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Zum Abschluss ein Grümpel-Meister

Am Pfingstsonntag um 23.43 Uhr kennt man den neuen Schweizer Fussball-Meister.

Der Meister wird diesmal in einem Käfig auf dem Bundesplatz in Bern ermittelt.
Der Meister wird diesmal in einem Käfig auf dem Bundesplatz in Bern ermittelt.
Keystone

Sportministerin Viola Amherd hat zu einer Videokonferenz eingeladen. Der Bundesrat wählt inzwischen nur noch diese Form der Kommunikation, um eine Ansammlung von Medienleuten zu vermeiden und damit sie und sich selber vor dem Coronavirus zu schützen. Der Titel der Einladung führt dazu, dass alle Onlineportale Push-Nachrichten versenden: «Der Bundesrat will einen Schweizer Fussballmeister!»

Die Aufregung ist gross, sogar das Schweizer Farbfernsehen überträgt live, fünf Journalisten und vier Experten sitzen im Leutschenbach zusammen und diskutieren, was wohl die bundesrätliche Botschaft sein könnte. Sie sind ratlos.

Dann, Punkt 12 Uhr an diesem Tag im Mai, es ist heiss wie im Sommer, begrüsst Amherd die Schweizer Bevölkerung und betont, dass sie sich mit allen abgesprochen habe, mit den Clubs, der Liga, dem Verband, den TV-Partnern und auch, wie sie schmunzelnd sagt, mit dem Amt für Wirtschaft und Arbeit und jenem für die Gesundheit. «Am 31. Mai, am Pfingstsonntag, kurz vor Mitternacht, kennen wir den Schweizer Fussballmeister der Saison 2019/20. Wir sind alle froh, dass wir eine Lösung gefunden haben.» Sie stellt sie vor:

- Der Fussballmeister 2019/20 wird am Pfingstsonntag innert 24 Stunden ermittelt, von 0 Uhr bis 24 Uhr.

- Alle 13 noch ausstehenden Runden werden nachgeholt. Ein Spiel dauert 15 Minuten. Dazwischen gibt es jeweils 7 Minuten Pause, damit sich die nächsten Mannschaften aufstellen können. (Amherd zeigt eine Aufstellung: 65 Spiele à 15 Minuten entspricht 975 Minuten. Dazwischen jeweils 7 Minuten Pause entspricht 448 Minuten.) «Um 23.43 Uhr kennen wir also den neuen Meister», sagt Amherd stolz, «es bleibt ausreichend Zeit für die Pokalübergabe.»

Für diese Ein-Tages-Restmeisterschaft hat der Bundesrat einen ausserordentlichen Kredit für ein Kleinstadion auf dem Bundesplatz in Bern bewilligt. Amherd nennt es «Käfig», es soll ein Kunstrasen in der Grösse eines Handballfeldes sein, eingegrenzt von einer hohen Bretterwand, auf der einen Seite hat es Platz für die zehn Teams mit Betreuern, die Medienleute (auf dreissig beschränkt) und einen Bundesrat für die Pokalübergabe. Und weil das Spielfeld kleiner ist, wird fünf gegen fünf gespielt, aber mit normalen Fussballtoren, «damit viele Tore fallen», sagt Amherd.

Umarmungen zwischen den Spielern sind strikt untersagt. Zuschauer sind keine zugelassen, SRF und Teleclub haben sich geeinigt, 24 Stunden lang nonstop zu übertragen.

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