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Viele Neue in der «Wundertüten-Gruppe»

Ab kommendem Wochenende rollt in der 2. Liga des FVRZ der Ball wieder. Für einmal sind gleich sechs Seeklubs in einer Gruppe vertreten. Alle streben primär den Klassenerhalt an. Behaupten müssen sich vor allem die beiden Aufsteiger – aber auch jene, die ihr Kader massiv verändert und neue Trainer haben.

Mit Adliswil muss sich der verteidigende Assistenzcoach Gianluca Cavaliere (am Ball) nach dem Aufstiegshöhenflug in der 2. Liga durchsetzen.
Mit Adliswil muss sich der verteidigende Assistenzcoach Gianluca Cavaliere (am Ball) nach dem Aufstiegshöhenflug in der 2. Liga durchsetzen.
Michael Trost

Die Gruppeneinteilung der regionalen 2. Liga garantiert Hochspannung. Je drei Vereine vom rechten und linken Zürichsee­ufer wollen sich in der Gruppe 1 über Wasser halten. So stehen in der Meisterschaft 2017/18 total 30 Seederbys an. Brisant sind besonders jene zwischen Nachbarn und den Ligarückkehrern.

Fünf der sechs Seeklubs liessen ihre ursprünglich am folgenden Wochenende angesetzten Partien der Auftaktrunde verschieben. Entweder wegen Abwesenheiten oder weil ihre Gegner solche und deshalb um eine Neuansetzung gebeten haben. Richtig lanciert wird die neue Spielzeit daher erst am 26./27. August.

Bewährungsprobe zum Start

Aufsteiger Männedorf hingegen absolviert den ersten Ernstkampf der neuen Saison wie vorgesehen am Sonntag. Mit Seefeld, das sich in der vergangenen Meisterschaft aus der 1. Liga zurückgezogen hat, gastiert gleich ein Gruppenfavorit und somit Prüfstein auf dem Widenbad. «Da wird sich zeigen, wo wir einzuordnen sind», sagt Mike Koller dazu. Der 31-Jährige ist im Sommer in die Fussstapfen von Erfolgstrainer Kurt Kobel getreten, welcher den FCM im Frühjahr zum zweiten Mal nach 2015 in die 2. Liga geführt hatte.

Marcello Stellato will dem FC Horgen zu Stabilität verhelfen. Bild: Moritz Hager.
Marcello Stellato will dem FC Horgen zu Stabilität verhelfen. Bild: Moritz Hager.

Der neue Coach ist überzeugt: «Wir haben uns punktuell verstärkt und sind in der Breite gut aufgestellt.» Koller, welcher in der letzten Saison im Nachwuchs­bereich des FCRJ engagiert war, integrierte fünf Neue ins eingespielte Team. Dass mit diesem der Klassenerhalt möglich ist, steht für ihn ausser Frage. «Wir sind heiss, besonders auf die Duelle mit Küsnacht und Stäfa», verrät er. Das Freilos im Cup sei seinen Spielern gelegen gekommen. «So konnten am letzten Wochenende alle noch ihre Batterien aufladen», begründet der gebürtige Glarner.

Unbeschwert zum Ziel

Auch der zweite, auf der anderen Seeseite angesiedelte Aufsteiger nimmt das Vorhaben Ligaerhalt mit nur minim verändertem Kader in Angriff. Adliswil hält an Mario Pischedda fest, der das Fanionteam seit Januar trainiert. «Dass das Gros der Mannschaft zusammenbleibt, ist wichtig», ­betont Assistenzcoach Gianluca Cavaliere. Isaac Escobar Gallego, welcher Erfahrung aus der 1. Liga mitbringt, verstärkt die FCA-Offensive. Zudem kehrte mit Robin Oberholzer ein Sihltaler zu seinem Heimatklub zurück, und zwei A-Junioren bestritten im Fanionteam die Vorbereitung.

Die Adliswiler wollen unbeschwert aufspielen und an ihre Erfolge der vergangenen Meisterschaft, in welcher sie nur drei Niederlagen einstecken mussten, anknüpfen. So soll der Ligaerhalt realisiert werden.

Stabilität reinbringen

In Horgen hat neu Marcello Stel­lato an der Seitenlinie das Sagen. Er löste Ali Aldemir ab, der im Winter nach Jérôme Oswalds Wechsel zu United Zürich eingesprungen war und den Klub zum Klassenerhalt geführt hatte. Nach vier Jahren beim Interregio-Klub Blue Stars ZH ist Stellato am Zürichsee gefordert. «Wir haben quasi eine komplett neue Mannschaft», gibt der neue FCH-Trainer bezüglich den vielen Wechseln zu bedenken.

