Handball

«Die Vorfreude ist wesentlich grösser als der Druck»

Mit den Lakers Stäfa strebt Nicola Brunner die Rückkehr in die Nationalliga A an. Den 27-jährigen Linkshänder bringt die Barrage gegen Gossau nicht aus der Ruhe, vielmehr freut er sich auf eine lautstarke Kulisse. Privat mag er es ruhiger und hat neben dem Kaffee auch ein Müesli zum Zmorge entdeckt.

In der Barista Swiss in Stäfa gönnt sich Nicola Brunner eine Tasse Kaffee. Noch lieber bestellt der Handballer ein Süssgetränk – gerne auch zu Pommes oder Pizza.

In der Barista Swiss in Stäfa gönnt sich Nicola Brunner eine Tasse Kaffee. Noch lieber bestellt der Handballer ein Süssgetränk – gerne auch zu Pommes oder Pizza. Bild: David Baer

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Sie haben einen Kaffee bestellt. Was mögen Sie daran?
Nicola Brunner: Ich bin noch nicht so lange auf den Geschmack gekommen. Nach dem Essen geniesse ich gerne eine Tasse – das hält mich wach.

Ist das auch Ihr Lieblingsgetränk?
Nein, da ziehe ich ein Süssgetränk wie Cola oder Fanta vor.

Bleiben wir beim Kulinarischen: Was essen Sie gerne?
Im Restaurant als Beilage am liebsten Pommes, aber auch Pizza oder einen Salat.

Was können Sie selbst zubereiten?
Ich koche selten zuhause, meist habe ich dafür keine Zeit. Allenfalls am Abend nach dem Training oder am Wochenende. Vor einem Match gibts Spaghetti.

Inwiefern achten Sie als Sportler auf die Ernährung?
Wenig. Kalorien zählen muss ich zum Glück nicht. (lacht) Vor Kurzem war ich jedoch bei einer Kollegin in einer Ernährungsberatung. Seither esse ich am Morgen bevor ich aus dem Haus gehe ein Müesli. Davor war ich elf Jahre ohne Frühstück ausgekommen.

Dann schränkt Sie Ihre sportliche Aktivität im Alltag gar nicht ein?
In der kurzen Trainingspause Ende Mai merke ich jeweils, wieviel Zeit mein Hobby frisst. Dann geniesse ich die freien Abende doppelt. Aber ich kenne ja seit zehn Jahren nichts anderes.

Womit bestreiten Sie Ihren Lebensunterhalt?
Als Elektromonteur – noch bis Ende Monat mit einem 90-Prozent-Pensum bei Bernauer in Stäfa, wo ich auch die Lehre gemacht habe. Auf den Juni wechsle ich zu Wyss Elektro nach Wolfhausen und stocke wieder auf 100 Prozent auf.

«Die Bürolisten und Studenten freuen sich am Abend sicher mehr auf die Bewegung in der Halle.»Nicola Brunner

Ist das neben den fünf Trainingseinheiten pro Woche überhaupt machbar?
Ich kann die Arbeits- den Trainingszeiten anpassen. Die körperliche Arbeit schlaucht aber schon. Die Bürolisten und Studenten freuen sich am Abend sicher mehr auf die Bewegnung in der Halle. (schmunzelt) Aber mir macht es noch immer Spass, sonst hätte ich den Vertrag in Stäfa nicht bis 2019 verlängert.

Welchen sportlichen Grossanlass haben Sie als ersten bewusst wahrgenommen?
Die Fussball-WM 1998, als Frankreich im eigenen Land den Titel holte. Wegen meiner älteren Brüder hatten wir ein Panini-Album zuhause.

Wie sind Sie zum Handball gekommen?
Mit Kollegen aus der Siedlung kickte ich zuerst im FC Rüti. Durch meine Brüder bin ich dann als 13-Jähriger beim HC GS Stäfa eingestiegen. Da ging physisch schon viel mehr die Post ab.

Welches war Ihr schönster Moment im Sport?
Der B-Meistertitel und der damit verbundene Aufstieg in die Nationalliga A 2010. Toll waren auch die beiden Teilnahmen am Final Four.

Und welches war die grösste Enttäuschung?
Im ersten Moment die Niederlage im Cup-Halbfinal 2013 gegen Wacker Thun nach der zweiten Verlängerung. Der Abstieg vor einem Jahr aus der Nationalliga A hatte sich nach dem Umbruch abgezeichnet, deshalb kam er nicht überraschend.

