1, 2:3, 4:3 (6.), 4:8 (14.), 5:8, 5:10, 7:11, 8:14, 11:16, 11:18; 15:21, 16:25, 19:29, 25:39, 30:40. – Strafen: 3x2 gegen Stäfa, 5x2 gegen Endingen. – Stäfa: Frei/Murbach/Fueter; Bleuler (1), Bächtiger (3), Olafsson (1), Ardielli (6), Vernier (2), Koyasu (3), Brunner (3), Schwander, Maag (3), Hara (5), Barth (3). – Endingen: Nungovitch/Grana; Feldmann, Lukas Riechsteiner (1), Baumann (4), Sudzum (2), Christian Riechsteiner (7), Mauron (3), Pejkovic (7), Ladan (2), Wittlin (3), Kündig (3), Sarac, Huesmann (8). – Bemerkungen: Stäfa ohne Felder, Seitle und Schlumpf (alle verletzt). Time-outs: Stäfa (13./4:7, 27./11:18, 40./17:27); Endingen (41./18:27). Grana hält zwei Penaltys von Brunner.

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