«Möglichst schnell punkten und den Ligaerhalt sichern», will der 53-Jährige mit den Horgnern. Ebenso wichtig ist ihm, «Kontinuität und Stabilität reinzubringen». Um dem FCH-Leitbild gerecht zu werden, baut er bewusst vereinseigene Junioren ins Team ein. Das hat der einstige NLB-Goalie nicht nur in seinem Ex-Klub, sondern auch während seines Engagements in der FCZ-Academy gelernt. «Ich will Strukturen schaffen, damit Horgen in der nächsten Saison (2018/19; Red.) angreifen und sich nach vorne orientieren kann», kündet Stellato an.

Neuer Knipser auf der Beichlen

Im Nachbarklub Wädenswil zählt vor allem «die Konstanz über die ganze Saison hinweg», wie Roberto Dominguez betont. Er und Christian Meier betreuen die Mannschaft seit Herbst 2015. In der letzten Saison hatte der FCW eine hervorragende Vor-, aber dürftige Rückrunde gespielt. «Soweit soll es diesmal nicht kommen», sagt Dominguez, der gleichzeitig Coach und Verteidiger ist. Nachdem der FCW zuletzt den 7. Schlussrang erreicht hatte, mag sich das Trainerduo nicht auf eine Platzierung festlegen. «Mit all den neuen Teams und Spielern gleicht die Gruppe einer Wundertüte und ist schwer einzuschätzen», begründet Dominguez.

«Wir sind in der Breite gut aufgestellt.»

Mike Koller, Trainer FC Wädenswil

Mit Adriano Soldano wurde ein Knipser verpflichtet, den Spielercoach Dominguez schon länger im Visier hatte. «Ein solcher fehlte uns.» In vier Testpartien erzielte der neue Mittelstürmer bereits sieben Tore. Weitere Zuzüge – dar­unter Rückkehrer Sven Frick – verstärken und ergänzen das Kader. Nach dem diskussionslosen 5:0 im Regionalcup über Dritt­ligist Engstringen können die ­Wädenswiler übernächsten Samstag daheim im Seederby gegen Männedorf beweisen, wie bereit sie für die Meisterschaft sind.

Nach seiner Rückkehr von Kilchberg-Rüschlikon will Sven Frick (oben) mit den Wädenswilern nicht ins Straucheln geraten. Bild: Patrick Gutenberg.
Nach seiner Rückkehr von Kilchberg-Rüschlikon will Sven Frick (oben) mit den Wädenswilern nicht ins Straucheln geraten. Bild: Patrick Gutenberg.

Vertrauen in die Mannschaft

Eine Kader-Redimensionierung erfolgte in Stäfa. Rastoder trat zurück, und weitere langjährige Leistungsträger wie Islami, Peixoto sowie Maloku wechselten mit Coach Shaip Krasniqi zu Rüti. Letzterer war nach sieben Jahren vor Ende der Saison 2016/17 abgetreten, und Luigi Caracciolo hatte den FCS in der Gruppe 2 noch auf den 8. Platz geführt. Der neue Trainer will den ab Mai eingeschlagenen Weg weitergehen. «Wichtig ist, dass wir in den ersten fünf Spielen gut Fuss fassen», hebt er hervor.

«Unser Mix zwischen routinierten und jungen Spielern ist gut», glaubt Caracciolo, der gerne schnellen Fussball spielen lässt. Persönlich strebt er einen Platz im vorderen Tabellenmittelfeld an. «Das ist zwar nicht das Hauptziel, aber ich traue meiner Mannschaft viel zu und habe grosses Vertrauen in sie», verrät der 46-Jährige.

Bieli ist enorm gefordert

Nach dem massiven Kader­umbruch im FC Küsnacht steht für Spielertrainer Rainer Bieli der Ligaerhalt zuoberst. «Wir ­haben sehr viele junge Spieler ­ohne Erfahrung in der 2. Liga», sagt der Ex-Profi. Er versucht nun, aus ihrem Potenzial das Opti­mum herauszuholen. «Sodass wir konkurrenzfähig sind.»

Wichtig sei, dass seine neu zusammen­gesetzte Equipe nicht in eine Negativspirale gerate. «Wir müssen am Anfang den einen oder anderen Punkt holen, um so Vertrauen zu gewinnen», betont Bieli. Der 38-Jährige steht vor der grossen­ Herausforderung, die ins Fanion­team beförderten Nachwuchsspieler möglichst schnell zu integrieren und zu einer Einheit zu formen.

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