Wädenswil

Als Nummer 3 die Chance gepackt

Der aus Wädenswil stammende Samuel Zehnder ist erst 18-jährig. Im Nationalteam hat der linke Flügel aber schon für Aufsehen gesorgt. Nun startet er mit den Kadetten Schaffhausen in die NLA-Finalrunde.

Als 18-jähriger Topskorer im Nationalteam: Samuel Zehnder wirft am Yellow-Cup gegen Tunesien.

Als 18-jähriger Topskorer im Nationalteam: Samuel Zehnder wirft am Yellow-Cup gegen Tunesien. Bild: Madeleine Schoder

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Schon am Yellow-Cup, dem Vierländerturnier zum Jahresanfang, machte Zehnder eine gute Figur. Im finalen Duell mit Tunesien um den Turniersieg war der Teenager mit fünf Treffern – darunter drei souverän verwandelten Penaltys – der beste Skorer. Die 28:30-Niederlage vermochte er jedoch nicht zu verhindern. Hätte er in der 54. Minute im Gegenstoss zum 24:26 getroffen, wäre das Spiel gegen den WM-Teilnehmer vielleicht noch gekippt.

Eine zweite Duftmarke setzte der junge Flügelspieler in den beiden Testspielen Mitte Monat gegen Polen. Der linke Flügel der Kadetten Schaffhausen, der praktisch nur in der zweiten Halbzeit spielte, erzielte im ersten, 29:27 gewonnenen Duell sechs der letzten neun Tore der Schweizer. Insgesamt war er in den zweiten 30 Minuten achtmal erfolgreich. Zudem hatte er kurz vor der Pause einen Penalty verwertet. Zum 32:28 in der Reprise steuerte der Rechtshänder als bester Werfer sechs Treffer bei.

Die Chance genutzt

Zehnder freute sich primär darüber, dass er als nominelle Nummer 3 am linken Flügel so viel Einsatzzeit bekam. «Im letzten Match durfte ich sogar durchspielen.» Ins Kader gerutscht war er, weil neben dem gesetzten Marvin Lier von Pfadi Winterthur der Krienser Adrian Blättler verletzt passen musste.

Seine ersten Länderspieltore erzielte Zehnder im Frühling gegen Portugal. Ein erstes Aufgebot hatte er sogar schon als 16-Jähriger erhalten. Nationaltrainer Michael Suter, der ihn aus der Academy in Schaffhausen kennt, hält grosse Stücke auf ihn. Dabei steht der 18-Jährige erst in seiner Premierensaison im NLA-Team der Kadetten Schaffhausen. Der Schritt von den Junioren und den Espoirs, mit welchen er letzte Saison in der NLB spielte, sei schon gross, aber nicht riesig gewesen. «Ich bin selbst etwas überrascht, dass mir das alles so gut gelang.»

Als Fünfjähriger beim HCW

Aufgewachsen ist Samuel Zehnder in Wädenswil, wo er zum Handball fand. Seine Mutter trainierte die U-9-Junioren des HCW, weshalb er als Fünfjähriger zusammen mit seinem drei Jahre älteren Bruder Benjamin mitzuspielen begann. Mit zwölf zog die Familie nach Schaffhausen, wo ihn der Leiter der Academy ins Training lud. «Der zweitjüngste war zwei Jahre älter als ich», erinnert sich Zehnder. «Aber weil wir Übungen mit wenig Körperkontakt absolvierten, ging es, und ich konnte enorm profitieren.»

Im ersten Jahr spielte Zehnder noch in der U-13 des HC Horgen («Ich war einer der ersten, die von Wädi kamen, inzwischen arbeiten die beiden Clubs ja eng zusammen»). Dann erklomm er bei den Kadetten Stufe um Stufe. Immer ging es aufwärts. Wohin soll der Weg noch führen? Der 18-Jährige muss nicht lange überlegen: «Nach Deutschland in die Bundesliga, dort ist das Faninteresse riesig. Das reizt mich.» In Schaffhausen hat er einen Vertrag mit Option bis 2020. «Es gefällt mir gut hier, aber irgendwann möchte ich noch weiter kommen.»

Um 6 Uhr in der Halle

In die NLA-Finalrunde starten die Kadetten am Sonntag auswärts gegen Suhr Aarau als Leader. Nichts anderes als der Titel ist das Ziel. Zu einer Begegnung mit seinem Bruder wird es dabei nicht mehr kommen. Der 21-jährige Benjamin, ebenfalls ein linker Flügel, hatte im Sommer zu Fortitudo Gossau gewechselt, das nun die Abstiegsrunde bestreiten muss. Das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams hatte Samuel Zehnder verpasst, er war krank. Im November dann erstmals gegeneinander zu spielen, sei schon speziell gewesen. Die ganze Academy hatten sie gemeinsam durchlaufen.

Weil er das dritte und letzte Jahr seiner KV-Lehre absolviert, kann der 18-Jährige nur drei Trainings mit dem Fanionteam bestreiten. Zweimal wöchentlich steht er dafür schon um 6 Uhr in der Halle, zwei weitere Male am Abend mit dem NLB-Team. Zehnder weiss, wofür er das auf sich nimmt: «Ich möchte einmal vom Sport leben können.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.01.2019, 09:23 Uhr

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