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Vier FCZ-Tore im Letzigrund – YB stolpert

Überraschung in Thun: YB kommt im Berner Derby nicht über ein 2:2 hinaus. Basel profitiert und gewinnt gegen GC, Zürich siegt spektakulär.

Leader YB stolpert: Die Bernern kommen in Thun nicht über ein Unentschieden hinaus.
Leader YB stolpert: Die Bernern kommen in Thun nicht über ein Unentschieden hinaus.
Peter Schneider, Keystone
Dem Leader getrotzt: Nach aufopfernder Leistung erarbeiten sich die Thuner einen Punkt.
Dem Leader getrotzt: Nach aufopfernder Leistung erarbeiten sich die Thuner einen Punkt.
Anthony Anex, Keystone
Doppelschlag: Kurz nach dem 1:0 erhöht Roberto Rodriguez in der 30. Minute das Skore für den FCZ.
Doppelschlag: Kurz nach dem 1:0 erhöht Roberto Rodriguez in der 30. Minute das Skore für den FCZ.
Walter Bieri, Keystone
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Der FC Zürich war in seinen letzten beiden Partien ohne Tore geblieben. Gegen St. Gallen traf er in 34 Minuten gleich dreimal, was in erster Linie an einer hundertprozentigen Effizienz lag. Adrian Winter (20.) und Roberto Rodriguez (30.) machten aus Halbchancen eine 2:0-Führung, Raphael Dwamena erzielte sein achtes Saisontor nach idealem Pass von Rodriguez.

Die ehemaligen St. Galler Rodriguez und Winter waren im 2018 bisher nicht so auf Touren gekommen. Gegen ihren ehemaligen Klub brillierten beide - Rodriguez mit einem Tor und zwei Assists, Winter mit einem Treffer und einer Vorlage. Das 1:0 war eine Co-Produktion: Rodriguez spielte den letzten Pass auf Winter, der sich mit purer Willenskraft im Strafraum gegen fünf St. Galler durchsetzte. Auch der zweite Zürcher Treffer war mehr der Entschlossenheit von Rodriguez zu verdanken und weniger der spielerischen Qualität des FCZ. Diese zeigte der Cupfinalist nach der Pause einige Male, noch bevor in der 77. Minute das längst überfällige 4:0 durch Antonio Marchesano fiel.

Schwaches St. Gallen

Der FC St. Gallen verteidigte schwach und zeigte in der Offensive viel zu wenig. Der glückliche Sieg am Wochenende gegen die Grasshoppers nach zwei Niederlagen in Folge war offensichtlich keine Trendwende. In dieser Verfassung werden die Ostschweizer Mühe haben, ihren 3. Platz zu verteidigen. Der FC Luzern kann mit einem Sieg am Donnerstag in Lausanne bis auf zwei Zähler herankommen. Und der FC Zürich, der erst den zweiten Meisterschaftssieg unter Ludovic Magnin feierte, liegt noch fünf Punkte hinter St. Gallen.

Angstgegner Thun

Nicht gegen Basel, Zürich oder St. Gallen haben die Young Boys seit der Sommerpause am meisten Zähler eingebüsst, sondern gegen den um 36 Punkte und sechs Ränge schlechter klassierten Kantonsrivalen: ein 0:4, 1:3 und nun das 2:2. Eine solche Bilanz wie Thun, am 3. Dezember 2017 letzte Bezwinger der Stadtberner, kann kein anderes Team der Liga gegen YB vorweisen.

Wie sollte man also eine Partie werten, die der Leader in den ersten 45 Minuten fast nach Belieben kontrollierte, in der er aber nur mit 1:0 führte? Jean-Pierre Nsame, der seit Jahresbeginn insgesamt erst 120 Minuten zum Einsatz gekommen war, hatte einen herrlichen Aussenrist-Steilpass von Christian Fassnacht verwertet. Wie konnte es sein, dass die Young Boys nach der Pause nachliessen und nach Standards zwei Gegentreffer innert weniger als vier Minuten kassierten? War es Nonchalance? Es schien jedenfalls, als sei sich das seit nunmehr 13 Partien ungeschlagene YB davor seiner Sache zu sicher gewesen.

