Handball

Die treue Seele

Seit 2007 ist Nicola Brunner am rechten Flügel ein fester Bestandteil von Stäfas 1. Mannschaft. Vor dem Heimspiel am Samstag gegen die Kadetten Espoirs wird der 29-Jährige für seinen 350. Einsatz in Gelb-Schwarz geehrt.

Der 29-jährige Nicola Brunner steht am Samstag zum 350. Mal für die Lakers Stäfa im Einsatz.

Der 29-jährige Nicola Brunner steht am Samstag zum 350. Mal für die Lakers Stäfa im Einsatz. Bild: Patrick Gutenberg

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Nein, erinnern kann Brunner sich nicht mehr genau an sein erstes­ Spiel im Fanionteam. Aber wer in der NLB-Saison 2007/08 unter Trainer Markus Jud die Stäfner Farben trug, weiss der Linkshänder noch genau. Es waren dies etwa Misha Kaufmann (heute NLA-Trainer von Suhr Aarau­), Pedja Milicic (NLB-Trainer Wädenswil/Horgen), Daniel Perisa (Stäfas Teammanager), Thomas Schmidt (Stäfas Goalietrainer) oder Christian Rieger (VR-Präsident GS Players AG).

Zieht man die Statistiken zu­rate, taucht der Name Nicola Brunner erstmals am 16. September 2007 im 41:35 gewonnenen Heimspiel gegen Altdorf auf. Das erste Meisterschaftstor für Stäfa erzielte der rechte Flügel am 13. Dezember 2007 beim 28:25-Auswärtssieg in Altdorf. 911 weitere Treffer sollten folgen. Vor zwei Wochen beim 34:28-Sieg in Emmen­ war Brunner in seinem 350. Nationalligaspiel für Stäfa fünf­facher Torschütze.

Die Mimik von Nicola Brunner beim Wurf ist auch nach über zehn Jahren noch die gleiche (siehe Bild oben). Bild: Geri Schedl.

Vor vielen Fans spielen

350 Einsätze für denselben Klub. «Das ist eine hohe Zahl», findet der Jubilar selbst – und in der heutigen Zeit, in der Klub­treue nicht mehr so ausgeprägt sei, keine­ Selbstverständlichkeit mehr. Ein Wechsel zu einem ande­ren NLB-Klub wäre für Brun­ner nie infrage gekommen. Und in der Nationalliga A hätte alles passen müssen. «Hier habe ich Job und Familie gleich in der Nähe», begründet er.

Zudem habe er auch mit den Lakers Stäfa tolle Erlebnisse gehabt­, sagt Nicola Brunner. Er zählt die beiden Aufstiege in die Nationalliga A, die zweimalige Teilnahme am Final 4 im Cup oder die Barragespiele auf. «Mein Ziel war immer, gesund zu bleiben und vor vielen Fans spielen zu können.» Aktuell bestreitet der Linkshänder seine zwölfte Saison in der Nationalliga; sein medizinisches Bulletin umfasst bloss einen Handbruch und eine Schambeinentzündung. «Dabei bin ich sicher kein Musterathlet», wundert Brunner sich selbst.

Connys Wundermassagen

Sein langjähriger Teamkollege Lukas Maag wagt augenzwinkernd einen Erklärungsversuch: «Nici ist kein Trainingsweltmeister. Die Massagen von Physio Conny Anderes müssen bei ihm Wunder wirken – vor allem wenn sie dann stattfinden, wenn wir anderen das Krafttraining absolvieren.» Brunner klopfe zwar viele Sprüche, meint Maag. «Wenn es zählt, ist aber auf ihn Verlass.»

Auch für Teammanager Daniel Perisa ist Brunner aus Handball Stäfa nicht wegzudenken: «Er ist eine treue Seele und verfügt über einen sehr guten Wurf.» In jungen Jahren musste sich der Links­händer am rechten Flügel hinter Roland Siegenthaler, Simon Getzmann und Nikola Cvijetic einreihen. Letzterer ist am Samstag mit den Kadetten Espoirs auf dem Frohberg zu Gast. «Wir wollen uns für die blamable 24:35-Niederlage im Cup revanchieren», sagt Brunner, der sich den Part auf Rechtsaussen inzwischen mit U-21-Nationalspieler Francesco Ardielli teilt. «Wir spor­nen uns gegenseitig an und freuen uns auf der Bank auch über die Tore des anderen», sagt der 29-Jährige. Seine Unbekümmertheit sei im Handball sicher ein Vorteil, findet Brunner. «In der Schule war diese Lockerheit weniger gut.»

«So lange ich Spass habe»

Und was bringt die Zukunft? Ende­ Saison läuft sein Vertrag aus. An seinem Leitsatz: «Ich spiele so lange, wie ich Spass ­habe und gesund bin», habe sich nichts geändert. «Aber zu einfach will ich es Dani Perisa in den Vertragsverhandlungen im Dezember auch nicht machen», schmunzelt Brunner. Die Stimmung im Team sei jedenfalls – nach drei Seuchenjahren – wieder sehr gut. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.10.2018, 10:04 Uhr

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