Rapperswil-Jona

Er hat den Rasen schön

Das Heimfeld des FC Rapperswil-Jona hat schweizweit die beste Bewertung erhalten. In der Stadtverwaltung ist man so euphorisch, dass man eine Auszeichnung erfindet.

Stefan Rüdisüli pflegt den Rasen im Stadion Grünfeld mit viel Herzblut.

Stefan Rüdisüli pflegt den Rasen im Stadion Grünfeld mit viel Herzblut. Bild: Manuela Matt

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In Rapperswil-Jona sind alle sehr stolz. Der Präsident des FC Rapperswil-Jona ist stolz, dass sein Team auf dem besten Rasen der Schweiz spielen kann. Er ist auch stolz, dass das Feld mit der Nationalelf geteilt wird. Platzwart Stefan Rüdisüli ist stolz darauf, einen schöneren Rasen als Zürich und Basel zu haben. «Man wird auch in Zukunft alles daran setzen, dass die Qualität auf hohem Niveau erhalten bleibt», verkündet die Stadt stolz in einer Medienmitteilung. Dem Stadtrat bereitet die Auszeichnung «Greenkeeper of the year» besonders Freude.

Seit der 2015 wird von allen Klubs der Swiss Football League (SFL) vorausgesetzt, dass die Spielfelder den Vereinsstandards entsprechen. Damit die Sicherheit der Spieler gewährleistet ist, werden die Rasen jährlich rigorosen Tests unterzogen. Bei ungenügenden Beurteilungen droht der Entzug der Lizenz. Im November letzten Jahres wurde auch das Grünfeld von Experten begutachtet. Stefan Rüdisüli, der Teamleiter der Sportanlage Grünfeld, freut sich über die ausgezeichneten Resultate. «Es wird ein immenser Aufwand für das Wohl des Rasens aufgebracht», betont er. Dass der Rasen besser als der im St. Jakobspark oder der im Letzigrund abgeschnitten hat, findet er besonders schön. Aber woher stammt diese Auszeichnung eigentlich?

Die Auszeichnung, die keine war

Bei der SFL weiss man nichts von der besagten Auszeichnung «Greenkeeper of the year». Pressesprecher Philippe Guggisberg bestätigt, dass das Grünfeld bei den Prüfungen am besten abgeschnitten hat. Man hat aber darauf verzichtet, einen Wettbewerb daraus zu machen. «In der Schweiz wäre das auch langweilig.» Eine offizielle Auszeichnung gibt es deshalb nicht. «Das ist dann Interpretationssache der Stadt Rapperswil-Jona,» sagt er. Auch beim FC Rapperswil-Jona ist die positive Bewertung bekannt, die Auszeichnung jedoch nicht. «Von dieser Auszeichnung höre ich zum ersten Mal. Aber es muss sie schon geben, wenn die Stadt das so sagt», erklärt Delli Colli.

Das Rätsel um die Auszeichnung löst Stadtschreiber Hansjörg Goldener auf. «Den habe ich erfunden!» räumt er ein mit einem herzhaften Lacher. «Der Name lag so in meinen Unterlagen und hat mir ganz gut gefallen.» Man sei ja stolz darauf, so ein gutes Resultat erreicht zu haben. Und es werde Beamten ja sonst immer vorgeworfen, nicht menschlich genug zu sein. Dabei sei wohl die Euphorie mit ihm durchgegangen.

«Der Rasen muss atmen können»

Wie reagiert Rüdisüli? «Unserer Rasen hat in der Schweiz die besten Resultate erreicht, die Auszeichnung ist nicht so wichtig.» Rüdisüli erzählt leidenschaftlich von der Arbeit am Rasen. In der Regel wird zwei bis dreimal in der Woche gemäht und Unkraut entfernt. Unebenheiten werden mit Sand ausgeglichen. Naturrasen muss man auch oft entfilzen. Der Grossteil der Arbeit bleibt dem Betrachter jedoch verschlossen. Um den hohen Belastungen standhalten zu können, wird der Rasen regelmässig gelockert und mechanisch belüftet. Nur so kann das Wurzelgeflecht sich im Boden verankern und langfristig für einen schönen Rasen sorgen. «Der Rasen muss atmen können. Das ist ein Lebewesen. Wenn die Wurzeln nicht gesund sind, kann es oben noch so grün sein», erklärt Rüdisüli. Einen Pokal für seine Arbeit braucht er deswegen nicht: «Man ist schon stolz darauf, mit dem eigenen Platz besser abzuschneiden als die anderen schönen Rasen, die man sonst im Fernsehen sieht.» Astrit Abazi

Der beste Fussballplatz des Landes. Bild: Manuela Matt. (zsz.ch)

Erstellt: 06.04.2018, 18:25 Uhr

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