Fussball

Selbstbewusst am Ball bleiben

Seit rund einem Monat trainiert Sergio Dias die Erstliga-Mannschaft des FC Thalwil. Der Kilchberger verrät, wie er ihr die Verunsicherung nehmen und sie aus dem Tabellenkeller führen will.

Hat den Ball so gut im Griff wie seine Mannschaft: Sergio Dias ist überzeugt, dass er mit Thalwil den Turnaround schafft.

Hat den Ball so gut im Griff wie seine Mannschaft: Sergio Dias ist überzeugt, dass er mit Thalwil den Turnaround schafft. Bild: Dominic Duss

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Noch ist die sportliche Situation im Brand für das Thalwiler Fanionteam nicht brenzlig. Sie könnte es aber werden. In der 1. Liga, Gruppe 3, sind die Grün-Weissen Tabellenletzter. Sergio Dias soll dafür sorgen, dass sich dies ändert. Als Kind wollte der Trainer ein Feuerwehrmann sein. «Aber nicht auf dem Fussballplatz», schmunzelt er. Statt Feuer zu löschen, will der 42-Jährige lieber bei Spielern welches entfachen.

Feuer steckte zwar noch in der Mannschaft, als Dias sie Mitte September übernahm. «Marco Bolli hat Vieles richtig gemacht», lobt der neue Chefcoach seinen Vorgänger. Dieser hatte mit dem FCT in der vergangenen Spielzeit souverän den Ligaerhalt geschafft. Doch zu Saisonbeginn fehlte dem Team, dessen Kader im Sommer markant umgebaut worden war, die Initialzündung. Aus sechs Runden resultierten nur vier Punkte, Bolli musste nach 0:4-Heimniederlage gegen Höngg gehen.

Erst ein Erfolgserlebnis

Dias kam und «fand erleichtert eine Mannschaft vor, die weder zerstritten noch leblos war, aber etwas verunsichert». Ihr fehle es an Selbstvertrauen. Der 5:0-Erfolg bei den Reserven des FC St. Gallen vor dem Amtsantritt des Kilchbergers liess auf resultatmässige Besserung hoffen. Doch unter Dias gewann Thalwil nur eines von vier Spielen, jenes in der ersten Cuprunde bei Höngg (6:5 n.P.). In der Meisterschaft blieb der Turnaround aus.

Dennoch blickt der Coach zuversichtlich den bevorstehenden Partien entgegen. «Unsere Leistungskurve und die Spielkultur zeigen nach oben», begründet er seinen Optimismus. Zuletzt habe seine Equipe daheim gegen Aufsteiger Paradiso vieles richtig gemacht. Die 0:2-Niederlage führt Dias primär auf das wegen Offside aberkannte 1:0 zurück. Im Abschluss fehle neben dem nötigen Wettkampfglück die letzte Konsequenz. «Daran arbeiten wir.»

Gemeinsam den Tritt finden

Thalwil fehlt aber vor allem eines: «Ein Erfolgserlebnis, damit wir den Tritt finden.» Denn seine Mannschaft habe sehr gute Qualität, hebt Dias hervor. «Sonst hätte ich mich nicht auf den Seiltanz eingelassen.» Seinen Wechsel zu Thalwil hat er sich nach über 20 Jahren bei Red Star Zürich gut überlegt. Als Aktiver hatte Dias die Junioren-Ausbildung bei den Grasshoppers absolviert, bevor es ihn zum Erstliga-Club zog, wo er auf allen Stufen spielte.

2011 begann seine Trainerlaufbahn. Zuerst betreute er Red Stars B-Junioren und führte sie zum Schweizer Meistertitel. Danach übernahm Dias das Reserveteam des Vereins. «Ich baute es zu einer U-21-plus-Mannschaft um.» Fünf Junge habe er – mehrheitlich im eigenen Club – in die 1. Liga gebracht.

Mutig auf Sieg spielen

Dias passt daher in den FC Thalwil, der möglichst viele Eigengewächse ans Erstliga-Team heranführen will. Das ist auch im Sinne des Trainers. Als gebürtiger Spanier und Mitglied des FC Barcelona setzt er auf offensiven, aggressiven Tempo-Fussball. Ihm ist ein gepflegtes Aufbauspiel wichtig. «Es soll immer vorwärts gehen.» Agieren statt reagieren lautet sein Motto. Das muss seine Mannschaft nun mehr denn je.

Heute Samstag tritt Thalwil beim Tabellenzweitletzten zum Direktduell an. Mit einem Sieg kann Dias’ Team punktemässig zu Gossau aufschliessen. Mut impft er seinen Spielern vor dem Sechs-Punkte-Spiel ein. «Ein Unentschieden bringt uns nichts, wir spielen auf Sieg», betont der Trainer. Der Gegner bezog zuletzt beim Winterhurer Nachwuchs eine klare 0:3-Niederlage. Das kommt den Thalwilern gelegen. «Wir werden gewinnen», ist ihr Trainer überzeugt.

Freiwillig länger trainieren

Dias will, dass seine Mannschaft «ab jetzt jeweils das Spiel bestimmt». Wie gewillt sie dazu sei, habe die intensive Vorbereitung in dieser Woche gezeigt. «Meine Spieler sind derart motiviert, dass sie im Training sogar freiwillig überziehen», hebt der Coach zufrieden hervor. Er gibt sich selbstbewusst: «Wenn wir unser Spiel spielen, ist es eine Frage der Zeit, bis wir erfolgreich sind.» Dias geht gar einen Schritt weiter und wagt die Prognose, dass der FCT nach der Vorrunde nicht mehr auf einem Abstiegsplatz stehe.

«Wichtig ist vor allem, dass wir den Anschluss nicht verpassen», ist dem Coach bewusst. Denn mit punktuellen Kaderveränderungen auf die Rückrunde hin, werde Thalwil künftig «einen zulegen». Zuerst steht aber das wichtige Duell in Gossau und dann nächste Woche das Heimspiel gegen den ebenfalls drei Punkte vor Thalwil klassierten FC Balzers an. Eines ist gewiss: Dias und seine Spieler sind richtig heiss darauf, am Ball zu bleiben und so den Anschluss zu wahren.

Erstellt: 18.10.2019, 15:46 Uhr

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