Zürichs Abwehr schwächelt weiter

Der FCZ unterliegt Luzern zum Auftakt der Rückrunde mit 2:3. Fabio Celestini gelingt damit das Debüt als Trainer der Zentralschweizer.

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Wenn es kein Rekord ist, dann ist Ashvin Balaruban zumindest nahe dran an einer Bestmarke. Am Freitag hat der Linksverteidiger beim FC Luzern einen Profivertrag unterschrieben. Einen Tag später stand er bei diesen Profis auf dem Platz. Balaruban ist 18 Jahre alt, hat bisher bei den Junioren und achtmal in der vierthöchsten Liga gespielt. Und jetzt also Super League – schneller kann man als Fussballer kaum erwachsen werden.

Es mag grössere Affichen geben als Zürich gegen Luzern im überschaubar besuchten Letzigrund. Aber für Balaruban war das erste Spiel zu Beginn eine Nummer zu gross: Nur mit Nervosität ist zu erklären, dass er Mirlind Kryezius langen Ball nach fünf Minuten unterlief. Im Anschluss erzielte Marco Schönbächler das 1:0. Balarubans Glück war, dass ihm der FCZ das Debütantenleben nicht noch schwerer machte. Denn die Zürcher hatten in der zweiten Halbzeit zwar die eine oder andere Möglichkeit, die grösste vergab Nathan in der 92. Minute. Doch vor allem vor der Pause kamen sie kaum vor Marius Müllers Tor und verloren so das erste Spiel der Rückrunde 2:3.

Der FCZ verpasste es, zumindest über Nacht näher an St. Gallen und Platz 3 zu kommen. Dorthin, wo er in seinem Selbstverständnis hingehört. Dorthin, wo sich auch Ludovic Magnin sieht.

Trainer Magnin gibt ganz den Chef-Optimisten

Am Freitag hat der Verein den Vertrag mit seinem Trainer verlängert. Gleich um zwei Jahre. Die Unterschrift ist auch das Resultat der Erfolge, die Magnin zu Jahresende erlebte. Niemand war zum Schluss der Vorrunde besser. Doch die Qualitäten aus dieser Phase waren gegen Luzern kaum mehr zu sehen. Und die Schwächen, mit denen der FCZ schon die ganze Saison kämpft, haben die Winterpause überlebt.

Noch immer kassieren die Zürcher zu viele Treffer, inzwischen sind es in Cup und Liga acht Spiele mit drei oder mehr Gegentoren. Magnin, Chef-Trainer und -Optimist, sagt: «Zuletzt hätten wir in einem solchen Spiel fünf oder sechs Gegentore erhalten.»

Luzern profitierte davon, dass Nathan und Kryeziu, die beiden Innenverteidiger, ihr Zentrum mehrmals dem Gegner überliessen oder die Abwehr den Ball nicht aus dem Strafraum brachte. So glich Idriz Voca aus. Danach reichte eine einfache Eckballvariante für Ryder Matos’ 2:1. Und schliesslich hatte Francesco Margiotta bei seinem 3:1 luxuriös viel Platz.

Blaz Kramer erzielte in der 78.Minute den Anschlusstreffer. In der Vorrunde hatten die Tore des Slowenen einen Zürcher Sieg garantiert. Diese Serie ist gerissen.

Magnin hat es auch im sechsten Trainerduell verpasst, seinen welschen Antipoden zu bezwingen: Fabio Celestini bleibt Magnins «bête noire». Dieser Angstgegner freut sich über seinen Einstand als Trainer des FC Luzern. Und er teilt die Freude mit Ashvin Balaruban, dem 18-jährigen Debütanten, über den er sagt: «Für mich als Trainer war es ein Risiko, ihn zu nominieren. Jetzt kann ich ihm nur gratulieren.»

Servette übernimmt Platz vier

Seit Ende Oktober und dem 2:0 gegen Luzern wartet Xamax auf einen Sieg in der Super League. Auch gegen das formstarke Servette gelang den Neuenburgern zum Rückrunden-Auftakt vor eigenem Publikum kein Erfolg. Servettes Koné schockte das Heimteam bereits nach wenigen Sekunden, und kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Tasar auf 2:0. Neuchâtels Kamber erzielte in der zweiten Halbzeit zwar den Anschlusstreffer, doch wenige Minuten später wurde der Verteidiger mit Rot vom Platz geschickt, weil er Tasar mit einem groben Foul am Schienbein traf. Zu zehnt kam Xamax zwar immer besser ins Spiel, doch die Druckphase wurde nicht belohnt. Es blieb in der Maladière beim 1:2.

Zürich - Luzern 2:3 (1:3)
8623 Zuschauer. - SR Schnyder.

Tore: 5. Schönbächler (Mirlind Kryeziu) 1:0. 13. Voca 1:1. 25. Matos (Margiotta) 1:2. 27. Margiotta (Males) 1:3. 78. Kramer (Kololli) 2:3.

Zürich: Brecher; Rüegg, Nathan, Mirlind Kryeziu, Kempter (83. Winter); Janjicic (46. Mahi), Domgjoni; Tosin, Marchesano (57. Kololli), Schönbächler; Kramer.

Luzern: Müller; Sidler, Knezevic, Lucas, Balaruban (52. Grether); Matos (71. Mistrafovic), Voca, Ndenge, Ndiaye; Males (66. Schürpf), Margiotta.

Bemerkungen: Zürich ohne Sohm (gesperrt), Pa Modou, Charabadse (beide verletzt) und Omeragic (krank). Marchesano verletzt ausgeschieden. Luzern ohne Kakabadse, Schulz und Binous (alle verletzt) und Schwegler (krank). Super-League-Debüt des 18-jährigen Ashvin Balaruban. Verwarnungen: 7. Domgjoni (Foul), 20. Ndiaye (Foul), 29. Mirlind Kryeziu (Foul). 34. Balaruban (Foul), 45. Kramer (Foul), 46. Nathan (Foul), 74. Rüegg (Foul), 80. Sidler (Foul).

Neuchâtel Xamax - Servette 1:2 (0:2)
5744 Zuschauer. - SR Jaccottet.

Tore: 1. (0:14) Koné (Stevanovic) 0:1. 44. Tasar (Stevanovic) 0:2. 47. Kamber (Tafer) 1:2.

Neuchâtel Xamax: Walthert; Gomes, Neitzke, Djuric, Xhemajli (46. Tafer), Kamber; Corbaz (71. Seferi), Serey Die, Ramizi; Nuzzolo, Karlen (59. Seydoux).

Servette: Frick; Sauthier, Rouiller, Sasso, Iapichino; Stevanovic, Cognat (87. Routis), Ondoua; Park (76. Cespedes), Koné, Tasar (90. Alves).

Bemerkungen: Neuchâtel Xamax ohne Oss, Dugourd, Doudin und Alic (alle verletzt). Servette ohne Schalk (verletzt). 56. Rote Karte gegen Kamber (Foul). Verwarnungen: 5. Park (Foul), 21. Serey Die (Foul), 66. Rouiller (Foul), 83. Nuzzolo (Reklamieren).

(saw / tmü)

Erstellt: 25.01.2020, 18:45 Uhr

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