Handball

Auftritt vor fast 10 000 Zuschauern

Mit dem HSV Hamburg schaffte Jan Torben Ehlers den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Nun tritt der ehemalige Shooter der Lakers Stäfa aber kürzer.

Gejubelt hat Rückraumspieler Jan Torben Ehlers vor allem in seiner ersten Saison beim Handball-Sport-Verein Hamburg.

Gejubelt hat Rückraumspieler Jan Torben Ehlers vor allem in seiner ersten Saison beim Handball-Sport-Verein Hamburg. Bild: zvg/Thorge Huter / Fishing4

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In der mit 3570 Zuschauern ausverkauften Sporthalle Hamburg wurde Jan Torben Ehlers vor dem letzten Heimspiel des Handball Sport Vereins Hamburg am 1. Mai verabschiedet. Fünf Tore steu­erte der Rückraumspieler mit der Nummer 21 zum 33:22-Sieg des Leaders über den MTV Braunschweig bei. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga stand schon Mitte April fest. Zwei Saisons hatte der 26-Jährige in der Hansestadt für das Team gespielt, das in der 3. Bundesliga in die Fussstapfen des Champions-League-Siegers von 2013 trat, der im Januar 2016 in Konkurs gegangen war.

«Mit der Vergangenheit haben wir nichts zu tun», betont Ehlers. Von der Strahlkraft des Deutschen Meisters von 2011 profitierte er gleichwohl. Im Weihnachtsspiel 2017 gegen den VfL Fredenbeck pilgerten 9964 Zuschauer in die Barclaycard-Arena – was als «Weltrekord in der 3. Liga» gefeiert wurde. «Das war ein Erlebnis, von dem ich noch meinen Enkelkindern berichten werde, sollte ich mal welche haben», sagt Ehlers.

Zu Besuch in der Schweiz

Zwei Jahre hatte der Hüne für die Lakers Stäfa in der Nationalliga A gespielt. Das sei schon eine an­dere Welt gewesen, blickt der Rück­raumspieler zurück. «Alles war beschaulich, der Zürichsee wunderschön. Ich war seither mehrfach in der Schweiz und werde im Sommer wohl wieder kommen», schwärmt der Norddeutsche. Kontakte zu ehemaligen Teamkollegen pflegt er immer noch, vor allem zu Jonathan Pulver. Und um Tim Jud zu treffen, der mit Konstanz um den Ver­bleib in der 2. Bundesliga kämpft, besuchte er das Auswärtsspiel der Truppe vom Bodensee in Bad Schwartau, eine Autostunde von Hamburg entfernt.

Sportlich attestiert er jenem Stäfner NLA-Team das Niveau der 2. Bundesliga, der Zuschaueraufmarsch sei in der 3. Liga Nord aber doppelt so hoch. «Meist spielten wir vor über 1000 Supportern.» Nach seinem Engagement in der Schweiz hatte Ehlers 2015 zu den Reserven von Flensburg-Handewitt gewechselt. Die Beachtung war minimal, bloss 150 Fans verfolgten die Spiele.

Die Ausbildung im Fokus

Aufmerksam wurde auf ihn jedoch der Handball Sport Verein Hamburg, der den Neustart nach dem Konkurs dank der 2. Mannschaft in der 3. Liga angehen konnte. Jan Torben Ehlers schlug ein. Er erzielte in seiner ersten Saison die zweitmeisten Feldtore (115) in seinem Team. Dann übernahm Torsten Jansen das Traineramt. Ehlers erlitt in der Vorbereitung eine Fussverletzung, war für den Weltmeister von 2007 nicht mehr erste Wahl und totalisierte bloss 33 Tore. Sein Vertrag wurde nicht verlängert. «Mit dem Aufstieg in die 2. Liga war immer klar, dass wir unseren Kader an einigen Positionen neu aufstellen», lässt sich Martin Schwalb, Vizepräsident des Handball Sport Vereins Hamburg, zitieren.

In den zwei Jahren als Profi mit zwei täglichen Trainingseinheiten habe er handballerisch eine positive Entwicklung gemacht, meint Ehlers. Dabei profitierte er auch von erfahrenen Mitspielern wie Stefan Schröder oder Bla­zenko Lackovic. Da sich der 26-Jährige, der aus Flensburg stammt, in Hamburg mit seiner Freundin wohlfühlt, wechselt er zum VfL Fredenbeck, den der HSV mit einem 29:20 zum Saisonschluss in die Oberliga schickte. Ehlers, der für drei Jahre unterschrieb und eine Ausbildung zum Industriekaufmann beginnt, erzielte vier Tore. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.05.2018, 09:40 Uhr

Zur Person

Mit Fabian Pellegrini bestritt ein zweiter Ex-Stäfner die abgelaufene Saison in der 3. Bundesliga Nord. Der ehemalige Schweizer U-21-Nationalgoalie schloss sich im Sommer 2017 dem 1. VfL Potsdam an. Nach einem katastrophalen Start und nur einem Punkt aus sieben Spielen arbeiteten sich die Brandenburger auf Platz 6 vor. «Es war hart, aber auch toll, wie wir uns als Team selbst aus dem Dreck gezogen haben», zieht der 21-Jährige nach seiner lehrreichen Premierensaison im Ausland Bilanz. (db)

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