Fussball

Rapperswil-Jona zu wenig zwingend

Der FC Rapperswil-Jona verliert gegen den neuen Leader der Challenge League Wil knapp mit 1:2. Merlin Hadzi sorgte mit seinem Anschlusstreffer in der 78. Minute für eine turbulente Schlussphase.

Oberwasser hatte der FCRJ (hinten) Mike Kleiber gegen Wil und Sandro Lombardi zu selten.

Oberwasser hatte der FCRJ (hinten) Mike Kleiber gegen Wil und Sandro Lombardi zu selten. Bild: Franz Feldmann

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Das Bergholz in Wil wird für den FC Rapperswil-Jona nicht zu einer Erfolgsstory. Schon dreimal in der IGP-Arena angetreten, gabs bis heute noch keinen einzigen Punkt zu holen. Dabei wäre an diesem Samstag im Spitzenkampf, in dem es lange nach einem sicheren Sieger aussah, plötzlich wieder vieles möglich geworden. «Ja, so ist Fussball», meinte Trainer Urs Meier nach dem Abpfiff. «Nichts ist logisch im Fussball. Da denkt man, man hat ein Spiel verloren, und plötzlich hat man die Möglichkeit, eine solche Partie zu drehen.»

Für Wil begann das Spiel, wie es zu erwarten war. Die Äbtestädter spielten ihren Heimvorteil auf dem Kunstrasen gekonnt aus und liessen den Ball in ihren Reihen zirkulieren. «Wir haben gut dagegengehalten, wussten, wie Wil spielen würde», sagte Verteidiger Rohrbach. «Aber dann bringt uns ein unnötiger Eckball ins Hintertreffen», ärgerte sich Meier. «Das hätte wirklich nicht sein müssen.» Das spielte den routinierten und spielstarken Wilern in die Hände. Sie zogen sich nun mehrheitlich weiter zurück, was die Rosenstädter sichtlich besser ins Spiel brachte, nur vor dem Tor wollte nichts Zwingendes gelingen.

Im Gegenteil. Audino schien nach einer Stunde und einem Konter alle Hoffnungen der Gäste auf einen Punktgewinn zunichtezumachen. Eine mustergültige Hereingabe von Gonçalves versorgte er völlig alleine vor Yanz’ Tor zur klaren 2:0-Führung für die Äbtestädter. Die Entscheidung schien gefallen zu sein.

Schwung durch Wechsel

FCRJ-Trainer Meier musste nun handeln, er brachte Hadzi, Festic, Gönitzer und Zenuni. Insbesondere die Einwechslung des offensiveren Merlin Hadzi für den defensiveren Roman Güntensperger brachte mehr Schwung auf der rechten Rapperswiler Seite. Mit einem Einzelvorstoss durch praktisch die halbe Heimmannschaft hindurch erzielte er den 1:2-Anschlusstreffer. Torhüter Kostadinovic war zwar noch am Ball dran, konnte den Treffer aber nicht mehr verhindern. «Ich wusste, dass ich mit meiner Einwechslung etwas bewirken musste», meinte der Torschütze. «Nur müsste für so eine Aktion die Mannschaft nicht so lange warten», gab er sich kritisch.

«Nichts ist logisch im Fussball.»Urs Meier

Plötzlich war etwas los auf dem Bergholz. Die 1250 Zuschauer sahen nun tatsächlich so etwas wie ein Spitzenspiel. Nur Sekunden nach dem Anschlusstreffer tauchte Egzon Shabani alleine vor Torhüter Kostadinovic auf und hätte alles auf den Kopf stellen können. Aber der Wiler Schlussmann rettete mirakulös mit dem Fuss die drei Punkte für die Gastgeber. Seine Vorderleute standen zwar nun permanent unter Druck der anstürmenden Rapperswil-Joner, aber immer wieder gelang es Wil, den Ball weit weg von der eigenen Gefahrenzone zu bringen.

Mit dem 2:1-Sieg steht Wil nach vielen Jahren wieder einmal an der Spitze der Challenge League. FCRJ-Trainer Meier ist froh, dass schon morgen Dienstag die nächste Begegnung gegen Chiasso ansteht. «Das ist das Gute von englischen Wochen, es geht Schlag auf Schlag. Da haben wir keine Zeit, lange an Niederlagen herumzustudieren. Nun gehts mit Vollgas gegen Chiasso ­weiter.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.09.2018, 16:49 Uhr

Challenge League

Wil - Rapperswil-Jona 2:1 (1:0)

IGP-Arena. 1250 Zuschauer. SR Schärli. – Tore: 38. Rahimi 1:0. 63. Audino 2:0. 78. Hadzi 2:1. – Wil: Kostadinovic; Rahimi, Havenaar, von Niederhäusern; Gonçalves, Zé Roberto, Breitenmoser (81. Latifi), Schäppi; Lombardi (81. Hefti); Audino (85. Schällibaum), Silvio (92. Cortelezzi). – Rapperswil-Jona: Yanz; Kleiber, Rohrbach, Simani, Elmer; Güntensperger (62. Hadzi), Ciccone, Kubli (69. Festic), Boumediene (70. Gönitzer); Shabani (84. Zenuni), Turkes. – Bemerkungen: Wil ohne Herter, Savic (verletzt). Rapperswil-Jona ohne Samardzic, Nater, Kllokoqi (verletzt), Amendola, Agushi, Ramcilovic (2. Mannschaft). Verwarnungen: 18. Silvio, 47. Kubli (beide Foul).

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