Wichtiger Punkt im Abstiegskampf

Marvin Spielmanns Penaltytor (Miralem Sulejmani agierte nach einem rasch ausgeführten Thuner Freistoss im eigenen Strafraum ungeschickt) und ein Kopfball von Roy Gelmi nach einem Corner führten zur überraschenden Wende. Thun zeigte sich in dieser Phase der Partie äusserst effizient. Dem immer stärker werdenden Druck hielten die Berner Oberländer aber letztlich nicht stand. Fassnacht, einer der aktivsten Gelb-Schwarzen, glich das sehr intensive Derby im erstmals seit 2011 wieder ausverkauften Thuner Stadion acht Minuten vor Schluss noch aus.

Thun holte einen für den Abstiegskampf überaus wichtigen Punkt. Die Berner Oberländer blieben zum fünften Mal in Serie ungeschlagen. «Dieser Fakt und die sieben Punkte gegen den Leader und Meister sind gute Zeichen», freute sich der Thuner Sportchef Andres Gerber im Interview mit Teleclub, fügte aber an: «Wir dürfen uns über das Resultat nicht beklagen.»

Zürich - St. Gallen 4:0 (3:0)

8817 Zuschauer. SR Hänni.Tore: 20. Winter (Rodriguez) 1:0. 30. Rodriguez (Dwamena) 2:0. 34. Dwamena (Rodriguez) 3:0. 77. Marchesano (Winter) 4:0.Zürich: Brecher; Rüegg, Bangura (82. Kryeziu), Nef, Pa Modou; Domgjoni; Winter, Aliu (79. Maouche/85. Haile-Selassie), Marchesano, Rodriguez; Dwamena.St. Gallen: Lopar; Hefti, Wiss, Musavu-King (46. Tafer); Sigurjonsson; Aratore (74. Buess), Toko, Tschernegg (46. Gasser), Wittwer; Ben Khalifa, Itten.Bemerkungen: Zürich ohne Palsson (gesperrt), Alesevic, Brunner, Sarr, Schönbächler (alle verletzt), Frey und Rohner (beide krank). St. Gallen ohne Ajeti, Lüchinger, Koch, Muheim, Stojanovic, Barnetta und Van der Werff (alle verletzt). 68. Lattenschuss von Dwamena. 85. Maouche verletzt ausgewechselt.Verwarnungen: 23. Domgjoni. 58. Hefti (beide Foul).

Thun - Young Boys 2:2 (0:1)

10'014 Zuschauer (ausverkauft/Saisonrekord). SR Schnyder.Tore:27. Nsame (Fassnacht) 0:1. 58. Spielmann (Foulpenalty) 1:1. 61. Gelmi (Corner Lauper) 2:1. 82. Fassnacht (Benito) 2:2.Thun: Faivre; Sutter, Gelmi, Righetti; Glarner, Lauper, Hediger, Karlen, Facchinetti; Spielmann (81. Kablan), Sorgic (71. Hunziker).Young Boys:Wölfli; Schick, Nuhu, von Bergen, Benito; Fassnacht, Bertone, Aebischer (81. Moumi Ngamaleu), Sulejmani; Nsame, Assalé (71. Hoarau).Bemerkungen: Thun ohne Bigler, Bürgy, Costanzo, Joss, Nikolic und Tosetti, Young Boys ohne Lotomba, Mbabu, Sow, von Ballmoos (alle verletzt) und Sanogo (gesperrt).Verwarnungen: 22. Nuhu (Foul). 31. Spielmann (Foul/im nächsten Spiel gesperrt). 65. Nsame (Reklamieren).

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