Wädenswil

Unterschiedliche Befindlichkeiten

96 Partien haben die neun Drittligisten der Zürichsee-Region in dieser Saison in der Vorrunde bestritten. Zwei Nachtragsspiele stehen am Wochenende noch aus. Zeit für ein erstes Fazit.

Die Küsnachter in der Mangel ihrer Gegner. Hier wird der Küsnachter  Kademain Yao von den Herrlibergern Andrin Lustgarten (Nummer 4)  und Samuel Daull bedrängt.

Die Küsnachter in der Mangel ihrer Gegner. Hier wird der Küsnachter Kademain Yao von den Herrlibergern Andrin Lustgarten (Nummer 4) und Samuel Daull bedrängt. Bild: Sabine Rock

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Kein Team vom Zürichsee ziert die Ranglistenspitze der Gruppe 1, 3 oder 6. Aber: Platz 1 ist natürlich nicht das einzige Kriterium, um mit der ersten Zwischenbilanz zufrieden zu sein.Mit einem guten Gefühl auf die Hinrunde schaut Kilchberg-Rüschlikon-Trainer Davide Molinaro, dessen Team in der Gruppe 1 mit 20 Punkten aus 10 Partien den 4. Platz belegt und im FVRZ-Cup noch dabei ist, zurück. «Wir haben uns gegenüber dem letzten Jahr entwickelt und konnten erneut eigene Spieler erfolgreich ins Fanionteam integrieren», begründet der Coach seine Zufriedenheit. Übermorgen Sonntag bestreitet Kilchberg-Rüschlikon noch ein Nachtragsspiel gegen Oberrieden. «Wenn wir diese Partie gewinnen, dann wäre ich mit unseren Leistungen in den vergangenen Wochen sogar sehr zufrieden», fügt der Coach an.

Ebenfalls positiv gestimmt ist Trainer Daniel Gurt von Wädenswils zweiter Mannschaft, die in der Gruppe 1 Rang 9 mit 12 Punkten aus 10 Spielen belegt. «Als Aufsteiger mit einer jungen Equipe sind wir mit unserer Entwicklung zufrieden», erörtert er. Co-Trainer Thomas Krauer verweist zudem auf die erfreuliche Tatsache, «dass wir durchschnittlich mit 18 Spielern trainieren und damit die Trainingsintensität hochhalten können». Kein Wunder, konnte Wädenswil 2 während der Vorrunde sogar Tabellenführer Wollishofen schlagen.

Eine interessante Zielsetzung verfolgt das Herrliberger Fanionteam in der Gruppe 6. «Aktuell steht bei uns die Ausbildung im Vordergrund», verrät Co-Trainer Benjamin Benz. Ein Beispiel: In der Partie gegen Tabellenführer Wetzikon wechselte Herrliberg alle sechs Feldspieler von der Bank ein, bei Wetzikon dagegen blieben vier Einwechselspieler ohne eine Einsatzminute. «Einsatzzeiten sind für junge Spieler sehr wichtig», hält Benz fest. Obwohl die Herrliberger nachhaltige Ziele verfolgen, belegen sie mit 20 Punkten Rang 4.

Müdigkeit nach Cupfight

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle hat die Vorrunde in Meilen ausgelöst. Natürlich war der Besuch des ehemaligen mehrfachen Schweizer Meisters und Cupsiegers Servette Genf auf der Allmend in der ersten Cup-Hauptrunde der Höhepunkt. 810 Zuschauer wollten den aktuellen Tabellenführer der Challenge League in Meilen sehen. Der Favorit setzte sich 6:0 durch.

Obwohl die Gegner in der Meisterschaft danach nicht mehr das Kaliber von Servette Genf aufwiesen, fanden die Meilemer nicht sofort auf die Siegesstrasse zurück. «Nach einer sehr kurzen Vorbereitung mit vielen Abwesenden und dem frühen Highlight der Saison, dem Cupspiel gegen Servette, brauchte die Mannschaft zu lange, um sich zu finden», blickt Sportchef Claudio Kneschaurek zurück. Das Team fand am Schluss aber wieder in die Spur und feierte drei tolle Siege in Serie, sodass es in der Gruppe 6 auf Rang 5 vorrücken konnte. «Wir wollen im Frühling die guten Leistungen der drei letzten Vorrundenpartien bestätigen», fordert Trainer Valon Sylejmani.

Befindlichkeiten müssen mit der Platzierung nichts zu tun haben. Das haben wir schon bei Herrliberg gesehen. Dies ist auch bei Oetwil am See der Fall, das in der Gruppe 6 mit nur acht Punkten einen Abstiegsplatz (11.) belegt. «Wir können sowohl positive, Wille und Leidenschaft, als auch negative, kleine Einzelfehler, Schlüsse aus der Hinrunde ziehen», äussert Trainer José Almeida. Er und sein Staff sehen für ihr Team Steigerungsmöglichkeiten für die Rückrunde. «Wenn wir erfahrener und abgebrühter auftreten, dann schaffen wir den Ligaerhalt», meint er.

Auch bei Herrliberg 2 (Gruppe 3) fällt das Fazit unterschiedlich aus. «Wenn man auf einem Abstiegsplatz überwintert, darf man nie zufrieden sein», meint Trainer Marc Sauter. Der Coach erlebte in den vergangenen Wochen aber auch Erfreuliches: «Das junge Team wusste oft zu gefallen. Leider fehlte es uns etwas an Wettkampfglück.»

Ein negatives Vorrundenfazit dagegen ziehen Zollikon (10 Punkte) und Küsnacht (3), der Tabellendrittletzte respektive Letzte der Gruppe 6. Der Zolliker Trainer Christian Stengele deckt die Mängel in seinem Team schonungslos auf: «In der Defensive konnten wir in keiner Phase überzeugen. Zu viele Wechsel in der Abwehr und zu viele indivi­duelle Fehler sind für mich die beiden Hauptgründe. In der ­Offensive haben wir in den entscheidenden Momenten die Tore nicht erzielt.»

Drei unerfreuliche Bilanzen

Für den ehemaligen Erstligisten Küsnacht ist mit der desaströsen Punktausbeute mit nur einem Sieg während der gesamten Vorrunde der sportliche Super-GAU eingetroffen. Die vom neuen Trainergespann Roger Fegble und Eren Okur mitgenommenen Spieler erwiesen sich nicht mehr als Ergänzungen. Küsnachts Sportchef Richard Rieder übt Selbstkritik: «Wir haben das Leistungsvermögen des Kaders zu ­optimistisch eingeschätzt. Leider hat auch die Trainerlösung nicht gepasst.» Am 17. Oktober hat Thomas Maag, der im FC Wallisellen über viele Jahre hervorragende Arbeit geleistet hat, Fegble für die drei ausbleibenden Vorrundenpartien ersetzt. Der Verein wollte Maag bis Ende Saison behalten, der 51-Jährige aber sagte ab. Nun wird ein neuer Trainer gesucht.

Auch für Oberrieden sieht es in der Gruppe 1 mit nur zwei Punkten unerfreulich aus. Für den Verein ist momentan aber wichtiger, dass der Fussballplatz in Oberrieden verbreitert werden kann.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.11.2018, 21:18 Uhr

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