Mit welchen Erwartungen nehmen Sie die Barrage gegen Fortitudo Gossau in Angriff?
Bisher hat noch kein B-Klub über die Barrage den Aufstieg geschafft. Wir brauchen zwei super Spiele, um Gossau zu bezwingen. Machbar ist es, auch wenn Gossau zuletzt einen Lauf hatte mit sieben Siegen in Folge.

Über Erfahrung mit Barragespielen verfügen Sie ja zur Genüge.
Solche Spiele vor über 1000 Zuschauern sind für uns das Salz in der Suppe. Die Vorfreude ist wesentlich grösser als der Druck.

Wie lange brauchen Sie morgens vor dem Spiegel?
Fünf bis zehn Minuten. Seit ich angefangen habe, Zmorge zu essen, wird die Zeit oft knapp. Um 7 Uhr sollte ich im Geschäft sein.

Mit welcher Person würden Sie gerne für einen Tag tauschen?
Mit einem Profisportler wie Cristiano Ronaldo. Es ist toll, wenn man sich voll auf den Sport konzentrieren und am Morgen schon trainieren kann. Deshalb mag ich auch Trainingslager.

Welche Person bewundern Sie?
Meine Eltern und Brüder – sie sind viel zielstrebiger als ich. Bei meinem Vater habe ich gesehen, was es braucht, ein eigenes Geschäft aufzubauen, das läuft.

Wie sieht für Sie ein perfektes Wochenende aus?
Nach einem Heimsieg am Samstag gehts nach Zürich in den Ausgang. Den Sonntag verbringe ich gerne draussen, im Winter etwa beim Skifahren. Oder ich nehme es zuhause auch mal gemütich.

Wo und mit wem verbringen Sie Ihre nächsten Ferien?
Mit meinen Teamkollegen fliege ich am Sonntagmorgen nach dem Barrage-Rückspiel für vier Tage nach Mallorca. Dort feiern wir seit Jahren das Saisonende, geniessen den Strand und treffen andere Handballer.

Ihr Lieblingssong?
Während der Arbeit höre ich oft Radio.

Ihr Lieblingsfilm?
Ein Thriller oder eine Komödie. Meist schaue ich mir die TV-Serie «Scrubs – Die Anfänger» an, die ist locker und lustig.

Ihr Lieblingsbuch?
Ich lese fast nur in den Ferien.

Was ist Ihr grösstes Laster?
Manchmal bin ich etwas faul.

Und welches ist Ihre beste Eigenschaft?
Meine Lockerheit, davon könnten sich meine Brüder eine Scheibe abschneiden. (lacht)

Was macht Sie glücklich?
Ein wichtiger Sieg mit den Lakers oder wenn ich es mit Kollegen bei schönem Wetter draussen geniessen kann.

Was ärgert Sie?
Wenn man im Training etwas fünf-, sechsmal sagen muss, bis es klappt, weil die Spieler nicht bei der Sache sind. Sonst Unpünktlichkeit.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Familie und Gesundheit.

Was machen Sie in zehn Jahren?
Vielleicht spiele ich dann immer noch Handball oder bin Trainer. Beruflich wäre sicher die Zeit reif für eine Weiterbildung. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.05.2017, 16:12 Uhr

Worum Gehts?

Nachdem sie als NLB-Zweite den direkten Wiederaufstieg in die Nationalliga A verpasst haben, erhalten die Lakers Stäfa in der Barrage nach Europacup-Formel egen Fortitudo Gossau eine zweite Chance. Die Fürstenländer sahen nach der NLA-Hauptrunde wie der sichere Absteiger aus, zogen im letzten Spiel der Abstiegsrunde mit einem 30:28-Sieg in Basel den Kopf aber noch aus der Schlinge und schoben dem RTV den schwarzen Peter zu.

Seit der Jahrtausendwende trafen die Stäfner und die Gossauer nicht weniger als 38 Mal aufeinander. Mit 16 Siegen, einem Remis und 21 Niederlagen fällt die Bilanz für den Seeklub dabei negativ aus. Morgen Samstag erfolgt der Anpfiff auf dem Frohberg um 16.30 Uhr, eine Woche später kommt es in Gossau zum Rückspiel. (db)

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